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Krise – Hohe Kosten, geringe Erträge: Erfolgskrise

GeldEine Erfolgskrise ist schon deutlich zu erkennen. Kein Unternehmen, das eine regelmäßige Betriebswirtschaftliche Auswertung macht (oder vom Steuerberater machen lässt), kann die Gewitterwolken übersehen, die aufziehen: Die gesteckten Ergebnisziele werden immer wieder verfehlt, die Zahl der Aufträge geht zurück, Umsätze und Gewinne sinken, die Kosten sind erdrückend. Die bedrohliche Lage bleibt übrigens auch meist den Mitarbeitern nicht lange verborgen: Betriebsklima und Arbeitsmotivation leiden darunter. Häufig werden von der Unternehmensleitung die negativen Entwicklungen als vorübergehendes Phänomen gesehen, sodass sie am Kurs des Unternehmens weiter festhält.

Werden notwendige Maßnahmen gegen die Krise weiter verschleppt, wird eine erfolgreiche Überwindung der Krise immer schwieriger. Ernst wird es spätestens dann, wenn die Schulden weiter steigen und gleichzeitig kein Geld für notwendige Veränderungen mehr ausgegeben werden kann. Denn: Die strategische Neu-Ausrichtung des Unternehmens steht in aller Regel nach wie vor an. Mit einigen kosmetischen Korrekturen zur Eindämmung der Erfolgskrise ist es selten getan. Wer sich damit begnügt, behält den falschen Kurs mit neuem Schwung bei. Die Symptome der Erfolgskrise verschwinden für einige Zeit, kommen aber bald wieder zum Vorschein. Hinzu kommt, dass in dieser Phase Bank oder Sparkasse nicht selten zum Gespräch bitten, um zu erfahren, ob das Unternehmen offene Rechnungen noch fristgerecht bezahlen und laufende Kredite bedienen kann. Krisenbewältigung ohne die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Hausbank geht kaum.

Signale für eine Erfolgskrise

Kunden

  • Sie verlieren einige Stammkunden.
  • Sie haben deutliche Außenstände.
  • Kundenbeschwerden häufen sich.
  • (Unzufriedene) Kunden lassen sich auf einmal viel Zeit mit der Bezahlung (über 90 Tage).

Absatz

  • Der Absatz geht erkennbar zurück.
  • Unverkaufte Bestände wachsen an.
  • Sie können zuweilen Liefertermine nicht einhalten.

Produktion

  • Die Kapazitäten Ihrer Produktion sind nicht immer ausgelastet.
  • Die Qualität von Produkten oder Dienstleistungen lässt erkennbar nach.
  • Der Service lässt erkennbar nach.

Finanzen

  • Der Umsatz geht erkennbar zurück.
  • Die Gewinne gehen deutlich zurück.
  • Die Ausgaben Ihres Unternehmens übersteigen die Einnahmen.
  • Sie überziehen immer wieder Ihre Kontokorrent-Kreditlinie.
  • Die Liquidität des Unternehmens ist dennoch meist gesichert.
  • Die Bank fragt nach erwarteten Zahlungseingängen (Rückführung der Überziehung).

Personal

  • Das Betriebsklima ist schlecht.
  • Die Mitarbeiter sind demotiviert.
  • Es gibt eine deutliche erhöhte Fluktuation in der Belegschaft.
  • Qualifizierte Mitarbeiter kündigen.
  • Das Personal ist schlecht ausgelastet (es gibt wenig zu tun).

Sanierung: Zehn Wege aus der Erfolgskrise

Als Krisenmanagement reicht nun nicht mehr aus, etwa Produkte oder Dienstleistungen weiterzuentwickeln. Vielmehr ist eine drastische Kursänderung angesagt: ein so genannter Turnaround. Dabei sind vor allem Sanierungsmaßnahmen fällig, die die Kosten senken, die betrieblichen Abläufe effektiver gestalten und die Erträge erhöhen.

  1. Kosten überprüfen – Wo sind Kostenfresser?
  2. Kosten senken (z. B. durch Einkaufskooperationen, Verminderung der betrieblichen Kosten wie Firmenwagen, ausgelagerte Buchhaltung im Unternehmen selbst durchführen).
  3. Gemeinsam mit Mitarbeitern Mängellisten erstellen (Verluste z. B. durch Hierarchie, Bürokratie, Doppelarbeiten).
  4. Straffung der Organisation: „Keep it simple and flexible“.
  5. Outsourcing von Geschäftsfeldern, die viel Aufwand und wenig Gewinn machen.
  6. Aggressives Marketingkonzept entwickeln, um in den angestammten Geschäftsfeldern erfolgreich sein zu können.
  7. Radikaler Preiskampf (Preise senken).
  8. Konsequenter Qualitätswettbewerb (Qualität erhöhen).
  9. Produkt- und Angebotspalette an die Markterwartungen anpassen.
  10. Neue Produktionsverfahren einführen (effektiver, kostengünstiger).

(Quelle: GründerZeiten 13, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: © matttilda – Fotolia.com)

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