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Existenzgründungen durch Migranten

GeschäftsrisikoUnternehmungen von Menschen mit Migrationshintergrund werden immer wichtiger. Allein zwischen 2005 und 2009 ist die Zahl der Gründungen hier um ein Viertel gestiegen, so die BMWi- Studie „Unternehmensgründungen von Migranten und Migrantinnen“ (2011). Für das Jahr 2010 hat der Mikrozensus über 680.000 migrantische Unternehmen gezählt. Das sind immerhin etwa 15,5 Prozent aller Selbständigen insgesamt. Ohne migrantische Unternehmen geht mancherorts bei der Nahversorgung nichts mehr.

Dabei erfassen diese Zahlen nur die Gründungen von Ausländerinnen und Ausländern. Diese aber machen nur etwa die Hälfte der Menschen mit Migrationshintergrund aus. Nimmt man (wie die Bundesagentur für Arbeit) z. B. auch die Spätaussiedler oder Personen, die neben der deutschen eine weitere Staatsangehörigkeit besitzen, dazu, so gründen Migranten beinahe doppelt so häufig wie Menschen ohne Migrationsgeschichte.

Gründungsmotivation

Ein Grund für den hohen Migranten-anteil an allen Gründungen ist, dass viele von ihnen aus Ländern stammen, in denen die berufliche Selbständigkeit als berufliche Option selbstverständlicher ist als in Deutschland.

So waren Türken und Italiener lange Zeit die aktivsten Gründer. Seit dem EU-Beitritt der osteuropäischen Staaten sind vor allem Polen, Bulgaren und Rumänen die gründungsfreudigsten Zuwanderer, wie das Institut für Mittelstandsforschung Bonn in seiner Studie „Hemmnisse und Probleme bei Gründungen durch Migranten“ (2012) registriert. Die Wahrscheinlichkeit, hier im Bekannten- oder Verwandtenkreis auf unternehmerische Vorbilder zu stoßen, ist relativ groß, so der Länderbericht Deutschland 2010 des Global Entrepreneurship Monitors (GEM).

Viele Arbeitsplätze

Migrantische Unternehmensgründungen schaffen dabei viele Arbeitsplätze. Insgesamt sind laut Jahresgutachten des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen (2010) bei allen migrantischen Unternehmen rund zwei Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet damit, dass Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund im Jahr 2012 bis zu 100.000 neue Arbeitsplätze schaffen werden.

(Quelle: GründerZeiten 10, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: ©-fotokalle – Fotolia.com)

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