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Erlaubnis oder Zulassung einholen

RechtErlaubnisfreie Gewerbe

In vielen Fällen kann man ein Gewerbe ohne besondere Erlaubnis ausüben und auch anmelden. Das Gewerbeamt bestätigt lediglich die Anmeldung, in der Regel innerhalb von drei Tagen.

Überwachungsbedürftige Gewerbe

Zu den erlaubnisfreien Gewerben zählen auch die „überwachungsbedürftigen“ Gewerbe. Dazu gehören z. B. Auskunfteien, Detekteien, Eheund Partnervermittlungen, Altmetallund Gebrauchtwarenhandel oder Reisebüros.

Zu tun: Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer IHK, ob Ihre Tätigkeit zu den „überwachungsbedürftigen“ Gewerben zählt.

Unterlagen: beim Gewerbeamt zusätzlich zur Anmeldung Nachweise zur Zuverlässigkeit einreichen: polizeiliches Führungszeugnis sowie Auszug aus dem Gewerbezentralregister

Erlaubnispflichtige Gewerbe

Für bestimmte Gewerbe ist eine besondere Erlaubnis erforderlich. Diese müssen Sie vor Beginn der Tätigkeit einholen. Dabei geht es je nach Tätigkeit um:

  • persönliche Zuverlässigkeit: Nachweis z. B. durch polizeiliches Führungszeugnis und Auszug aus dem Gewerbezentralregister
  • sachliche Voraussetzungen:
  • z. B. Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (vor allem durch Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis), Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts, Nachweis über die vorgeschriebene Lage oder den erforderlichen Zustand der Arbeitsräumlichkeiten
  • fachliche Voraussetzungen: je nach geforderter Qualifikation Nachweis
  • einer Ausbildung, eines Studiums oder der Teilnahme an einer Unterrichtung oder Weiterbildung (z. B. der IHK) mit oder ohne Prüfung

Zu tun: Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer IHK, ob Ihre Tätigkeit zu den „erlaubnispflichtigen“ Gewerben zählt.

Unterlagen: beim Gewerbeamt zusätzlich zur Anmeldung die jeweils geforderten Nachweise einreichen

Handwerk

Ein Handwerksunternehmen in den so genannten „gefahrgeneigten“ Berufen dürfen Sie nur gründen und führen, wenn Sie eine Meisterprüfung abgelegt haben oder einen Meister anstellen. Es handelt sich um Berufe, in denen durch unsachgemäße Ausübung für die Gesundheit oder das Leben von Kunden u. a. Gefahren drohen. Sie sind in der Anlage A der Handwerksordnung aufgeführt. Wer einen solchen Beruf ausübt, wird in die Handwerksrolle seines Bezirks eingetragen. Ausgenommen von der Meisterpflicht sind so genannte „zulassungsfreie Handwerke“ sowie „handwerksähnliche“ Berufe, die Sie in der Anlage B der Handwerksordnung finden. Wer in diesen Berufen arbeitet, wird im Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke und handwerksähnlichen Gewerbe erfasst.

Zu tun: Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer Handwerkskammer, welche Nachweise Sie für Ihr Handwerk benötigen. Die Eintragungen in die Handwerksrolle oder das Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke muss vor dem Gewerbestart erledigt sein.

Unterlagen: beim Gewerbeamt zusätzlich zur Anmeldung ggf. den Nachweis über die bestandene Meisterprüfung einreichen

Freiberufler

Einige Freiberufler (z. B. Journalisten, Künstler) können ihre Arbeit einfach starten. Wenn Sie allerdings Pflichtmitglied in Ihrer zuständigen Kammer sind (wie z. B. Architekten, Ärzte oder Rechtsanwälte, nicht: Ingenieure), benötigen Sie eine Berufszulassung Ihrer Kammer.

Zu tun: Antrag bei der Kammer stellen. Einige freie Berufe erhalten diese Zulassung z. B. bei öffentlichen Einrichtungen. Beispiele: Gesundheitsberufe wie etwa Heilpraktiker beim Gesundheitsamt; öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige bei der IHK oder beim zuständigen Gericht.

Unterlagen: Examenszeugnisse, bei einigen freien Berufen polizeiliches Führungszeugnis, Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung

(Quelle: GründerZeiten 26, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: ©-Thomas-Jansa – Fotolia.com)

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