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Wie wichtig ist das Internet?

START 3DDie Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), vor allem Internet und E-Mail, sind mittlerweile der dominierende Faktor für mehr Produktivität, Wachstum und Beschäftigung. Sie sind auch aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Sowohl als Branche als auch als Querschnittstechnologie, die in allen Branchen genutzt wird, sind die IKT mittlerweile ein entscheidender Faktor. Derzeit können etwa 40 Prozent des gesamtwirtschaftlichen Wachstums auf den Einsatz von IKT zurückgeführt werden (Aktionsprogramm der Bundesregierung „Informationsgesellschaft Deutschland 2010“).

Für Gründerinnen und Gründer heißt das: Sie sollten die Chancen des Internets und des so genannten E-Business unbedingt nutzen. Und sie müssen zu diesem Zweck fit fürs Netz sein. Schon während der Gründungsphase finden Gründerinnen und Gründer jede Menge hilfreiche Informationen im Internet. Und wer noch unsicher ist beim Surfen und Mailen, findet Unterstützung bei den Kammern, in VHS-Kursen oder Computerschulen.

E-Business-Vorteile

Der elektronische Geschäftsverkehr per Internet bietet Gründerinnen und Gründern und (jungen) Unternehmen eine ganze Reihe besonderer Möglichkeiten.

1. Gründungen, Produkte und Leistungen

Dafür, Produkte zu entwickeln oder Leistungen zu erbringen, sind Fachwissen und Marktkenntnisse mehr denn je notwendige Voraussetzung. Informationssuche und Markt- und Konkurrenzanalysen können per Internet betrieben werden. Auf herkömmlichem Wege, also über Recherchen in Fachzeitschriften oder Branchenverzeichnissen, ist dies erheblich zeitaufwändiger und teurer. Ganz besonders hilfreich ist das Internet auch bei der Frage, ob z. B. Namen oder Produkte bereits geschützt sind (z. B. Marken, Patente).

2. Einkauf und Beschaffung

Über das Internet können benötigte Qualitäten und Preise von Produkten einfacher recherchiert und verglichen werden, als dies mit herkömmlichen Katalogen oder durch diverse Firmenkontakte möglich ist. Herkömmliche Kataloge werden dabei mehr und mehr durch Onlinekataloge oder -shops ersetzt. Diese verfügen über eine Bestellfunktion, über die Bestellungen direkt an den Zulieferer übermittelt werden. Marktplätze und Portale: Hilfreich sind auch elektronische Marktplätze. Hier finden Kunden die Leistungen verschiedener Anbieter und können diese einfach vergleichen oder bestellen. Auf Portalen präsentieren sich Unternehmen einer Region oder Branche gemeinsam.

3. Produktionsplanung und -steuerung

Wichtiger Faktor einer kostengünstigen Produktion ist die schnelle und reibungslose Zusammenarbeit zwischen Unternehmen oder Unternehmensteilen. Eine enge Abstimmung ist vor allem für die Koordination von Unternehmen wichtig, die an komplexen gemeinsamen Aufgaben arbeiten: z. B. Plänen von Bauprojekten oder der Erstellung von Software. Hier lassen sich z. B. Entwürfe oder Produkte per Internet austauschen. Auf diese Weise können Unternehmen oder Unternehmensteile schnell und rund um die Uhr zusammenarbeiten, die „nebenan“ oder aber an weit entfernt liegenden Standorten angesiedelt sind.

4. Marketing und Kundenbindung

Ein wichtiges Ziel jedes Unternehmens ist es, neue Kunden zu gewinnen und bestehende weiterhin zufrieden zu stellen. Dafür müssen (potenzielle) Kunden kontaktiert und informiert werden. Hier bietet das Internet besondere Vorteile gegenüber dem Einsatz anderer Medien der Werbung und Unternehmenskommunikation.

Erreichbarkeit relevanter Zielgruppen: Potenzielle Kunden können regional, national und international angesprochen werden. Im Jahr 2009 hatten 73 Prozent aller Haushalte in Deutschland Internetanschluss (Quelle: Statistisches Bundesamt 2010). Das Internet hat sich auch bei Unternehmern zu einer etablierten und verbreiteten Kommunikationsplattform entwickelt und lässt sich daher für das Geschäft zwischen Unternehmen nutzen.

Auffindbarkeit für potenzielle Kunden: Die meisten Internetnutzer suchen Angebote im Internet per Suchmaschinen. Indem Anbieter von Produkten und Dienstleistungen sich bei den wichtigsten Suchmaschinen mit den passenden Schlüsselwörtern anmelden, können sie sicherstellen, dass sie bei der Suchmaschinensuche auch tatsächlich gefunden werden.

Schneller Zugang zu vielseitigen Informationen: Unternehmensinformationen können im Internet schnell auf den neuesten Stand gebracht und somit immer aktuell gehalten werden. Im Gegensatz dazu erscheinen viele gedruckte Kataloge oftmals nur jährlich und sind schnell überholt. Ein weiterer Vorteil: Große Informationsmengen können ansprechend und übersichtlich präsentiert werden.

Vielseitige Kundenansprache: Vielfach informieren sich Kunden zwar unverbindlich über das Internet, bestellen dann aber auf traditionellen Wegen wie im Geschäft vor Ort oder per Telefon oder Fax. Erfolgreich sind hier vor allem Unternehmen, die das Internet neben traditionellen Geschäftsprozessen nutzen.

