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Existenzgründungen im besten Alter – Wer sind die älteren Gründerinnen und Gründer?

Wie das RKW festgestellt hat, macht vielen älteren Gründerinnen und Gründern eine Reihe von Vorurteilen zu schaffen. Eines davon: keine Power (mehr). Dagegen sind die heute 50-, 60- oder 70-Jährigen um ein Vielfaches gesünder und leistungsfähiger als ihre Altersgenossen noch vor wenigen Dekaden. Und sie gründen- laut RKW – seltener aus der Not heraus, sondern um unternehmerische Chancen zu nutzen. Gründungsmotive sind:

Der „eigene Herr“ sein

Der häufigste Grund für Gründungen ist unabhängig vom Alter. So stand auch bei den Gründerinnen und Gründern, die das RKW befragt hat, ganz oben das Gründungsmotiv, der „eigene Herr“ sein zu wollen.

Erfahrungen weitergeben

Speziell für viele Ältere gibt es darüber hinaus gute Gründe, sich selbständig zu machen, die für Jüngere kaum eine Rolle spielen dürften: ihre Erfahrungen weiterzugeben und ihr berufliches Wissen nicht brachliegen zu lassen. In diesem Sinne engagieren sich laut RKW ältere Gründer häufig als soziale Unternehmer und verfolgen mit ihren Gründungsprojekten nicht nur ökonomische, sondern auch gesellschaftliche und humanitäre Ziele.

Konkrete Geschäftsidee umsetzen

Eine Gründung bedeutet für ältere Gründerinnen und Gründer oftmals auch die Chance, eine seit langem erdachte Geschäftsidee in die Tat umzusetzen, neue Ziele anzusteuern und andere Lebensentwürfe zu realisieren. Der Dienstleistungsbereich scheint für viele Ältere genau die passende Branche zu sein. Am stärksten vertreten ist dabei nach Erkenntnissen des RKW die Gruppe der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Davon entfällt wiederum ein Gutteil auf Gründungen in der Unternehmensberatung. Aber auch kreative Tätigkeiten, wie beispielsweise in der Werbung, rund um das Marketing oder auch Architektur- und Ingenieurbüros, stehen hoch im Kurs.

Qualität anbieten

Diesen Blick für den Wert von fachlichem Know-how hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) 2010 auch bei älteren Hightech-Gründern festgestellt (Studie: Hightech-Gründungen in Deutschland. Zum Mythos des jungen Hightech-Gründers). Ihnen scheint es besonders wichtig zu sein, ein hochwertiges Produkt anzubieten. Jüngere Gründerinnen und Gründer hingegen richten ihr Augenmerk besonders auf die Bewerbung und das Design ihres Produkts. Laut ZEW-Folgestudie aus dem Jahr 2012 sind Hightech-Gründer die Ältesten im Branchenvergleich (ausgenommen IKT-Branche).

Selbstverwirklichung

Die Selbständigkeit ist schließlich für eine ganze Reihe von langjährigen Angestellten eine neue berufliche Herausforderung im „Ruhestand“. Dies gilt vor allem für diejenigen Gründerinnen und Gründer, die aufgrund guter Berufs- und Branchenkenntnisse und ihres hohen Bildungsgrads besonders gute Erfolgschancen haben. Dazu zählen auch Frauen mittleren Alters, die professionell in ihren aktuellen Beschäftigungsverhältnissen keine weiteren Aufstiegschancen sehen.

Einkommen oder Rente aufbessern

Arbeitslose Gründerinnen und Gründer, aber auch Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger haben durch das (zeitweilige) Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess oftmals nur sehr geringe Rentenansprüche. Ihnen dient die Selbständigkeit auch als Einkommensbrücke bis zur Rente. Oder, wenn sie bereits in Rente sind, als Möglichkeit für einen Dazuverdienst.  

Ausweg aus (drohender) Arbeitslosigkeit

Für Ältere, die seit längerem arbeitslos sind und nicht mehr darauf hoffen, wieder eine angemessene Beschäftigung als Angestellte zu finden, ist der Schritt in die Selbständigkeit die Chance, ins Arbeitsleben zurückzukehren.

Wiedereinstieg in das Berufsleben

Zu den älteren Gründerinnen zählen zudem Frauen, die nach einer langen Familienpause keinen Angestelltenjob mehr finden und sich selbständig machen, um den Weg zurück ins Arbeits- und Sozialleben zu finden.

(Quelle: GründerZeiten 19, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: ©-senoldo – Fotolia.com)

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