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Das sollten Sie bei Sicherheiten und Bürgschaften beachten

InvestitionSicherheiten und Bürgschaften, die Ihnen zur Verfügung stehen, sichern Ihnen heutige und vielleicht auch zukünftige Kredite. Daher sollten Sie zusammenmit Ihrem Steuer- oder Gründungsberater entscheiden, in welchem Umfang Sie Ihre Sicherheiten dem Kreditinstitut überlassen. Auch hier ist gegenseitiges Vertrauen eine wichtige Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ihrem Kreditinstitut. Eine genaue Beschreibung der für einen Kredit eingebrachten Sicherheiten hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

Persönliche Bürgschaften

Bei einer Bürgschaft garantieren Dritte die Rückzahlung Ihres Darlehens und müssen Ihre Schuld begleichen, wenn Ihr Kreditausfall feststeht. Hier gibt es Zum einen die Ausfallbürgschaften der Bürgschaftsbanken, zum anderen persönliche Bürgschaften durch Privatpersonen und Unternehmen. Bei privaten Bürgschaften wird häufig vereinbart, dass das Kreditinstitut auch ohne vorheriges gerichtliches Vorgehen gegen den Hauptschuldner auf den Bürgen zugreifen kann. Es handelt sich um eine so genannte „selbstschuldnerische Bürgschaft“. Das Kreditinstitut kann den Bürgen jederzeit in die Pflicht nehmen, selbst wenn der Hauptschuldner noch nicht insolvent ist.

Kapitallebensversicherungen

Kündigt das Kreditinstitut bei Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens die Versicherung vorzeitig, hat sie ggf. zu diesem Zeitpunkt einen sehr niedrigen Zeitwert (Rückkaufswert), obwohl Sie Bereits mehr Geld einbezahlt haben. In Diesem Fall kann die Bank mit Nachforderungen auf Sie zukommen. Stellen Sie Ihre Kapitallebensversicherung als Sicherheit zur Verfügung, können Sie mit dem Kreditinstitut vereinbaren, dass Sie nur den Beleihungswert in Höhe des Rückkaufswertes als Sicherheit abtreten („Policendarlehen“). Auf diese Weise geben Sie nicht die komplette Versicherung an die Bank ab.

Grundstücke und Gebäude

Bei Grundstücken oder Gebäuden wird für das Kreditinstitut eine Grundschuld in das Grundbuch eingetragen. Außerdem verlangt das Kreditinstitut eine notariell bekundete „Unterwerfung unter die sofortige Zwangsvollstreckung“, die eine Anrufung des Gerichts vor einer Zwangsvollstreckung erübrigt. Lassen Sie die Höhe der Grundschuld daher im Grundbuch von Zeit zu Zeit der aktuellen Kredithöhe anpassen. Nach Rückzahlung des Kredits sollten Sie den Eintrag löschen lassen.

Abtretung von Forderungen

Bei der Abtretung von Forderungen (Ansprüche, die Sie an Kunden haben) an das Kreditinstitut sollten Sie Diskretion und eine abgestimmte Zusammenarbeit vereinbaren. Wendet sich das Kreditinstitut bereits in der Frühphase einer Krise an Ihre Kunden, um Forderungen einzutreiben, werden diese womöglich verunsichert und suchen sich einen anderen Lieferanten. Ihre eigenen Lieferanten, die davon hören, werden möglicherweise nur noch gegen Vorkasse liefern.

Sicherungsübereignung

Zu den banküblichen Sicherheiten kann auch die Maschinen- oder Geschäftsausstattung eines Unternehmens gehören. Maschinen, Fahrzeuge oder Waren können Sie in Formeiner Sicherungsübereignung Dem Kreditinstitut zur Verfügung stellen. Das Kreditinstitut wird damit Eigentümerin der übereigneten Gegenstände, die Nutzung bleibt bei Ihnen als Darlehensnehmer. Sollten Sie die Gegenstände verkaufen wollen, benötigen Sie dafür die Zustimmung des Kreditinstituts. Es liegt an Ihnen als Kreditnehmer, Ihre Sicherheiten zu pflegen und den Wert dem Kreditinstitut plausibel zu machen (z. B. durch Gutachten). Tun Sie dies nicht, wird es in der Regel immer den geringsten Wert zugrunde legen. Ein Warenlager zum Beispiel, in dem sich seit zwei Jahren unverkäufliche Ware stapelt, ist als Sicherheit nicht geeignet.

Teilfreigabe von Sicherheiten

Ist der Wert der Sicherheiten höher als die Kreditforderung, sollten Sie mit Ihrem Kreditinstitut über eine Teilfreigabe der Sicherheiten reden. Mit der laufenden Tilgung des Kredits kann das Kreditinstitut also nach und nach Sicherheiten freigeben.

(Quelle: GründerZeiten 27, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis:  ©-XtravaganT – Fotolia.com)

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