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Existenzgründungen im besten Alter – Typische Probleme bei der Gründung

Startkapital

Mehr ältere als jüngere Gründer geben laut RKW an, keine Schwierigkeiten mit der Beschaffung des Startkapitals zu haben. Ein Grund dafür ist: Ein Großteil der älteren Gründerinnen und Gründer benötigt – wenn überhaupt – nur etwa 5.000 bis 10.000 Euro für den Unternehmensstart. Ein weiterer Grund: Ältere Gründer verfügen oftmals über mehr Eigenkapital als jüngere, weil sie mehr Zeit und Gelegenheit hatten, etwas Geld zu sparen. Viele haben von ihren ehemaligen Arbeitgebern auch Abfindungen erhalten. Allerdings ist dies nicht die Regel. So mancher Ältere hat bei einer Gründung (vor allem nach längerer Arbeitslosigkeit) kein Eigenkapital (mehr) einzusetzen. In dieser Lage befinden sich auch viele Wiedereinsteigerinnen nach der Familienpause.

Finanzierung/Kredite

Dieser – eher bescheidene – Kapitalbedarf hat allerdings zur Folge, dass ein Bankkredit in dieser Höhe oder die Bearbeitung eines Förderkredits für die Kreditinstitute meist eine zu geringe Gewinnmarge bietet. Der Prüfaufwand ist größer als der Ertrag. Darüber hinaus haben Gründerinnen und Gründer ab dem 50. Lebensjahr erfahrungsgemäß ohnehin häufiger Schwierigkeiten, Bankkredite zu erhalten, weil die Banken und Sparkassen bei der Darlehensvergabe an Ältere von höheren Rückzahlungs-Risiken ausgehen. Viele Kreditinstitute befürchten, dass die „aktive Zeit“ älterer Gründerinnen und Gründer, in der sie gute Geschäfte machen, nicht ausreicht, um das entliehene Geld zurückzahlen zu können. Darüber hinaus verbinden sie ein höheres Lebensalter mit der Sorge, dass auch im Fall längerer Krankheit die fristgerechte Bedienung der Kredite nicht mehr gewährleistet ist. Zusätzlich „schlechte Karten“ haben arbeitslose ältere Gründer.

Fehlendes Know-how, veraltetes Wissen

Älteren Gründerinnen und Gründern fehlen nicht selten praxistaugliches kaufmännisches Know-how und betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Meist müssen sie auch – vor allem nach längerer Arbeitslosigkeit oder einer Familienpause – ihr erworbenes Fachwissen und ihre technischen Fertigkeiten (z. B. rund um den Computer) auf den neuesten Stand bringen.

Starke Belastungen

Ältere Gründerinnen und Gründer überschätzen trotz guter Gesundheit gelegentlich das eigene Kräftepotenzial und unterschätzen gleichzeitig die Anforderungen, die eine Selbständigkeit an sie stellt: also die erforderliche körperliche und geistige Fitness sowie eine notwendige permanente Bereitschaft zur Veränderung und Flexibilität. Viele ältere Gründerinnen und Gründer tun sich mit der neuen Rolle als Unternehmerin oder Unternehmer schwer. So haben sie Schwierigkeiten, den vielfältigen beruflichen Aufgaben, die man als Unternehmerin oder Unternehmer bewältigen muss, gerecht zu werden.

Knappe Ressource Zeit

Die Erfahrung zeigt: Die knappste Ressource bei Gründungen durch Ältere ist nicht das Geld, sondern die Zeit. Jüngere Gründerinnen und Gründer sind oft ungebunden. Ältere (vor allem Frauen) sind eher einer Doppelbelastung durch Beruf und Familie ausgesetzt. Dies schränkt die zeitliche Kapazität für die unternehmerische Selbständigkeit erheblich ein und ist vor allem in ländlichen Regionen wegen weiter Wege ein großes Hindernis.

Angst vor dem Scheitern

Viele Deutsche lassen die Finger von einer Gründung, weil sie Angst davor haben, damit zu scheitern. Deutschland liegt laut GEM-Länderbericht Deutschland im internationalen Vergleich an vorderer Stelle. So macht sich denn auch ein Großteil der vom RKW befragten älteren Gründer Gedanken über die Absicherung des Gründungsvorhabens, Rente und Altersvorsorge.

(Quelle: GründerZeiten 19, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: 2©-Gina-Sanders – Fotolia.com)

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