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Bei Ämtern und Behörden anmelden

W-Fragen, MännchenGewerbeamt

Jeder zukünftige Gewerbetreibende muss sich hier anmelden. Das gilt auch für diejenigen, die einen bestehenden Gewerbebetrieb übernehmen.

Zu tun: Gewerbeanmeldung ausfüllen

Unterlagen: Personalausweis oder Reisepass, Erlaubnis je nach Tätigkeit; für Handwerker (Handwerke mit Meisterpflicht): Nachweis über Eintragung in die Handwerksrolle

Das Gewerbeamt informiert in der Regel automatisch auch das Finanzamt, die Industrie-und Handelskammer oder Handwerkskammer, die Berufsgenossenschaft und das Statistische Landesamt. Von einer Anmeldung beim Gewerbeamt ausgenommen sind Freiberufler (z. B. Rechtsanwälte, Ärzte, Künstler) sowie Land-und Forstwirte.

Finanzamt

Das Finanzamt wird in der Regel vom Gewerbeamt über jeden Gewerbestart benachrichtigt. Als Freiberufler müssen Sie sich hier selbst anmelden, und zwar spätestens vier Wochen nach Aufnahme Ihrer Tätigkeit.

Zu tun: „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ ausfüllen

Unterlagen: keine

Sie können sich hier ganz formlos anmelden: z. B. per Brief mit Ihrem Namen und einer kurzen Beschreibung dessen, was Sie vorhaben. Das Finanzamt schickt Gewerbetreibenden und Freiberuflern dann den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ zu. Den kann man übrigens auch im Internet abrufen, am Computer ausfüllen und anschließend ans Finanzamt mailen.

Im „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ müssen Sie Angaben zu Ihrer geplanten Tätigkeit und zu Ihren erwarteten künftigen Umsätzen und Gewinnen machen. Wenn Sie ihn abgegeben haben, teilt Ihnen das Finanzamt Ihre Steuernummer zu. Es setzt auch erste Steuervorauszahlungen fest. Darum sollten Sie Ihre Umsatz-und Gewinnerwartungen nicht zu optimistisch, aber auch nicht allzu vorsichtig einschätzen. Wenn Sie nämlich zu niedrige Gewinne angeben und diese doch deutlich höher ausfallen, kommen später größere Steuernachzahlungen auf Sie zu.

Agentur für Arbeit

Für erwerbslose Gründerinnen und Gründer, die den Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit beantragen wollen, ist die Agentur für Arbeit vor Ort die erste Anlaufstelle.

Zu tun: Antrag vor der Gründung ausfüllen

Unterlagen: Nachreichen nach Gründung: Gewerbeanmeldung für Gewerbetreibende, Anzeige einer freiberuflichen Tätigkeit beim Finanzamt für Freiberufler sowie Geschäftsplan (Businessplan). Wenn Sie Arbeitnehmer beschäftigen wollen, müssen sie hier eine Betriebsnummer beantragen.

Weitere Informationen: www.arbeitsagentur.de

Berufsgenossenschaft

Die meisten Selbständigen müssen sich bei ihrer Berufsgenossenschaft anmelden und versichern. Die Berufsgenossenschaften sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Wer herausfinden will, welche Berufsgenossenschaft zuständig ist, kann dafür die Infoline der gesetzlichen Unfallversicherung anrufen. Tel.: 0800-6050404. Wer Angestellte beschäftigt, muss diese auf jeden Fall bei ihrer Berufsgenossenschaft anmelden und versichern.

Zu tun: Anmeldeformular ausfüllen

Unterlagen: keine

Weitere Informationen: www.dguv.de

Register

Eine ganze Reihe von Unternehmen muss man in die jeweils zuständigen Register eintragen.

Handelsregister für:

  • Einzelunternehmer, deren Gewerbebetrieb einen bestimmten Umfang erreicht hat oder die sich freiwillig ins Handelsregister eintragen lassen (= Kaufleute)
  • bestimmte Rechtsformen: KG, OHG, GmbH, UG (haftungsbeschränkt), GmbH & Co. KG, AG

Partnerschaftsregister:

  • für Partnerschaftsgesellschaft (PartGG)

Genossenschaftsregister:

  • für Genossenschaften

Zu tun: In aller Regel übernimmt der Notar die elektronische Eintragung in die jeweiligen Register.

Unterlagen: je nach Rechtsform notariell beurkundeter Gesellschaftsvertrag, Zulassungsurkunden oder Befähigungszeugnisse der Partner, Satzung der Genossenschaft, Nachweis über Einlagen, Geschäftsführer, Vorstand und Aufsichtsrat u.a.

Kammern

Als Gewerbetreibender werden Sie automatisch Mitglied Ihrer Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer (HWK). Für einige freie Berufe gibt es eine Pflichtmitgliedschaft in der zuständigen Berufskammer.

Rentenversicherung

Die meisten Selbständigen können ihre Altersvorsorge organisieren, wie sie wollen: durch private Vorsorge oder die gesetzliche Rentenversicherung. Bestimmte Gruppen von Selbständigen müssen aber in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sein. Hierzu gehören z. B. Handwerker, Hebammen, selbständige Lehrer und Erzieher sowie Künstler und Publizisten.

Zu tun: Erkundigen Sie sich ggf. bei den Beratungsstellen der Rentenversicherer, ob Sie zur gesetzlichen Rentenversicherung verpflichtet sind.

Unterlagen: Gewerbeanmeldung (für Gewerbetreibende) oder Bestätigung der Steuernummer durch das Finanzamt (für Freiberufler); Schätzung des voraussichtlichen Jahreseinkommens

Weitere Informationen: www.deutsche-rentenversicherung-bund.de

Künstlersozialversicherung

Selbständige Künstler und Publizisten müssen sich über die Künstlersozialversicherung rentenversichern. Dafür müssen sie sich bei der Künstlersozialkasse, der KSK, anmelden, sobald sie die ersten Einkünfte in Aussicht oder schon erwirtschaftet haben.

Zu tun: „Fragebogen zur Prüfung der Versicherungspflicht“ ausfüllen

Unterlagen: Verträge, Rechnungen, Nachweise von Zahlungseingängen

Weitere Informationen: www.kuenstlersozialkasse.de

Krankenversicherung

Selbständige müssen, wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger auch, krankenversichert sein: entweder in der gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung.

Selbständige Künstler und Publizisten müssen sich über die Künstlersozialversicherung krankenversichern. Sie leitet die Beiträge für die Kranken-und Pflegeversicherung an ihre Krankenkasse weiter.

Bequem von Zuhause

Viele Anmeldungen können Sie mittlerweile online erledigen. Die erforderlichen Formulare finden Sie auf den Internetseiten der jeweiligen Behörden vor Ort. Den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ finden Sie im Formular-Management-System des Bundesministeriums der Finanzen.

Gesetzliche Anforderungen beachten

Darüber hinaus sind einige gesetzlichen Anforderungen zu beachten: z. B. bei Lage und Ausbau der Betriebsräume. Dabei geht es um den Arbeits- und Gesundheitsschutz für die Beschäftigten, den Umweltschutz, den Denkmalschutz usw. Bei behördlichen Prüfungen kann es zu Zeitverzögerungen und Mehrkosten kommen.

(Quelle: GründerZeiten 26, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: ©-Trueffelpix – Fotolia.com)

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