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Soziales Unternehmertum – Zehn Arten möglicher Geschäftsmodelle

CaféBei der Gründungsberatung von Sozialunternehmen unterscheidet das Social Impact Lab Berlin zehn verschiedene Arten von Geschäftsmodellen für Sozialunternehmen. Jede Art steht für eine bestimmte Art, sozialen Nutzen zu schaffen, und folgt dabei einem konzeptionellen Kerngedanken. Und zu jedem Kerngedanken gibt es einige Leitfragen, über die man einem konkreten Geschäftsmodell auf die Spur kommen kann.

  1. Stärke statt Schwäche

Konzeptioneller Kerngedanke: Kompetenzen von Benachteiligten für Dienstleistungen nutzen. Leitfragen:

  • Welche besondere Kompetenz hat die Zielgruppe (fast alle Menschen haben irgendeine besondere Kompetenz)?
  • Wie lässt sich diese Kompetenz am Markt nutzen bzw. verkaufen?
  1. Fachkräfte für Bildung

Konzeptioneller Kerngedanke: Bildung für Benachteiligte mit Mentoren oder Ehrenamtlichen anbieten. Leitfragen:

  • Welche Bildungsdefizite hat die Zielgruppe?
  • Welches soziale Problem ergibt sich daraus?
  • Welche „Nachhilfe“ ist erforderlich, um die Bildungsdefizite auszugleichen?
  • Wie genau kann diese „Nachhilfe“ organisiert sein?
  1. Social Business

Konzeptioneller Kerngedanke: Beschäftigungsbetriebe für Benachteiligte mit einfachen Produkten oder Dienstleistungen gründen. Leitfragen:

  • Welche Produktproduktion oder Dienstleistung ist mit der Zielgruppe leistbar?
  • Welche Qualität müssen Produkt oder Dienstleistung haben?
  • Wie kann man die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür fortbilden und professionalisieren?
  1. Werteökonomie

Konzeptioneller Kerngedanke: Im unternehmerischen Alltag soziale Werte vertreten. Leitfragen:

  • Welche Prozesse im Unternehmen (z. B. Einkauf, Produktion, Vertrieb) sind untrennbar mit welchen sozialen oder ökologischen Herausforderungen verknüpft (z. B. umweltfreundliche Rohstoffe, keine Kinderarbeit, fairer Handel)?
  • Welche Werte vertritt das Unternehmen nach innen? Wie lässt sich die Wertehaltung nach außen vermitteln?
  1. Querfinanzierung

Konzeptioneller Kerngedanke: Gewinnmargen von Produktverkäufen (z. B. in der EU) für soziale Problemlösungen (z. B. in Afrika) einsetzen. Leitfragen:

  • Wo werden welche hochwertigen Produkte hergestellt, die sich auf dem heimischen Markt nicht oder nur schlecht, auf dem EU-Markt dennoch hochpreisig und/oder in großer Menge verkaufen lassen?
  • Wem und wie muss man sie auf dem EU-Markt dafür anbieten?
  • Wofür werden die Gewinne verwendet?
  1. Upcycling

Konzeptioneller Kerngedanke: Abfallprodukte wieder nutzbar machen. Leitfragen:

  • Ist ein vermeintliches Abfallprodukt tatsächlich schon Müll und damit am Ende der Wertschöpfungskette angekommen?
  • Oder lässt es sich wiederaufbereiten?
  • Welche Abfallstoffe lassen sich für welche Zwecke neu nutzen?
  1. Ressourcensharing

Konzeptioneller Kerngedanke: Gemeinsame Nutzung von Gegenständen makeln. Leitfragen:

  • Welche Geräte, Apparate, Maschinen werden kaum bis selten genutzt, sind in der Anschaffung aber meist teuer?
  • Wie lassen sich moderne Technologien für eine einfache und schnelle Vermittlung, Buchung und Bezahlung einsetzen (z. B. Apps)?
  1. Nachhaltige Produktion

Konzeptioneller Kerngedanke: Produkte ökologisch und fair herstellen. Leitfragen:

  • Welche (Standard-)Produkte lassen sich auch ökologisch und fair herstellen?
  • Welche Materialien und Bauteile kommen dafür alternativ in Frage?
  • Wo und wie kann man diese Materialien, Rohstoffe und Bauteile beschaffen? Welche Produktionsprozesse müssen verändert wer-den?
  1. Nachhaltiger Handel

Konzeptioneller Kerngedanke: Mit ökologischen und fair hergestellten Produkten handeln. Leitfragen:

  • Wo und wie kann man ökologische und fair hergestellte Produkte einkaufen?
  • Wie kann man sie ökologisch und fair verkaufen?

10.Nachhaltige Logistik

Konzeptioneller Kerngedanke: Umweltfreundliche Transportdienstleistungen anbieten. Leitfragen:

  • Wie lassen sich Transportsendungen vor allem in staugeplagten Städten schnell und umweltfreundlich transportieren?
  • Wie kann man auch größere, dennoch überschaubare Lasten bewältigen?
  • Welche Branchen haben womöglich tagtäglich mit solchen Transporten zu tun?
  • Wie lässt sich der Personenindividualverkehr reduzieren?

(Quelle: GründerZeiten 27, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: ©-Eva-Lemonenko – Fotolia.com)

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