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Gründungsfinanzierung – Geld und Know-how

KooperationBei Gründungen ist es – anders als bei erfolgreichen Unternehmen – schwierig, die Erfolgschancen vor allem eines neuen Produktes oder eines neuen Verfahrens sicher zu beurteilen. Banken und Sparkassen lehnen Kredite für das Startkapital oftmals ab, weil sie die gewünschten Sicherheiten vermissen. Hier können Beteiligungsgesellschaften oder private Geldgeber einspringen. Sie geben Beteiligungskapital ohne die banküblichen Sicherheiten. Beteiligungskapital ist dabei nichts anderes als Eigenkapital, das dem Unternehmen von Beteiligungsgesellschaften oder außenstehenden Privatpersonen für eine bestimmte Zeit zur Verfügung gestellt wird.

Für wen kommt Beteiligungskapital infrage?

Beteiligungskapital wird meist mit technologieorientierten Gründungen in Verbindung gebracht. Es stimmt zwar, dass technologieorientierte, innovative Unternehmen für viele Investoren besonders interessant sind. Aber auch viele andere mittelständische Unternehmen könnten Beteiligungskapital gut gebrauchen: z. B. zur Finanzierung größerer Investitionen wie Immobilien, Maschinen und Geräte.

Wer gibt Beteiligungskapital?

Beteiligungsgesellschaften: Es gibt in Deutschland rund 250 Beteiligungsgesellschaften.

Mittelständische Beteiligungsgesellschaften: Sie wurden als Selbsthilfeeinrichtungen der Wirtschaft gegründet. Es gibt sie in jedem Bundesland. In der Regel investieren sie Beteiligungssummen ab 100.000 Euro in Form von stillen Beteiligungen, viele bieten aber Sonderprogramme für Existenzgründer mit verbilligten Konditionen bereits ab 20.000 Euro an. Außerdem fordern sie keine Teilnahme am Zuwachs des Unternehmenswerts. Zum Ende der Beteiligungsphase ist die Beteiligungssumme lediglich zum Nominalwert (= ursprüngliche Beteiligungssumme) „fällig“. –

Private Beteiligungsgesellschaften: Die meisten Beteiligungsgesellschaften sind private Gesellschaften, die eine angemessene Rendite erwarten. Sie trennen sich nach durchschnittlich vier bis sieben Jahren vom Unternehmen, über einen Verkauf oder einen Börsengang. Die Beteiligungssumme liegt in der Regel über eine Million Euro. Kontakt: Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK): www.bvkap.de

Venture-Capital-Gesellschaften (VC-Gesellschaften): Wenn das Gründungskonzept zwar riskant ist, aber auch überdurchschnittliche Chancen birgt, so kommen auch sogenannte Venture-Capital-Gesellschaften von Banken und Industrieunternehmen sowie private Finanziers (auch aus dem Ausland) in Betracht. Ihr Vorteil liegt in ihrer hohen Finanzierungskompetenz und Finanzkraft: wichtige Eigenschaften, um zukünftige Finan-zierungsrunden, die beim Unternehmenswachstum auftreten, mitzutragen. Außerdem unterstützen sie den Unternehmer bei allen wichtigen Entscheidungen. Sie übernehmen Beteiligungen ab ca. 500.000 Euro.

Business Angels: Business Angels sind gestandene Manager oder Unternehmer. Sie stellen jungen Unternehmen nicht nur ihr Kapital, sondern auch ihr Know-how und ihr Kontaktnetzwerk mit Unternehmen zur Verfügung. Sie steigen in der Frühphase ein, vermitteln Kontakte zu Geschäftspartnern und stehen für alle betriebswirtschaftlichen Fragen zur Verfügung, ohne am operativen Geschäft teilzunehmen. Business Angels verlassen nach einer vereinbarten Frist von vier bis sechs Jahren das Unternehmen. Sie bieten in der Regel Minderheitenbeteiligungen von 25.000 Euro bis zu 1,5 Mio. Euro an.

(Quelle: GründerZeiten 6, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: © apops – Fotolia.com)

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