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Freie Berufe – Anmeldungen

Close up of businessman signing a contract.Finanzamt

Gewerbetreibende müssen ihr Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden. Freiberufler haben es hier einfacher. Sie müssen sich erst einmal nur beim Finanzamt registrieren lassen. Die Anmeldung beim Finanzamt kann ganz formlos sein, also in einem Brief nur mit Ihrem Namen und einer kurzen Beschreibung dessen, was Sie vorhaben. Dies sollten Sie allerdings spätestens vier Wochen nach Aufnahme der Tätigkeit einreichen.

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Nach der Meldung schickt Ihnen das Finanzamt einen „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ zu. Darin müssen Sie Angaben zu Ihrer geplanten Tätigkeit und zu Ihren erwarteten künftigen Umsätzen und Gewinnen machen. Sie sollten dabei sorgfältig vorgehen und Ihre Umsatz- und Gewinnerwartungen realistisch und nicht allzu vorsichtig einschätzen. Wenn Sie Ihre Gewinne nämlich zu niedrig einschätzen und sie doch deutlich höher ausfallen, drohen Ihnen später größere Steuernachzahlungen.

Freiberufler oder nicht. Wenn Sie den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausgefüllt haben, teilt Ihnen das Finanzamt Ihre Steuernummer zu. Außer-dem legt es anhand Ihrer Angaben zunächst einmal fest, ob es Sie wie einen Gewerbetreibenden oder wie einen Freiberufler behandelt. Wenn es Sie als Freiberufler einstuft, bedeutet dies nicht in jedem Fall, dass Sie damit für immer als Freiberufler anerkannt sind. Erfahrungsgemäß prüft und entscheidet das Finanzamt im Rahmen einer Betriebsprüfung meist erst viel später verbindlich, ob Sie tatsächlich freiberuflich tätig sind oder nicht.

Steuern. Als Freiberufler muss man Umsatzsteuer und Einkommensteuer bezahlen. Für die freien Berufe besteht keine Gewerbesteuerpflicht.

Anmeldung im Internet

Sie können den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ übrigens auch über das Formular-Management- System des Bundesministeriums der Finanzen im Internet abrufen, ganz einfach am PC ausfüllen und anschließend an das Finanzamt mailen. – www.formulare-bfinv.de

Krankenversicherung

Freiberufler müssen, wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger auch, krankenversichert sein: entweder in der gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung. Ein Sonderfall sind hier die selbständigen Künstler und Publizisten. Sie haben die Wahl zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) oder einer privaten Krankenversicherung.

Gesundheitsamt

An das Gesundheitsamt müssen sich alle nichtärztlichen Heilberufe wenden, also z. B. ein Physiotherapeut. –

Handelsregister

Eine Eintragung ins Handelsregister ist nur dann nötig, wenn Sie eine Rechtsform gewählt haben, die ins Handelsregister eingetragen werden muss (wie beispielsweise eine GmbH), oder wenn Sie bei anderen Rechtsformen zu den Kaufleuten zählen.

Partnerschaftsregister

Beim Partnerschaftsregister müssen Sie sich melden, wenn Sie sich für die Partnerschaftsgesellschaft entschieden haben.

Agentur für Arbeit

An sie wenden Sie sich, wenn Sie eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abschließen wollen. Zu ihr muss man zudem dann Kontakt aufnehmen, wenn man Arbeitnehmer beschäftigt.

Kammer

Einige freie Berufe sind in der Regel Pflichtmitglieder in ihrer zuständigen Kammer (verkammerte freie Berufe). Die wichtigste Aufgabe dieser Kammern ist: Sie entscheiden darüber, ob zukünftige Kammermitglieder ihre Berufszulassung erhalten. Auf Antrag hin überprüfen die Kammern dafür vor allem, ob der Antragsteller die erforderlichen Qualifikationen nachweisen kann. Sie stellen außerdem die Regeln auf, nach denen die Kammermitglieder ihren Beruf ausüben müssen. Und sie kontrollieren, ob die Kammermitglieder sich an diese Regeln halten.

Berufsunfallversicherung

Selbständige müssen sich in der Regel auch in der zuständigen Berufsgenossenschaft versichern. Diese Berufsgenossenschaften sind die Träger der gesetzlichen Berufsunfallversicherung. Außerdem kann man sich hier für den Fall von Berufskrankheiten versichern. Je nach Berufssparte sind Freiberufler tatsächlich Pflichtmitglieder in ihrer Berufsgenossenschaft. Andere können sich dort freiwillig versichern. Wer Angestellte hat, muss diese auf jeden Fall in der zuständigen Berufsgenossenschaft versichern.

Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG)

Sie ist die Berufsgenossenschaft der Banken, Versicherungen, Verwaltungen und auch der freien Berufe. Sie hat nur Mitglieder, die sich freiwillig versichern wollen: z. B. Rechtsanwälte, Notare, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Beratende Betriebs- und Volkswirte, Architekten, Ingenieure, Wissenschaftler, Sachverständige, Schriftsteller, Künstler aus den Bereichen Wort, Musik, bildende Kunst und darstellende Kunst, Designer und Berufe der IT-Branche. www.vbg.de

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

In der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege sind pflichtversichert: Physiotherapeuten, Hebammen, Masseure, medizinische Bademeister, Fußpfleger, Logopäden, Kranken- und Altenpfleger, Betreiber von ambulanten Pflegediensten und Betreiber von privaten Tageseinrichtungen für Kinder. Alle anderen Freiberufler aus Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege können sich hier freiwillig versichern. www.bgw-online.de

Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM)

In der Berufsgenossenschaft für Druck und Papierverarbeitung sind pflichtversichert: Fotografen, Foto-Designer und Bildberichterstatter und andere Freiberufler aus dem Bereich Druck und Papierverarbeitung. Die Berufsgenossenschaft ist zudem zuständig u. a. für Kameraleute und alle, die mit der Herstellung und Vorführung von Filmen befasst sind, in bestimmten Einzelfällen auch IT-Berufe. Sie alle können sich hier versichern, müssen dies aber nicht. www.bgetem.de

(Quelle: GründerZeiten 17, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis:  ©-lichtmeister – Fotolia.com)

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