Drucken

Gründungsfinanzierung – Förderkredite

Der Bund sowie das ERP-Sondervermögen, die Länder und die EU unterstützen den Start in die unternehmerische Selbständigkeit durch Förderprogramme. Dabei handelt es sich meistens um Kredite. Typisch für öffentliche Förderkredite sind u. a. günstige Zinsen, lange Laufzeiten und häufig eine rückzahlungsfreie Anlaufphase, bis man mit der Tilgung beginnen muss. So hat man Zeit, erst einmal in Ruhe „Geld zu verdienen“.

ERP-Gründerkredit – StartGeld

Zweck: Für Investitionen und Betriebsmittel. Gefördert wird auch eine Gründung im Nebenerwerb, wenn das Unternehmen mittelfristig auf den Vollerwerb ausgerichtet ist. Außerdem finanziert der ERP-Gründerkredit – StartGeld nach einem unternehmerischen Scheitern auch erneute Gründungen.

Frist: Eine Antragstellung ist bis zu einem Unternehmensalter von fünf Jahren möglich.

Höchstbetrag: 100.000 Euro. Ist der Finanzierungsbedarf höher, kommt der ERP-Gründerkredit – Universell infrage.

Sicherheiten: Sind Eigenkapital und „bankübliche“ Sicherheiten (z. B. Hypotheken, Lebensversicherungen), vorhanden, erwartet die Hausbank in der Regel, dass sie auch zur Absicherung des Darlehens „verpfändet“ werden. Allerdings kann ein Kredit auch dann bewilligt werden, wenn diese nicht ausreichen, da die KfW Bankengruppe der Hausbank 80 Prozent von deren Haftung abnimmt.

Zinssatz: Der Zinssatz ist fest.

Antragstellung: Der ERP-Gründerkredit – StartGeld muss vor Beginn des Vorhabens beantragt werden. Der Antrag an die KfW Bankengruppe muss über die Hausbank (Bank oder Sparkasse) gestellt werden.

ERP-Gründerkredit – Universell

Zweck: Für Investitionen und Betriebsmittel.

Frist: Eine Antragstellung ist bis zu einem Unternehmensalter von fünf Jahren möglich.

Höchstbetrag: 25 Millionen Euro je Vorhaben.

Sicherheiten: Bankübliche Sicherheiten sind notwendig.

Zinssatz: Er orientiert sich an der Bonität und den Sicherheiten des Antragstellers.

Antragstellung: s. o.

ERP-Kapital für Gründung (Kredit)

Zweck: Aufstockung der eigenen finanziellen Mittel (Eigenkapital) bis zu einer Quote von 45 Prozent (in den alten Bundesländern) bzw. 50 Prozent (in den neuen Bundesländern und Berlin) der förderfähigen Kosten. Für: Investitionen (z. B. Grundstücks-und Gebäudekosten, Kosten für Betriebs-und Geschäftsausstattung) und branchenübliche Markterschließungsaufwendungen. Auch die erste Beschaffung bzw. Aufstockung des Warenlagers kann mitfinanziert werden.

Frist: Eine Antragstellung ist bis zu einem Unternehmensalter von drei Jahren möglich.

Höchstbetrag: 500.000 Euro.

Sicherheiten: Bankübliche Sicherheiten sind nicht notwendig.

Zinssatz: Der Zinssatz ist in den ersten zehn Jahren der Laufzeit aus Mitteln des ERP-Sondervermögens vergünstigt.

Antragstellung: s. o.

Besonderheiten: Das „ERP-Kapital für Gründung“ wird – rein „bankentechnisch“ – dem Eigenkapital des Unternehmens zugerechnet. Damit fällt es ihm leichter, weitere Kredite zu erhalten. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Nachrangdarlehen. Damit ist gemeint: Die KfW, die der Hausbank das ERP-Kapital leiht, damit diese es wiederum an Gründerinnen und Gründer ausreichen kann, steht für den Fall der Fälle in der Reihe der Gläubiger ganz hinten. Für das Nachrangdarlehen trägt die Bank damit kein Risiko. Ihr wird dadurch die Entscheidung, dem Kreditantrag zuzustimmen, leichter gemacht.

(Quelle: GründerZeiten 6, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: © ArVis – Fotolia.com)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Hinweis:
Bitte beachten Sie unsere Blogregeln. Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihres Kommentars. Je nach Inhalt behalten wir uns vor, von einer Veröffentlichung abzusehen. Mit dem Absenden Ihres Kommentars stimmen Sie der Veröffentlichung auf dieser Website zu. Auf Wunsch des Absenders können Kommentare auch wieder gelöscht werden. Bitte senden Sie in diesem Fall eine E-Mail an den Administrator.