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Soziales Unternehmertum – Geschäftsideen entwickeln, Teil II

green house sheltering a young bambooLösungsweg und Geschäftsmodell finden

Wenn Sie nun wissen, wie genau Sie „Ihre“ gesellschaftliche Herausforderung angehen können, wird es spannend: Wie können Sie den sozialen Nutzen, den Sie schaffen wollen, und eine erfolgreiche unternehmerische Marktleistung Ihres Sozialunternehmens unter einen Hut bekommen? Das bedeutet: Sie müssen jetzt Ihren Lösungsansatz zu einem Gesamtkonzept, einem Geschäftsmodell, ausbauen.

Das Geschäftsmodell ist dann rund, wenn es sowohl die gewünschte gesellschaftliche Wirkung als auch eine unternehmerische Rentabilität verspricht. Das ist nicht immer ganz einfach: Zuweilen müssen Sie dafür konzeptionell „um die Ecke denken“. Dann ist Ihre ganze Kreativität gefragt. Nutzen Sie ggf. Kreativitätstechniken (6-Hüte-Methode, Morphologischer Kasten, Szenariotechnik usw.). Hilfreich ist auch der Social Business Canvas: ein Rahmen zur kreativen Erarbeitung von sozialen Geschäftsmodellen. Diese Fragen sollten Sie dabei beantworten:

  • Welche Leistung trägt dazu bei, die gesellschaftliche Schieflage zu beheben?
  • Welches unternehmerische Angebot kann auf dem Markt Nachfrage schaffen und Gewinn erwirtschaften?
  • Wer ist der Kunde für dieses Angebot?
  • Wie sieht das Umsatz-/Vergütungsmodell aus?

Die Antworten auf diese Fragen und das damit verbundene Geschäftsmodell können das Problem direkt „bei den Hörnern packen“. Beispiel: Blinde Frauen finden nur schwer eine Anstellung. Das Unternehmen discovering hands bildet blinde Frauen zu Medizinischen Tastuntersucherinnen (MTUs) aus, die im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung eingesetzt und bezahlt werden.

Das Geschäftsmodell kann aber auch indirekt „um die Ecke“ funktionieren. Beispiel: Für soziale Projekte fehlt oft das Geld. Der komplette Gewinn des Biers „Quartiermeister“ fließt in soziale Initiativen in dem Stadtteil, in dem es angeboten und getrunken wird.

Rentabilität des Geschäftsmodells prüfen

Wie Sie die Umsätze, Kosten und die Rentabilität Ihres geplanten Sozialunternehmens berechnen können, ist in der „Der Businessplan – Die Rentabilität berechnen“ beschrieben. Die gesellschaftliche Wirkung zu messen ist schwieriger. Es gibt dafür keine einfache Formel. Das bedeutet: Sie entscheiden in vielen Fällen selbst, ob Ihnen die gesellschaftliche Wirkung ausreicht oder nicht. Der soziale Nutzen kann sich daran bemessen, wie vielen Menschen Sie mit Ihrem Unternehmen helfen konnten, wie viele geschäftliche Transaktionen zugunsten Ihrer Zielgruppe Sie zu verzeichnen haben usw.

Manchmal lässt sich der gesellschaftliche Mehrwert auch in Euro und Cent darstellen. Bei Umweltprojekten kann man dafür z. B. eingesparte Kosten zur Schadensbehebung, also sogenannte Vermeidungskosten, berechnen. Der gesellschaftliche Nutzen regenerativer Energieprojekte lässt sich anhand des Werts von CO2-Zertifikaten oder neuartige Konzepte im Gesundheitswesen durch die eingesparten Kosten des Staates oder der Krankenkassen darstellen. Um die gesellschaftliche Wirkung vergleichen zu können, wurde in Deutschland der sogenannte Social Reporting Standard (SRS) entwickelt. Diese Fragen sollten Sie beantworten:

  • Ist die unternehmerische Rentabilität ausreichend?
  • Ist die gesellschaftliche Wirkung ausreichend?

(Quelle: GründerZeiten 27, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: ©-af-photo – Fotolia.com)

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