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Der richtige Name fürs Unternehmen

emotionenKleingewerbetreibende

Sie können eine Fantasie-, Branchen- oder Tätigkeitsbezeichnung für ihr Geschäft führen. Die Industrie- und Handelskammern empfehlen allerdings, stets mit dem Vor- und Nachnamen aufzutreten, auch wenn dazu keine gesetzliche Verpflichtung besteht. Im Geschäftsverkehr (auf Briefen, Rechnungen, im Impressum o. ä.) muss in jedem Fall neben der Geschäftsbezeichnung oder am Seitenende der Vor- und Nachname und eine ladungsfähige Anschrift angegeben werden. Bei Kommunikation und Handel im Internet sind zudem § 5 und § 6 des Telemediengesetzes zu beachten.

Der Namenszusatz darf nicht irreführend sein. Vor allem muss er stimmen. Wer nur eine kleine handwerkliche Produktion vorhält, darf sich nicht als „Fabrik“ bezeichnen. Auch darf nicht der Eindruck entstehen, dass Ihr Unternehmen im Handelsregister eingetragen ist oder eine andere Rechtsform hat. Eine „Firma“ bezieht sich zum Beispiel nur auf Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind. Eine „AG“ wiederum gilt ausschließlich als Kürzel für eine Aktiengesellschaft. Schon die Endung „…ag“ kann auf eine Aktiengesellschaft schließen lassen (z. B. „xyzag“). Auch die Aufnahme des Ortsnamens oder gar von Zusätzen wie „Deutsche“ oder „Europäische“ kann im Einzelfall den falschen Eindruck erwecken, dass Ihr Geschäft eine besondere Bedeutung an dem genannten Ort oder in der Region hat.

Alle Regelungen dazu, wie Dienstleistungserbringer im allgemeinen Geschäftsverkehr auftreten müssen, finden Sie in § 2 Abs. 1 der Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung.

Beispiele für Unternehmensbezeichnungen:

  • Peter Mohr, Zeitungen
  • 2rad-Kurier, Anna Kirch
  • Vierbeiner & Co., Hundeschule Hannes Klein

Freiberufler

Für Freiberufler gelten weitestgehend auch die Bestimmungen für Kleingewerbetreibende bei der Unternehmensbezeichnung. Allerdings brauchen sie nicht mit ihrem Vor- und Zunamen aufzutreten. Es reicht der Familienname. Zusätze wie Branchenbezeichnungen und Fantasienamen sind ebenfalls unter den oben genannten Bedingungen erlaubt.

Um keine Missverständnisse zwischen einer gewerblichen und freiberuflichen Tätigkeit aufkommen zu lassen, sollten Freiberufler, wenn sie eine zusätzliche Berufs- bzw. Branchenbezeichnung aufnehmen, darauf achten, dass diese tatsächlich einem freien Beruf entspricht. Andernfalls könnte das Finanzamt auf die Idee kommen, die Tätigkeit nachträglich als gewerblich einzustufen. Zwar kommt es letztlich nicht auf die Unternehmensbezeichnung, sondern auf die tatsächliche Tätigkeit an. Bei „richtiger“ Namenswahl kann man sich aber zeitaufwendige Diskussionen mit dem Finanzamt ersparen.

Beispiele für freiberufliche Unternehmensbezeichnungen:

  • Karl Müller, Steuerberater
  • Meier, ABC-Presse + TV
  • Topentwurf, dipl. ing. michael schulz, architekt

Bei der – ausschließlich Freiberuflern vorbehaltenen – Rechtsform der Partnerschaftsgesellschaft (PartG) gelten hinsichtlich des Namens dieselben Bestimmungen wie bei der GbR (s. S.12). Die PartG darf aber als einzige Rechtsform den Zusatz „und Partner“, „Partnerschaft“ oder „Partners“ im Namen mitführen.

Gesellschaft bürgerlichen Rechts, GbR (BGB-Gesellschaft)

Auch eine GbR tritt im Geschäftsverkehr mit den bürgerlichen Vor- und Zunamen ihrer Gesellschafter auf. Neben den Namen dürfen auch Branchenbezeichnungen verwendet werden. Auch können Etablissement- oder Geschäftsbezeichnungen und sogar Fantasiebezeichnungen genutzt werden. Häufig wird auch der Zusatz „GbR“ verwendet.

Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind

Da Sie im Handelsregister bereits wichtige Informationen über Ihr Unternehmen geben, haben Sie bei der Unternehmens- bzw. Firmenbezeichnung (weitestgehend) freie Wahl: Sie können eine Personen-, Sach- oder Fantasiefirma wählen. Als Firma bzw. Name können Sie also Müller & Schulz OHG, Sportausrüstung e.K. oder Aurora Kfm. wählen. Daneben ist auch eine Kombination zulässig. Als Einzelkaufmann müssen Sie allerdings einen entsprechenden Zusatz wie e.K. oder e.Kfm. hinzufügen.

Beispiele für Namen bzw. Firmen:

  • Sachfirma: Medico Gesellschaft für Medizintechnik mbh
  • Namensfirma: Maria Meister e. K., Kaiser und Bauer OHG
  • Fantasiefirma: Sisyphos UG (haftungsbeschränkt)

Genannt werden muss in jedem Fall die Rechtsform, um die Haftungsverhältnisse deutlich zu machen. Beispiel: „e.K.“ für eingetragener Kaufmann, GmbH, UG (haftungsbeschränkt), OHG, KG oder AG oder auch GmbH & Co. KG.

Unternehmensnamen schützen

Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind, genießen damit einen gewissen Schutz ihres Namens in ihrem Handelsregisterbezirk. Ein „Newcomer“ darf den entsprechenden Namen zur Eintragung in das Handelsregister nicht wählen. Geprüft wird dies im Regelfall durch die IHK auf Anfrage des Registergerichts.

Wollen Sie den Namenszusatz Ihres Unternehmens intensiver schützen, kommt eine Markeneintragung beim Deutschen Patent- und Markenamt in München infrage.

Rechte Dritter beachten

Ein Unternehmensname kann umgekehrt in die Rechte Dritter eingreifen, wenn er identische oder verwechselbare Kennzeichen eines bereits bestehenden Namens aufweist.

Eine frühzeitige firmen- oder markenrechtliche Beratung ist daher ratsam. Eine Ausnahme gilt bei der Verwendung des bürgerlichen Namens: Er darf immer verwendet werden.

(Quelle: GründerZeiten 11, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: © MH – Fotolia.com)

Ein Gedanke zu “Der richtige Name fürs Unternehmen

  1. Man sollte vor einer Unternehmensgründung auf jeden Fall zunächst einen Blick ins Handelsregister werfen, was mittlerweile auch bequem online getan werden kann. Nach diesem ersten einfachen Schritt kann man schon einmal feststellen, ob der gewünschte Name vergeben ist oder nicht. Die hier empfohlene Rechtsberatung ist in der Tat ebenfalls sehr wichtig, um mögliche Abmahnungen zu verhindern und somit Zeit und Geld zu sparen.

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