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Steuern – Rechtsformen und Steuern

Keine Frage: Art und Höhe der Steuern sind auch von der Rechtsform abhängig. Diese Einsicht darf aber nicht dazu führen, dass Sie bei der Wahl Ihrer Rechtsform nur auf die Steuern „schielen“. Hier spielen auch ganz andere unternehmerische Ziele eine Rolle, z. B. die Frage der Haftung. Unter steuerlichen Gesichtspunkten geht es bei der Entscheidung für eine Rechtsform eher um Folgendes:

Verluste geltend machen

Unternehmerische Verluste – gerade in der Gründungsphase eher die Regel – können prinzipiell steuermindernd geltend gemacht werden. Allerdings nicht bei jeder Rechtsform in gleicher Weise.

Einzelunternehmen, Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR oder Partnerschaftsgesellschaft): Verluste aus dem laufenden Jahr werden zunächst mit Einkünften des laufenden Jahres verrechnet. Wenn die Verluste die Einkünfte übersteigen, können sie in das vorherige Jahr rückübertragen werden, das Finanzamt muss alte Steuern erstatten (Verlustrücktrag). Dieser Verlustrücktrag ist auch für Gründer von Einzelunternehmen und Personengesellschaften möglich, die im vorhergehenden Jahr Angestellte waren und Einkommensteuer gezahlt haben. Wenn sie in den Vorjahren keine Einkommensteuer gezahlt haben, können die Verluste in spätere Jahre vorgetragen und mit künftigen Gewinnen verrechnet werden (Verlustvortrag).

GmbH und UG (haftungsbeschränkt): Verluste unter ihrem

rechtlichen Dach lassen sich nicht sofort mit anderen Einkünften der Gesellschafter verrechnen. Sie sind quasi eingefroren und können erst geltend gemacht werden, wenn die GmbH oder UG im Folgejahr Gewinne erwirtschaftet. Problematisch wird es für Jungunternehmer, wenn ihre GmbH oder UG in den ersten Jahren Verluste einfährt und sie aber gleichzeitig das vertraglich festgelegte eigene Geschäftsführergehalt plus Lohnsteuer bezahlen müssen.

Altersvorsorge und Geschäftsführergehälter

GmbH-Gründer können ihre Geschäftsführergehälter und auch die Aufwendungen für eine spätere Betriebsrente als Betriebsausgabe (Pensionsrückstellungen) von der Steuer absetzen. GmbH-Ausschüttungen an die Gesellschafter zählen zu den Kapitalerträgen. Sie unterliegen grundsätzlich der Abgeltungssteuer. Jedoch kann vorab der so genannte Sparer-Pauschbetrag verrechnet werden. So sind insgesamt 801 Euro für Ledige, 1.602 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare und eingetragenen Lebenspartnerschaften steuerfrei.

Faustregel zur Rechtsformwahl

Die meisten Gründer beginnen mehr oder weniger formlos als Einzelunternehmen oder – wenn mehrere Partner gemeinsam starten – als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR oder Partnerschaftsgesellschaft). In den ersten Jahren nach Gründung ist die Personengesellschaft tatsächlich in vielen Fällen auch die steuergünstigere Variante. Später wendet sich das Blatt meist zugunsten der GmbH: wenn die Gewinne steigen und es sinnvoll ist, Geschäftsführergehälter und Zahlungen für eine eigene Betriebsrente nun als Betriebsausgabe von der Steuer abzusetzen. Bei geringeren Gewinnen ist dies nicht sinnvoll, da diese mögliche Steuerersparnis die gleichzeitig ja auch immer fällige Lohnsteuer für diese Gehälter und auch die Kosten für die Erstellung einer jährlichen Bilanz nicht aufwiegt.

Faustregel zum Rechtsformwechsel

Wer seine GbR zu einem späteren Zeitpunkt in eine GmbH, UG (haftungsbeschränkt) oder eine andere Rechtsform umwandeln möchte, muss dabei die Vorgaben des Umwandlungssteuergesetzes beachten. Anderenfalls besteht das Risiko hoher Steuernachzahlungen. Bitte informieren Sie sich dazu bei Ihrem Notar und/oder Steuerberater.

(Quelle: GründerZeiten 09, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: ©-Thomas-Bethge – Fotolia.com)

Ein Gedanke zu “Steuern – Rechtsformen und Steuern

  1. Hallo Bert,
    sehr schöner Beitrag, ich finde es gut wie du das Thema angehst und erklärst. Gerade das mit dem Wechsel der Rechtsform ist immer wieder ein wichtiger Punkt. Als Steuerberater habe ich mich auch schon mehrmals damit befasst.
    Super, weiter so.
    Grüße aus Hannover
    Michael

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