Einfache Kundenbetreuung: Eine Internetseite kann Kunden an das Unternehmen binden. Instrumente sind z. B.:

  • einfache Gästebücher, in die sich ein Besucher eintragen kann
  • Chats, Blogs oder Social Media (z. B. Twitter, Facebook), in denen sich Nutzer über die Produkte und Dienstleistungen austauschen können
  • E-Mail-Verteilerlisten, in die sich die Kunden selber ein-und austragen können, um regelmäßig über Neuigkeiten zu Produkten und Dienstleistungen informiert zu werden
  • Support-oder Wissens-Datenbanken mit Informationen und Dokumentationen rund um das Unternehmen
  • Anbindung von Call-Centern, mit
  • denen der Kunde aus dem Internet heraus telefonischen Kontakt aufneh­men kann (Call-Me-Funktion)

5. Günstiger Vertrieb

Der Vertrieb ist für die meisten Unternehmen besonders kostenintensiv. Das Internet kann hier eine wichtige Ergänzung sein.

Online-Shop: Ganz vorn beim E-Business-Vertrieb steht der Online-Handel über Shops im Internet, eine Weiterentwicklung des Versandhandels. Aus einem Online-Katalog kann der Kunde Waren in einen virtuellen Warenkorb legen und bestellen.

Waren nicht „anfassen“: Zum Online-Vertrieb eignen sich Waren, die man zum Kauf typischerweise nicht „anfassen“ muss. So macht die Reise-und Tourismusbranche mittlerweile einen Großteil des Umsatzes über das Internet. Auch Internetauktionen haben sich inzwischen etabliert.

Problem Auslieferung: Die Auslieferung erfolgt wie in der Vergangenheit bei Katalogversendern auch über Logistikdienstleister (Post, Paketdienste). Die Erfahrung der Kompetenzzentren für den elektronischen Geschäftsverkehr zeigt, dass viele Unternehmen die Anforderungen, die sich im Bereich der Logistik aus einem Online-Shop ergeben, unterschätzen (z. B. Kosten für Lagerhaltung). Daher entscheidet die kundenfreundliche Überwindung „der letzten Meile“ oftmals über den Erfolg des Online-Shops.

6. Schnelle betriebliche Abläufe

Viele traditionelle unternehmerische Abläufe leiden unter Medienbrüchen, Arbeitsunterbrechungen durch begrenzte Arbeitszeiten, Nicht-Erreichbarkeit der Mitarbeiter usw. Folgen sind Reibungsverluste, hoher Zeitaufwand, Mehrkosten. Die Kommunikation mit Mitarbeitern oder Unternehmen und deren Kunden wird vor allem durch E-Mails, die immer ankommen und überall abgerufen werden können, beschleunigt. Darüber hinaus können Text-Dateien, die zwischen (ggf. weit entfernt arbeitenden) Mail-Partnern hin und hergeschickt werden, leicht und schnell weiter bearbeitet werden.

EPayment: Kunden können zudem zusammen mit der Bestellung von Waren oder Dienstleistungen meist auch die Bezahlung regeln. Aber auch herkömmliche, aus dem Versandhandel bekannte Zahlungsweisen, wie Versand gegen Rechnung oder Nachnahme, werden weiterhin genutzt.

Mitarbeitersuche: Unternehmen können ihre Stellenausschreibungen auf der eigenen Internetseite veröffentlichen. Hier erhält der Bewerber auch gleich einen ersten Eindruck vom Unternehmen.

Nutzen von Suchdiensten

Trotz interessanter Angebote bleiben viele Geschäftsvorhaben im Internet erfolglos. Der Grund dafür ist die mangelhafte Werbung für das eigene Angebot auch und gerade im Internet. Um die eigene Homepage oder den eigenen Shop bekannt zu machen, bedarf es des Einsatzes von Suchdiensten, von denen manche kostenpflichtig sind. Hierfür gibt es im Internet zahlreiche Angebote. Eine weitere Möglichkeit ist die Werbung von Kunden über gezielt platzierte Werbeanzeigen (Banner) auf anderen Webseiten. Wichtig ist hierbei, dass die Art des Banners und seine Platzierung die Zielgruppe direkt anspricht.

Nicht vergessen: Die Internetadresse auf allen Geschäftsunterlagen (Katalogen, Flyern, Briefbögen, Visitenkarten usw.) aufführen! Der Hinweis auf eine Internetpräsenz gehört zur Grundlage der Marktkommunikation.

Online-Auktionshandel

Online-Auktionshandel ist für viele Gründerinnen und Gründer der Einstieg in die Selbständigkeit. Er bietet gute Möglichkeiten, den gewerblichen Handel mit bestimmten Gütern und Waren kostengünstig zu testen. Mehrere 100.000 gewerbliche Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland verdienen heute auf den gängigen Auktionsplattformen ihren Lebensunterhalt.

Die wichtigsten Merkpunkte für eine Existenzgründung im Online-Auktionshandel sind:

  • Waren verkaufen
  • Gebühren
  • Bewertungen
  • Verkäuferstatus
  • Tipps für den Verkauf
  • Rechtliche Rahmenbedingungen
  • Rechte des Verkäufers
  • Pflichten des Verkäufers
  • Informationspflichten des Verkäufers (für Händler nach Telemediengesetz und Fernabsatzrecht)

(S. BMWi-Existenzgründungsportal www.existenzgruender.de unter: Weg in die Selbständigkeit – Entscheidung – Branchen und Zielgruppen – Online-Auktionshandel)

(Quelle: GründerZeiten 29, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis:  ©-Franjo – Fotolia.com)

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