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Berufsunfähigkeitsversicherung: Wichtiger Schutz für Existenzgründer

GeldwäscheWer sein eigenes Unternehmen gründet, ist meist schon nach kurzer Anlaufphase darauf angewiesen, von den Gewinnen aus dem Unternehmen zu leben. Was aber, wenn ein Gründer so krank wird, dass er selbst nicht mehr im Unternehmen arbeiten kann?

Im besten Fall läuft die eigene Firma so gut, dass sie trotzdem den Lebensunterhalt sicherstellt – bis das aber so weit ist, vergehen oft Jahre und es muss anderweitig Vorsorge getroffen werden – mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie zahlt die vereinbarte Rente, wenn der Gründer aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr in seinem Unternehmen tätig sein kann und er keinen Gewinn mehr erzielen oder abschöpfen kann.

BU kein Thema? Von wegen!

Gerade Gründer mit schmalem Budget winken beim Thema Berufsunfähigkeitsschutz ab und sehen sich nicht betroffen. Tatsache ist aber: Berufsunfähigkeit kann jeden treffen. Den Möbelmacher wie den Steuerberater, den IT-Experten wie den Gastronom – gefeit ist niemand davor, wenn die Gesundheit nicht mehr mitspielt, denn die Gründe für eine Berufsunfähigkeit sind vielfältig.

Mit knapp einem Drittel aller Fälle sind Nervenleiden und psychische Erkrankungen mittlerweile die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit, gefolgt von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates in etwa 21 Prozent. 15 von 100 Erkrankten haben ein Krebsleiden, etwa jeder Dreizehnte laboriert an einer der zahlreichen Erkrankungen des Herzens und Kreislaufs und in jedem sechsten Fall sind andere Krankheiten der Grund – nur 9,4% sind auf Unfälle zurückzuführen.

Berufsunfähig – und was dann?

Wer immer noch nicht überzeugt ist, muss nur einmal das Szenario durchspielen, das eine längere Krankheit mit sich bringt: Die Ersparnisse sind eh schon durch die Gründung strapaziert, bei längerer Krankheit können die Kunden nicht mehr wie geplant beliefert werden, Umsätze fallen weg oder reduzieren sich, während die Kosten weiterlaufen. Die Folge: Das Geld wird knapp und knapper. Mit der Erwerbsminderungsrente vom Staat haben viele Gründer nichts oder nur geringe Leistungen zu erwarten, nur eine private Berufsunfähigkeitsversicherung verschafft dem Gründer den finanziellen Spielraum, gesund zu werden, ohne auf Einnahmen aus dem eigenen Unternehmen angewiesen zu sein.

Die Suche nach der „richtigen“ Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer sich als Gründer auf die Suche nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung macht, wird vor allem auf die Höhe des Beitrages achten – verständlich. Allerdings sollten auch die Leistungen „stimmen“ und auf die zukünftige Position als Unternehmer abgestimmt sein. Wichtig ist dabei zum Beispiel die Klausel zur Umorganisation: Damit wird geregelt, dass Gründer dann keine Rente bekommen, wenn sie zwar berufsunfähig sind, ihr Unternehmen aber so umorganisieren können, dass sie dennoch weiter in ihm arbeiten können, indem sie etwa nur noch organisatorische Fähigkeiten übernehmen.

Tipp: Viele Versicherer wie die Allianz oder die Alte Leipziger verzichten ganz oder unter bestimmten Voraussetzungen auf eine Pflicht zur Umorganisation – um die richtige Berufsunfähigkeitsversicherung mit den wichtigen Vertragsklauseln für Existenzgründer zu finden, ist eine Beratung absolute Pflicht.

Wenn gute Anbieter für eine Gründer-Berufsunfähigkeitsversicherung gefunden sind, lässt sich oft auch der Beitrag senken: Entweder greifen Gründer auf Startertarife zurück, die in den ersten Jahren Rabatte auf den Beitrag geben. Oder die Berufsunfähigkeitsrente wird erst einmal etwas geringer gewählt – verbunden mit einer Police, die im Rahmen der Nachversicherungsgarantie während der Vertragslaufzeit eine Rentenerhöhung ermöglicht.

Vertragsabschluss: Vorsicht, Falle!

Liegt der Vertrag dem Gründer dann quasi unterschriftsreif vor, sollte er genau auf die Gesundheitsfragen achten: Sie wahrheitsgemäß auszufüllen, ist oberste Gründer-Pflicht beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung. Man sollte immer die eigene Krankengeschichte exakt aufarbeiten und sehr detailliert wiedergeben – die eigene Krankenkasse oder private Krankenversicherung kann hier helfen, vergessene Erkrankungen zu erinnern.

Tipp: Ein guter Berater wird helfen, die Krankengeschichte akkurat aufzuarbeiten. Drängen Berater dazu, auf einzelne Erkrankungen nicht einzugehen („Das müssen Sie nicht angeben“), ist Vorsicht geboten – am Ende zahlt der Existenzgründer für diesen Rat, wenn die Berufsunfähigkeitsrente nicht ausgezahlt wird.

(Gastbeitrag von Oliver Mest, Ressort Vorsorge, 1averbraucherportal.de)
(Bildnachweis: ©-Berchtesgaden – Fotolia.com)

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