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Freie Berufe – Altersvorsorge

Geschenk aus verschiedenen GeldscheinenGesetzliche Rentenversicherung

Für Freiberufler spielt die gesetzliche Rentenversicherung eine wichtige Rolle. Anders nämlich als die meisten anderen Selbständigen ist eine ganze Reihe von Freiberuflern hier pflichtversichert.

  • Selbständige Lehrer, außerdem Erzieher, Ausbilder, Dozenten und Lehrbeauftragte, die auf eigene Rechnung Unterricht erteilen und die im Zusammenhang mit ihrer selbständigen Tätigkeit regelmäßig keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen
  • Pflegepersonen, die in der Kranken-, Wochen-, Säuglings- oder Kinderpflege tätig sind und im Zusammenhang mit ihrer selbständigen Tätigkeit regelmäßig keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen
  • Selbständige Hebammen und Entbindungspfleger
  • Freiberuflich tätige Seelotsen, die in öffentlichem Auftrag tätig sind
  • Selbständige Künstler und Publizisten
  • Selbständige mit einem Auftraggeber, die im Zusammenhang mit ihrer selbständigen Tätigkeit regelmäßig keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen

Sie alle können sich von dieser Versicherungspflicht nicht befreien lassen. Das ist nur für Selbständige mit einem Auftraggeber möglich, und zwar für die ersten drei Jahre der freiberuflichen Tätigkeit. Alle anderen selbständigen Freiberufler sind nicht versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung. Freiberufler, die sich nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung versichern müssen, können sich auf Antrag freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung versichern oder eine private Altersvorsorge aufbauen.

Berufsständische Versorgungswerke

Viele freie Berufe müssen oder können ihre Altersvorsorge über berufsständische Versorgungswerke regeln. Die Wurzeln dieser Versorgungswerke reichen bis in die Inflationszeit nach dem Ersten Weltkrieg zurück. Die private Vorsorge vieler Ärzte war damals praktisch wertlos geworden. Aus diesem Grund entstand die Bayerische Ärzteversorgung, das erste berufsständische Versorgungswerk.

Verkammerte Berufe. Die selbständigen Freiberufler, für deren Beruf es eine eigene Berufskammer gibt, müssen in der Regel Mitglied dieser Kammer sein. Was ihre Rentenversicherung angeht, so sind diese verkammerten Berufe in aller Regel bei ihren berufsständischen Versorgungseinrichtungen pflichtversichert. Das betrifft insgesamt zwölf freie Berufe, z. B. Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Architekten oder Psychotherapeuten.

Eine Ausnahme sind die Psychologischen Psychotherapeuten in Berlin. Für sie gibt es kein Versorgungswerk ihrer Kammer. Sie können ihre Altersvorsorge organisieren, wie sie wollen.

Nicht ganz so, aber ähnlich, verhält es sich für Ingenieure. Sie können Mitglied ihrer Kammer sein, müssen aber nicht. Wenn sie Kammermitglied sind, müssen sie sich in der Regel über ihr Versorgungswerk rentenversichern. Wenn sie nicht in der Kammer sind, können sie ihre Altersvorsorge eigenständig organisieren.

Versorgungswerk der Presse. Es ist für viele Berufe aus dem Bereich Kommunikation und Medien zuständig. Hier können die Mitglieder freiwillig für ihr Alter vorsorgen, und zwar zusätzlich zur Absicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Weitere Versorgungswerke. Darüber hinaus existieren noch weitere Versorgungswerke für einzelne Berufsstände. Etwa die Versorgungsanstalten der Deutschen Bühnen für die Bühnenangehörigen, die an deutschen Theatern abhängig Beschäftigten. Oder die Versorgungsanstalten der Deutschen Kulturorchester für Orchestermusiker. Sie kommen aber nur für Angestellte in Frage, nicht für selbständige Freiberufler.

Künstlersozialversicherung/Künstlersozialkasse (KSK)

Selbständige Künstler und Publizisten müssen sich in der Künstlersozialversicherung rentenversichern. Künstler im Sinne der Künstlersozialversicherung ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Als Publizist gilt, wer als Schriftsteller, Journalist oder in ähnlicher Weise publizistisch tätig ist. Oder wer Publizistik lehrt. Ob man zu den Künstlern oder Publizisten gehört, prüft die Künstlersozialkasse (die KSK). Wer nach der Prüfung durch die KSK die Voraussetzungen für die Aufnahme in die Künstlersozialversicherung erfüllt, muss sich dann auch dort versichern. Es sei denn, sein Jahreseinkommen liegt unter einer gesetzlich festgelegten Grenze. Dann ist man versicherungsfrei. Das bedeutet, dass weder eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung noch in der Rentenversicherung besteht. Berufsanfänger werden in den ersten drei Jahren übrigens auch dann versichert, wenn sie nicht das erforderliche Mindesteinkommen erreichen.

(Quelle: GründerZeiten 17, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis:  ©-ArVis – Fotolia.com)

Ein Gedanke zu “Freie Berufe – Altersvorsorge

  1. Vielen Dank für Ihren tollen Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge! Jeder in Deutschland sollte heute wissen, dass die gesetzliche Rente alleine nicht mehr reicht, und es ist wichtig, weitere Möglichkeiten zu kennen.

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