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Kooperation – Existenzgründung

Speziell für Gründerinnen und Gründer bieten sich einige besondere Kooperationsformen an. Sie können den Unternehmensstart erleichtern, indem sie Know-how-Defizite ausgleichen, das Unternehmens-Kapital aufstocken oder den Vertrieb erleichtern.

Teamgründung

Eine Teamgründung bietet gegenüber einer Ein-Personen-Gründung viele Vorteile: Mehr Gründer bedeutet auch mehr Know-how, beispielsweise kaufmännisches oder fachliches Wissen, das nicht jeder Gründer mitbringt. Die Arbeitszeit kann zwischen den Teampartnern so aufgeteilt werden, dass mehr Zeit etwa für die Betreuung von Kindern übrig bleibt. Außerdem übernimmt jedes Teammitglied einen Teil des finanziellen Risikos: So wird es für den Einzelnen geringer.

Beteiligungen

Beteiligungspartner sollen vor allem die Eigenkapitalbasis und den finanziellen Spielraum einer Gründung verbessern. In Frage kommen:

Mittelständische Beteiligungsgesellschaften: Sie wurden als Selbsthilfeeinrichtungen der Wirtschaft gegründet. Es gibt sie in jedem Bundesland. In der Regel investieren sie Beteiligungssummen ab 100.000 Euro in Form von stillen Beteiligungen. Viele bieten aber Sonderprogramme für Existenzgründer mit verbilligten Konditionen bereits ab 20.000 Euro an.

Private Beteiligungsgesellschaften: Die meisten Beteiligungsgesellschaften sind private Gesellschaften. Sie übernehmen Beteiligungen nur, wenn hohe Renditen in Aussicht stehen. Die Beteiligungssummen variieren in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße, dem Alter und vom Finanzierungsanlass. Sie liegen aber in der Regel über einer Million Euro.

Venture-Capital-Gesellschaften (VC-Gesellschaften): Wenn das Gründungskonzept zwar riskant ist, aber auch überdurchschnittliche Chancen birgt, so kommen auch so genannte Venture- Capital-Gesellschaften von Banken und Industrieunternehmen sowie private Finanziers (auch aus dem Ausland) in Betracht. Sie übernehmen Beteiligungen ab ca. 500.000 Euro. Außerdem unterstützen sie den Unternehmer bei allen wichtigen Entscheidungen

Business Angels: Dabei handelt es sich um Privatpersonen oder Unternehmer, die Gründern sowohl mit Beteiligungskapital als auch mit ihren Erfahrungen zur Seite stehen. Sie bieten in der Regel Minderheitenbeteiligungen zwischen 25.000 Euro bis zu 1,5 Mio. Euro an. Viele Business Angels sind im Business Angels Network Deutschland (BAND) zusammengeschlossen.

Partner auf Zeit

Für alle Beteiligungsformen gilt, dass die Beteiligungspartner dem Unternehmen nicht in sein Tagesgeschäft hineinreden und sich nach einer festgelegten Zeit wieder zurückziehen. Allerdings fordern vor allem die Beteiligungsgesellschaften zumindest einen strategischen Einfluss ein. Dies geschieht in der Regel über die Mitarbeit im Beirat oder Aufsichtsrat der Unternehmen.

Franchising

Beim Franchising handelt es sich um eine Vertriebskooperation zwischen einem Unternehmen (Franchise-Geber) und einem rechtlich selbständigen Vertriebspartner (Franchise-Nehmer). Der Franchise-Nehmer hat das Recht, Waren und Dienstleistungen des Franchise-Gebers – gegen Gebühr – zu verkaufen. Der Franchise-Geber bereitet den Franchise-Nehmer auf seine Tätigkeit vor und bietet ihm laufenden betrieblichen Beistand.

(Quelle: GründerZeiten 25, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: ©-Franjo – Fotolia.com)

2 Gedanken zu “Kooperation – Existenzgründung

  1. Hallo Herr Mangels,

    Sie führen in Ihrem Beitrag sehr schön die Möglichkeiten eines externen, passiven Partners auf, der Eigenkapital zur Verfügung stellt. Allerdings bürden solche Kapitalgeber den Unternehmern und Gründern oft sehr Umfangreiche Pflichten (Berichte, Zahlen) auf. Wäre es nicht einfacher, sich einen Aktiven Geschäftspartner zu suchen, der bei der Firmengründung und -führung mithilft, wie beispielsweise eine Gründung einer OHG oder KG?

    Schöne Grüße
    Harald Garden

    • Guten Tag Herr Garden,

      die passiven Partner möchten gerne Wissen ob ihr investiertes Geld auch die geplante Rendite erwirtschaftet. Das können sie nur, wenn die Zahlen (BWA, GuV, Bilanzen, etc.) regelmäßig vorgelegt werden. Eine Bürde ist das m.E. für den Unternehmer nicht, weil diese Daten in jedem Unternehmen zeitnah zusammengestellt werden müssen um fundierte unternehmerische Entscheidungen treffen zu können.

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