Drucken

Die Absicherung betrieblicher Risiken

Lupe - BonitätAls Gründerin oder Gründer sollten Sie sich nicht nur über abschätzbare unternehmerische Risiken, sondern auch über unvorhersehbare Gefahren für das Unternehmen Gedanken machen: Beispielsweise Einbruch, Feuer, ein Maschinenschaden, der einen Produktionsstillstand zur Folge hat, oder Fahrlässigkeiten, die zu Haftungsansprüchen führen.

So mancher Traum vom eigenen Betrieb kann schnell platzen, wenn solche Pannen aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Und so manches junge Unternehmen musste schon wegen hoher Haftpflichtansprüche das Handtuch werfen.

Bevor Sie Versicherungen abschließen, sollten Sie wissen, wo die betrieblichen Hauptrisiken für Ihr Unternehmen liegen: Wo sind die Katastrophenrisiken? Wo können große Schadensfälle auftreten? Beispielsweise bei einer Betriebsunterbrechung, wenn durch einen Maschinenschaden, ein Feuer oder durch einen Wasserrohrbruch die Produktion Tage, Wochen oder auch Monate stillsteht. In diesem Falle kommen nicht nur die Geschäfte zum Erliegen. Es stehen auch hohe Kosten für Reparaturen an.

Betriebliche Versicherungen: Was? Wofür? Wogegen?

Betriebshaftpflichtversicherung

Für Schadenersatzansprüche von Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Besuchern. Sie übernimmt Personen-und Sachschäden sowie Vermögensschäden, die von der Betriebsstätte, dem Inhaber oder den Betriebsangehörigen bei ihrer betrieblichen Tätigkeit verursacht werden. Für Ingenieure, Architekten und Makler gibt es spezielle Berufs- bzw. Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen.

Betriebsunterbrechungsversicherung

Bei Schäden durch Feuer, Einbruchdiebstahl/Raub, Leitungswasser und Sturm, außerdem bei Maschinen- oder EDV-Ausfall oder dem Ausfall der Telefonanlage aufgrund eines Blitzschlags bzw. Überspannungsschadens. Diese können den gesamten Betrieb lahmlegen. Solange keine Erträge erwirtschaftet werden können, kommt die Betriebsunterbrechungsversicherung bis zum Wiederaufbau des Betriebs für die laufenden Kosten wie Löhne, Gehälter, Miete, Zinsen usw. auf. Für Freiberufler gibt es die Praxisausfallversicherung. Sie übernimmt die fortlaufenden Betriebskosten, Löhne, Gehälter, Pacht usw., wenn der Unternehmensinhaber ausfällt. Es handelt sich um eine spezielle Form der Ertragsausfallabsicherung, die auf Kleinbetriebe und Selbständige zugeschnitten ist. Allerdings: Nicht alle Versicherungen bieten für jedes Gewerbe eine Betriebsunterbrechungsversicherung an.

D&O Vermögensschadenversicherung für Unternehmensleitung

Sind insbesondere für GmbH-Geschäftsführerinnen und -Geschäftsführer sowie Vorstände von AGs gedacht. Die D&O-Versicherung (Directors-and-Officers-Versicherung, Organ-oder Manager-Haftpflichtversicherung) ist eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die das Risiko der persönlichen Haftung im Falle einer Pflichtverletzung übernimmt. Achtung: Trotz GmbH oder Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist eine persönliche Haftung nicht komplett ausgeschlossen.

Elektronikversicherung

Für Schäden an EDV-oder Telefonanlagen sowie bürotechnischen Anlagen, die durch unsachgemäßen Gebrauch, Vorsatz Dritter, Brand, Blitzschlag, Explosion, Wasser, Diebstahl usw. entstehen.

Datenträgerversicherung. Die Kosten für den Wiedereinsatz von Programmen und die Wiedereingabe der Daten nach einem Datenverlust können durch eine spezielle Datenträgerversicherung abgedeckt werden. Eine erweiterte Datenträger- oder Softwareversicherung übernimmt darüber hinaus die Kosten für Datensicherung und Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes nach einem Virenbefall.

