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Freie Berufe – Qualifiziert und unabhängig

SteuernWenn von Selbständigen die Rede ist, dann sind damit entweder Gewerbetreibende oder Freiberufler gemeint. Eine Existenzgründung in den freien Berufen unterscheidet sich dabei im Prinzip nicht von gewerblichen Gründungen. Jede Existenzgründerin und jeder Existenzgründer muss sich mit den klassischen Fragestellungen eines Businessplans auseinandersetzen: Welches Produkt oder welche Dienstleistung soll angeboten werden? Wer sind die Kunden? Zu welchem Preis soll das Angebot verkauft werden? Usw.

Je nachdem aber, ob man zum Gewerbe oder den freien Berufen gehört, hat das Auswirkungen auf die Formalitäten bei der Gründung, auf die Rechtsformen, die zur Verfügung stehen, oder auch auf die Möglichkeiten zur Altersvorsorge. Dazu kommt, dass man als Gewerbetreibender Gewerbesteuer zahlen muss, als Freiberufler nicht. Zudem kommt man als Freiberufler in der Regel mit der einfachen Buchführung und Einnahmen-Überschuss-Rechnung zum Jahresabschluss zurecht.

Was sind freie Berufe?

Ein Gewerbe ist laut Gewerbeordnung eine Tätigkeit, die erstens nicht verboten ist, zweitens unternommen wird mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, drittens auf Dauer angelegt ist und viertens selbständig (also nicht im Angestelltenverhältnis) ausgeübt wird. Typische Beispiele für Gewerbe sind alle produzierenden Betriebe, also z. B. Handwerksbetriebe, außerdem alle Händler und auch die Gaststätten.

Mit den genannten Merkmalen kann man aber keineswegs für jeden Fall klären, ob es sich um ein Gewerbe handelt oder nicht. Aus diesem Grunde haben die Verwaltungsgerichte für ihre oft schwierigen Entscheidungen, ob eine konkrete Tätigkeit zum Gewerbe oder zu den freien Berufen zählt, noch ergänzt: Gewerbetreibender ist fünftens derjenige, der kein Freiberufler ist. Nur: Wer oder was ist ein Freiberufler?

Definition Freiberufler

Es gibt verschiedene Definitionen für Freiberufler. Zusammengefasst kann man sagen:

  • Freiberufler verfügen über besondere berufliche Kenntnisse. Diese müssen sie nicht unbedingt durch ein Hochschulstudium erworben haben. Sie können sich diese auch per Selbststudium oder durch Berufstätigkeit angeeignet haben. Unabhängig davon, wie sie erworben wurden: Sämtliche Kenntnisse müssen in der Regel wissenschaftlich fundiert sein und dem Niveau eines Hochschulstudiums entsprechen.
  • Freiberufler erbringen mit ihren Kenntnissen besondere Dienstleistungen mit hohem Wert z. B. für die Gemeinschaft (wenn sie etwa Kranke heilen).
  • Freiberufler haben bei dieser Arbeit die volle fachliche Entscheidungsfreiheit und sind für die Qualität ihrer Leistung selbst verantwortlich.
  • Ihr Einkommen oder ihr Honorar richtet sich übrigens häufig nach den Gebührenordnungen für die Berufsgruppe, zu der sie gehören.

(Quelle: GründerZeiten 17, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis:  ©-DD-Kopf-mit-Karton1-XS2 – Fotolia.com)

 

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