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Krise – Drohende Zahlungsunfähigkeit: Liquiditätskrise

GeldwäscheEine Liquiditätskrise ist nicht mehr zu übersehen. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer erkennen diese allerdings erst in dieser fortgeschrittenen Krisenlage und wagen erst jetzt, von einer Krise zu sprechen. Dabei befinden sie sich bereits im letzten Stadium der Krisenentwicklung. Umsätze und Gewinne gehen rapide zurück, Rechnungen können nicht mehr fristgerecht bezahlt werden, Mahnungen stapeln sich, der Kontokorrentkredit ist dauerhaft ausgereizt, Bank oder Sparkasse geben keine weiteren Kredite mehr, Lieferanten liefern nur noch gegen Vorauskasse.

Hinweis: Die Krankenkassen (als Inkassostellen für die Beiträge zur Sozialversicherung) stellen bei ausbleibenden Zahlungen von sich aus einen Antrag auf Eröffnung eines Unternehmensinsolvenzverfahrens.

Tipp: Es hilft wenig, wenn man sich in dieser Phase mühsam ins Ziel rettet und um eine Insolvenz herumkommt. Ohne eine strategische Neu-Ausrichtung des Unternehmens (als Konsequenz aus der frühen Strategiekrise) wird es kaum gehen.

Signale für eine Liquiditätskrise

Kunden

  • Sie verlieren viele Stammkunden (25 Prozent und mehr).
  • Sie haben hohe Außenstände (mehr als 10 Prozent des Umsatzes).
  • Kundenbeschwerden häufen sich.

Absatz

  • Der Absatz geht stark zurück (25 Prozent und mehr).
  • Sie können häufiger Liefertermine nicht einhalten. Lieferanten
  • Mahnungen von Lieferanten häufen sich.
  • Lieferanten liefern nur noch gegen Vorkasse.

Bank

  • Es gibt häufiger Ärger mit der Bank.
  • Die Bank erhöht die Zinsen für Kredite.
  • Die Bank verlangt mehr Sicherheiten für (laufende) Kredite.

Produktion/Leistung

  • Die Produktionsanlagen des Unternehmens sind kaum noch ausgelastet.

Personal

  • Sie müssen Kurzarbeit einführen.
  • Sie können Löhne und Gehälter nicht mehr zahlen.

Finanzen

  • Der Gewinn geht stark zurück (25 Prozent und mehr).
  • Sie können Rechnungen nicht mehr termingerecht bezahlen.
  • Sie überziehen immer wieder Ihre Kontokorrent-Kreditlinie.
  • Sie sind mit der Rückzahlung von Krediten im Rückstand.
  • Es drohen Pfändungen wegen unbezahlter Forderungen.

Controlling

  • Sie können Ihren Steuerberater nicht mehr bezahlen.
  • Es gibt keine aktuellen Betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA) durch den Steuerberater mehr.

Insolvenzabwehr: Zehn Wege aus der Liquiditätskrise

Eine Liquiditätskrise zu meistern, bedeutet in erster Linie, die Zahlungsfähigkeit des betroffenen Unternehmens zu erhalten. Dies ist aber in der Regel nur möglich durch einen offenen und vertrauensbildenden Austausch mit denjenigen, die auf Zahlungen warten: allen voran Lieferanten, Bank oder Sparkasse, Finanzamt.

  1. Kassensturz machen – Wie viel Geld ist in Kasse und auf Konten vorhanden?
  2. Prioritätenliste erstellen – Welche privaten und beruflichen Verbindlichkeiten sind wann fällig?
  3. Bareinlage aus eigenen Mitteln, privaten Kreditrahmen ausschöpfen.
  4. Sonderverkauf, Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Vermögensteilen, „frisches“ Beteiligungskapital besorgen.
  5. Einholen von Forderungen, Inkasso-Unternehmen beauftragen.
  6. Offene Gespräche mit Bank, Sparkasse und Lieferanten führen und dabei Vertrauen stärken.
  7. Stundung von Verbindlichkeiten (Bank, Sparkasse und Lieferanten, Krankenkasse, Finanzamt).
  8. Finanzamt: Vorauszahlungen herabsetzen.
  9. Kontokorrentkredite in langfristige Darlehen umwandeln.
  10. Kreditvolumen erhöhen.

(Quelle: GründerZeiten 13, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: 60713116.jpg_Original.jpg)

Ein Gedanke zu “Krise – Drohende Zahlungsunfähigkeit: Liquiditätskrise

  1. Für einen Gläubiger ist es eine äußerst schwierige und zugleich gefährliche Abwägung, seinem zahlungs(un)fähigen Schuldner mittels Stundungen etc. zu helfen.
    Pfiffige Insolvenzverwalter gehen vermehrt dazu über, derlei Zahlungen über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren zurückzufordern, indem sie diese anfechten. Da gerät der gutwillige Lieferant schnell in eine böse Falle.

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