Mehrkostenversicherung. Eine Mehrkostenversicherung ersetzt bei längerem Ausfall der EDV-Anlage den Mehraufwand wie z. B. Überstunden, Anmietung von EDV usw.

Gebäude- und Inhaltsversicherung

Für Schäden, die durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel verursacht werden. Über die Gebäudeversicherung sind zudem Vandalismusschäden, wie z. B. Graffiti, versicherbar. Die Inhaltsversicherung deckt darüber hinaus Schäden wegen Einbruchdiebstahl und Raub ab.

Geschäftsversicherung

Steht für eine Bündelung mehrerer Versicherungszweige. Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser, Sturm, Glas und Betriebsunterbrechung können zusammengefasst werden. Mit versichern lassen sich hier darüber hinaus auch Elementarschäden (Überschwemmung, Erdrutsch, Erdbeben, Schneedruck und Lawinen).

Maschinenversicherung

Für Schäden an Maschinen oder maschinellen Anlagen, die plötzlich und unerwartet eintreten, insbesondere durch Bedienungsfehler, Ungeschicklichkeit, Fahrlässigkeit, Böswilligkeit, Konstruktions-, Material- oder Ausführungsfehler, Kurzschluss, Überspannung, Sturm, Frost usw.

Produkthaftpflichtversicherung

Für Schäden durch fehlerhafte Produkte oder unzureichende Instruktion über die richtige Anwendung (z. B. unzureichende Gebrauchsanweisung). Vor allem Hersteller oder Lieferanten sollten an diese Versicherung denken. Als Hersteller gilt dabei auch der, der ein Produkt nur modifiziert oder sich durch das Anbringen seines Namens, seiner Marke oder eines anderen unterscheidungskräftigen Kennzeichens als Hersteller ausgibt. Die Produkthaftpflichtversicherung sollte mit der Betriebshaftpflichtversicherung kombiniert werden.

Rechtsschutzversicherung

Deckt Anwalts-und Gerichtskosten, die z. B. bei Mietproblemen, Verkehrsschäden, Arbeitsverhältnissen usw. entstehen. Achtung: Unternehmerische Streitigkeiten (z. B. Verstöße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) lassen sich in der Regel nicht versichern.

Transportversicherung

Für Schäden durch Verlust oder Beschädigung der versicherten Güter während der Transportdauer und der transportbedingten Lagerung.

Umwelthaftpflichtversicherung

Für Schäden, die Dritten durch Umwelteinwirkungen entstehen (z. B. ein Fischsterben in einem Fischteich, das durch ausgelaufenes Heizöl verursacht wird). Weitere Ansprüche durch Zerstörung von natürlichen Lebensräumen und geschützten Arten werden über die Umweltschadenversicherung abgedeckt. Die Umwelthaftpflichtversicherung sollte mit der Betriebshaftpflichtversicherung kombiniert werden.

Vermögensschadenhaftpflichtversicherung

Eine fehlerhafte Beratung kann zu handfesten Schadenersatzforderungen führen. Dies betrifft hauptsächlich Selbständige im Dienstleistungssektor, die aus beruflichen Gründen fremde Vermögensinteressen wahrnehmen: beispielsweise Rechtsanwälte, Steuerberater, Notare, Versicherungsvermittler, künftig auch Finanzanlagenvermittler.

Vertrauensschadenversicherung

Für Schäden, die durch Unterschlagung, Veruntreuung, Diebstahl, Fälschung, Betrug und andere Vermögensdelikte, die durch Mitarbeiter oder Vertrauenspersonen verübt werden, entstehen.

(Quelle: GründerZeiten 05, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis:  ©-motorradcbr – Fotolia.com)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Hinweis:
Bitte beachten Sie unsere Blogregeln. Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihres Kommentars. Je nach Inhalt behalten wir uns vor, von einer Veröffentlichung abzusehen. Mit dem Absenden Ihres Kommentars stimmen Sie der Veröffentlichung auf dieser Website zu. Auf Wunsch des Absenders können Kommentare auch wieder gelöscht werden. Bitte senden Sie in diesem Fall eine E-Mail an den Administrator.