Drucken

Existenzgründungen durch Migranten – Leitfaden

© Butch - Fotolia.com

  1. Information beschaffen

In Deutschland gibt es zahlreiche Informationsangebote zum Thema Existenzgründung. Es gibt auch viele öffentliche Stellen, die über die Herausforderungen und Anforderungen einer Existenzgründung Auskunft geben. In der Regel nutzen Gründerinnen und Gründer mit Migrationsgeschichte diese Angebote kaum. Bei Ratschlägen und Tipps verlassen sie sich mehrheitlich auf ihren Familien- und Bekanntenkreis. Diese Informationen reichen aber nicht aus.

Wichtig ist: Sammeln Sie alle Informationen, die Sie bekommen können. Verschaffen Sie sich dafür einen Überblick über die existierenden Informationsangebote. Das Existenzgründungsportal www.existenzgruender.de des BMWi stellt ein umfangreiches Informationsangebot zum Thema Gründung zur Verfügung, auch in englischer, französischer, italienischer, russischer und türkischer Sprache. Wichtige Helfer sind außerdem die Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer, die Arbeitsagentur und die Wirtschaftsförderung am Ort.

  1. Beratung nutzen

Niemand ist der geborene Unternehmer. Für viele Gründerinnen und Gründer ist Beratung der wichtigste Schritt auf dem Weg in die Selbständigkeit. Es gibt in Deutschland viele öffentliche Beratungsanbieter. Viele Migrantinnen und Migranten nehmen diese aber nicht in Anspruch. Ein Grund dafür ist, dass sie aus ihren Herkunftsländern solche Beratungseinrichtungen nicht kennen.

Wichtig ist: Nutzen Sie die meist kostenlosen öffentlichen Beratungsangebote. Die Beraterinnen und Berater helfen Ihnen z. B. dabei festzustellen, welches Know-how Sie sich noch aneignen sollten.

  1. Gesprächsverlauf vorbereiten

In Deutschland wird häufig ohne lange Umschweife der Grund eines Gespräches angesprochen. In anderen Kulturen nähert man sich dem eigentlichen geschäftlichen Thema nur langsam, mit einem längeren Smalltalk. In Deutschland kann dies dazu führen, dass Beraterinnen oder Berater abweisend reagieren.

Wichtig ist: Planen Sie die Erwartungshaltung Ihres deutschen Beraters ein. Bereiten Sie sich außerdem vor. Machen Sie sich vor dem Gespräch Gedanken über Ihre Ziele. Listen Sie mögliche Fragen auf.

  1. Behörden aufsuchen

Der Umgang mit deutschen Behörden und der deutschen Verwaltung ist nicht immer leicht. Vielleicht haben Sie im Vorfeld schlechte Erfahrungen gemacht und wollen lieber vermeiden, deren Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Oder Sie denken an die Bürokratie und Behörden aus Ihrer Heimat, die Sie als unnahbar und wenig unterstützend erlebt haben.

Wichtig ist: Überdenken Sie Ihre Beziehung zu deutschen Behörden, wenn Sie sich selbständig machen wollen. Gehen Sie nicht auf Distanz, sondern nehmen Sie deren professionelle Hilfen an. Nutzen Sie dafür auch den BMWi-Behörden- und Formularwegweiser: www.existenzgruender.de.

  1. Zeit einplanen

Viele Gründerinnen und Gründer mit Migrationsgeschichte wollen am liebsten sofort starten. Man sollte aber erst dann „loslegen“, wenn die Vorbereitungen wirklich abgeschlossen sind. Ein vollständiger Businessplan ist Voraussetzung dafür, einen Bankkredit zu bekommen.

Wichtig ist: Nehmen Sie sich Zeit. Arbeiten Sie einen Zeitplan mit festen Zeitabschnitten aus. Zu diesem Zeitplan gehören auch Terminabsprachen mit Ihrem Berater. Diese Termine sollten Sie einhalten oder bei Bedarf absagen.

  1. Verhältnis zu Kunden und Lieferanten entwickeln

In vielen Ländern der Erde ist eine gute private Beziehung unter Geschäftspartnern wichtig. Vor Verhandlungen und Geschäftsabschlüssen lernt man sich erst persönlich kennen. Nun kann das Geschäftliche beginnen.

Wichtig ist: In Deutschland werden Privates und Geschäftliches eher getrennt, auch wenn Sympathie bei Geschäften eine große Rolle spielt. Die ersten Gespräche verlaufen daher normalerweise sehr sachlich. Ein freundschaftliches und privates Verhältnis entsteht häufig erst, wenn sich die Geschäftspartner länger kennen und die Geschäfte gut laufen.

  1. Formalitäten und Gesetze beachten

Bei der Gründung eines Unternehmens muss man in Deutschland eine Reihe von Anmeldungen und Genehmigungen einholen. Es kommt vor, dass Gründerinnen oder Gründer mit Migrationsgeschichte, die damit wenig Erfahrung haben, ihr Unternehmen ohne diese Formalitäten beginnen. Wenn die Behörden erst verspätet eingeschaltet werden, kann dies die Gründung verzögern. Außerdem können Strafgelder anfallen.

Wichtig ist: Informieren Sie sich über vorgeschriebene Anmeldungen und Genehmigungen. Die Kammern kennen sich hier gut aus.

(Quelle: GründerZeiten 10, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: ©-Butch – Fotolia.com)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Hinweis:
Bitte beachten Sie unsere Blogregeln. Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihres Kommentars. Je nach Inhalt behalten wir uns vor, von einer Veröffentlichung abzusehen. Mit dem Absenden Ihres Kommentars stimmen Sie der Veröffentlichung auf dieser Website zu. Auf Wunsch des Absenders können Kommentare auch wieder gelöscht werden. Bitte senden Sie in diesem Fall eine E-Mail an den Administrator.