Drucken

Start-ups: Growth-Phase: Unternehmenswachstum finanzieren

In der Growth- oder Wachstumsphase nehmen die Umsätze zwar zu, das Unter­nehmen ist aber zumindest zu Beginn der Phase in der Regel noch nicht in der Gewinnzone.

In dieser Phase wird der Unternehmensaufbau kontinuier­lich fortgesetzt. Die interne Unternehmensorganisation muss womöglich neu aufgestellt werden. Der Ausbau von Vertrieb und Produktion steht an erster Stelle. Eventuell muss das Produktportfolio diversifiziert werden, um zusätz­liche Kunden zu akquirieren. Neben Beteiligungskapital können auch Förderdarlehen, ggf. kombiniert mit Ausfall­bürgschaften, an Bedeutung gewinnen.

Beteiligungskapital

Neben privaten Investoren und Mittelständischen Beteili­gungsgesellschaften beteiligen sich auch öffentlich geför­derte Wagniskapitalfonds an jungen Unternehmen. Darüber hinaus bieten sie hilfreiches Know-how und Zugang zu einem weit verzweigten Netzwerk an.

Ko-Investmentfonds coparion

Der Ko-Investmentfonds coparion beteiligt sich an kleinen innovativen Tech-Unternehmen, die nicht älter als zehn Jah­re sind. Sie sollten über ein überdurchschnittliches Wachs­tumspotenzial verfügen und bereits erste Umsätze, Schlüs­selkunden oder eine erfolgreiche Produkteinführung vor­weisen. Pro Unternehmen können bis zu zehn Millionen Euro investiert werden. Voraussetzung für das coparion- Engagement ist, dass sich private Investoren mit mindes­tens dem gleichen Volumen und zu wirtschaftlich gleichen Konditionen („pari passu“) an der Finanzierungsrunde be­teiligen. Coparion wurde durch das ERP-Sondervermögen und die KfW Bankengruppe initiiert.

Darlehen

Typisch für öffentliche Förderdarlehen sind u. a. günstige Zinsen und lange Laufzeiten. Dabei gibt es Darlehen, die sich gezielt an innovative Wachstumsunternehmen richten. Eventuell kommen aber auch „klassische“ Förderdarlehen in Frage.

ERP-Innovationsprogramm

Mit dem ERP-Innovationsprogramm können die Kosten für Forschung und Entwicklung langfristig über eine Laufzeit von zehn Jahren finanziert werden, um Produkten oder Verfahren zur notwendigen Marktreife und ihrer Weiter­entwicklung zu verhelfen.

Die Förderung wird als integriertes Finanzierungspaket gewährt, das aus einem klassischen Darlehen (Fremdkapitaltranche) und einem Nachrangdarlehen (Nachrangtranche) besteht. Finanziert werden bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 5 Millionen Euro pro Vorhaben.

Investoren motivieren

Damit jungen Unternehmen in der Wachstumsphase aus­reichend Kapital zur Verfügung steht, unterstützen das Bundeswirtschaftsministerium, das ERP-Sondervermögen und der Europäische Investitionsfonds (EIF) Wagniskapital- bzw. Venture-Capital-Fonds, die sich mit ihrem Kapital an sogenannten Gazellen – schnell wachsenden jungen Unter­nehmen – beteiligen. Darüber hinaus schafft das BMWi auch Finanzierungsanreize für Business Angels, die in junge Unternehmen investieren.

Mezzanin-Dachfonds für Deutschland (MDD)

Der Mezzanin-Dachfonds für Deutschland (MDD) beteiligt sich an privaten professionellen Fonds, die Mezzanin-Finanzierungen, eine Zwischenform von Eigen- und Fremd­kapital, zur Verfügung stellen. Dazu gehören u. a. nachrangi­ge Darlehen, stille, typische und atypische Beteiligungen. Im Insolvenzfall werden sie erst nachrangig (nach den an­deren Krediten) bedient und stärken somit die wirtschaftliche Eigenkapitalbasis eines Unternehmens. Der MDD beteiligt sich außerdem an sogenannten Venture-Debt-Finanzierungen. Dabei handelt es sich um Darlehen, bei denen der gesamte Darlehensbetrag erst am Ende der Lauf­zeit fällig wird. Bankübliche Sicherheiten sind nicht erforderlich.

ERP/EIF-Wachstumsfazilität

ERP-Sondervermögen und EIF schließen sich mit privaten Wagniskapitalfonds zusammen und errichten Ko-Investiti­onsfonds, die sich an innovativen Wachstumsunternehmen beteiligen. Die Höhe der Beteiligung orientiert sich an der Höhe des Investments durch den Wagniskapitalfonds („pari passu“). Dessen Investment sollte zwischen 20 und 60 Milli­onen Euro betragen.

INVEST – Zuschuss für Wagniskapital

Business Angels und andere private Investoren können den „INVEST“ nutzen, um ihre Beteiligung aufzustocken. Betei­ligt sich ein Business Angel für mindestens drei Jahre mit mindestens 10.000 Euro an einem Start-up, erhält er einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent seines Investments. Darü­ber hinaus kann ab 2017 die Steuer, die auf einen späteren Veräußerungsgewinn entfällt, pauschal mit einem Exitzu­schuss kompensiert werden.

(Quelle: GründerZeiten extra, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: ©-m.schuckart – Fotolia.com)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Hinweis:
Bitte beachten Sie unsere Blogregeln. Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihres Kommentars. Je nach Inhalt behalten wir uns vor, von einer Veröffentlichung abzusehen. Mit dem Absenden Ihres Kommentars stimmen Sie der Veröffentlichung auf dieser Website zu. Auf Wunsch des Absenders können Kommentare auch wieder gelöscht werden. Bitte senden Sie in diesem Fall eine E-Mail an den Administrator.