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Erfolgsfaktor Information

StrategieWer ein Unternehmen planen, aufbauen und erhalten will, braucht dafür ein festes Informationsfundament: Informationen zu seinen potenziellen Kunden, seiner Konkurrenz, zu der Entwicklung seiner Branche, den üblichen Kosten, Preisen, Umsätzen und dergleichen mehr. Achtung: Informationsdefizite gehören zu den wichtigsten Pleiteursachen bei neu gegründeten Unter nehmen.

Allgemeine Marktinformationen

Um ein Gründungskonzept zu erarbeiten und um dieses Konzept immer wieder zu überprüfen und ggf. an Veränderungen auf dem Markt anzupassen, brauchen Sie allgemeine Marktinformationen. Gibt es an Ihrem Standort Kunden für Ihr Angebot? Gibt es Konkurrenten? Wie viele? Was genau bieten diese an? Was können Sie tun, um gegen sie zu bestehen? Unter dem Strich: Liegen Sie mit Ihrer Geschäftsidee – an Ihrem Standort – richtig? Viele dieser Erstinformationen können Sie problemlos selbst recherchieren. Andere sollten Sie von Experten beziehen, die auf Marktforschung spezialisiert sind.

Brancheninformationen

Zur Gründungsvorbereitung, aber auch zu allen weiteren Marketingaktivitäten sollten Sie Daten speziell über Ihre Branche nutzen. Solche Brancheninformationen zeigen Existenzgründern, ob ihre Idee überhaupt funktioniert: Gibt es das Angebot, das Sie machen wollen, schon auf dem Markt? Wird es akzeptiert? Wie viel Konkurrenz haben Sie? Wie stark ist diese Konkurrenz? Welche Umsätze und Gewinne werden erzielt, z. B. im Verhältnis zur Zahl der Mitarbeiter oder zur Zahl der Quadratmeter der Betriebsstätte. Junge Unternehmen können später mittels dieser Branchendaten prüfen, wie gut oder schlecht der eigene Betrieb im Verhältnis zu vergleichbaren Betrieben da steht, wo Stärken und Schwächen sind, ob die Umsätze und Kosten unter dem Durchschnittswert ihrer Branchen, im Mittelfeld oder darüber liegen, in welchen Bereichen Veränderungen notwendig sind.

Betriebsvergleich

Wer es ganz genau wissen will, kann an einem exakten Vergleich seines Unternehmens mit Konkurrenzbetrieben teilnehmen. Dafür übermitteln Unternehmen der ausführenden Stelle eine Reihe von Daten: Umsätze, Zahl der Mitarbeiter, Kosten usw. Alle Informationen werden für die Vergleichsberechnungen anonymisiert. Aus allen Angaben werden Übersichten erstellt und Durchschnittswerte errechnet, die Sie nun mit Ihren eigenen Daten vergleichen können. Wichtig also: Je mehr Betriebe an solchen Vergleichen teilnehmen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse!

Betriebsvergleiche bieten an:

1. Institut für Handelsforschung (IfH), Köln, für

  • Einzelhändler und Apotheker (12 Bereiche). Die Jahresbetriebsvergleiche sind zum Teil kostenpflichtig. Für Unternehmen, denen eine jährliche Auswertung nicht ausreicht, bietet das IfH einen Monatsvergleich an. Die Teilnahme an diesen Vergleichen ist kostenpflichtig.
  • Großhandel (ca. 18 Bereiche)
  • Dienstleister (8 Bereiche)
  • produzierendes Gewerbe (1 Bereich)

Großhandel, Dienstleister und produzierendes Gewerbe können nur über die jeweiligen Bundesverbände an Betriebsvergleichen teilnehmen. In einigen Branchen übernehmen diese auch die Kosten.

Das IfH ist gerne bereit, auch in weiteren Branchen Betriebsvergleiche durchzuführen. Einzige Voraussetzung ist, dass genügend Teilnehmer vorhanden sind.

2. FfH – Institut für Markt- und Wirtschaftsforschung GmbH, Berlin

Das FfH-Institut führt derzeit Betriebsvergleiche für folgende Branchen durch:

  • Einzelhandel – Textileinzelhandel
  • Großhandel – Tabakwarengroßhandel
  • Dienstleistungsbranchen – Automatenunternehmen und verschiedene Hotelgruppen

Zeitraum der Vergleiche: In der Regel Jahresvergleiche. In Absprache mit den auftraggebenden Verbänden können aber auch Monats- und Quartalsvergleiche durchgeführt werden. Die Kosten werden in der Regel von den Verbänden übernommen. Es gibt aber auch Vergleiche, die für die Teilnehmer kostenpflichtig sind (Kosten: ca. 50 – 100 Euro).

3. Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH), Düsseldorf

Die LGH führt seit Jahren Betriebsvergleiche für verschiedene Handwerkszweige durch. So werden für 17 Handwerkszweige jährlich bzw. alle zwei Jahre Durchschnittswerte für unterschiedliche Größenklassen erarbeitet und veröffentlicht.

Darüber hinaus erhalten die teilnehmenden Betriebe in NRW kostenlos eine ausführliche Unternehmensanalyse der eigenbetrieblichen Daten im Vergleich zu den Durchschnittswerten mit entsprechenden Abweichungsanalysen. Neben den Durchschnittswerten erhalten die teilnehmenden Betriebe wichtige Kennzahlen der erfolgreichsten Betriebe als Orientierungspunkte für die eigenen Planungen.

Die erarbeiteten Betriebsvergleichsergebnisse werden jeweils in einer Branchenbroschüre mit den erforderlichen Erläuterungen veröffentlicht, die von Interessenten im Internetportal www.LGH-Betriebsvergleiche.de herunter geladen oder bei der LGH bezogen werden können. Neben den Landesvergleichen erstellt die LGH auch einige bundesweite Branchenuntersuchungen für unterschiedliche Gewerke.

4. Rationalisierungsgemeinschaft Handwerk Schleswig-Holstein e.V. (RGH), Kiel

Die RGH führt Betriebsvergleiche für die Handwerksbetriebe in Schleswig-Holstein durch. Die Erfassung der relevanten Daten erfolgt vor Ort im Unternehmen. In einer 24-seitigen Broschüre werden die aufbereiteten Daten mit den erforderlichen Erläuterungen dargestellt.

Der Teilnehmer erhält zusätzlich für die Kalkulation den aktuellen Stundenkostensatz des Betriebes sowie eine Unternehmensanalyse mit einem Unternehmensprofil, das die Stärken und Schwächen des Betriebes verdeutlicht. Das von der RGH veröffentlichte Arbeitsprogramm umfasst insgesamt 29 Branchen und kann gegen eine Gebühr bei der Geschäftsstelle bestellt werden.

5. DATEV eG

Über die DATEV eG kann Ihr Steuerberater Ihre Unternehmensdaten mit den Durchschnittswerten von Unternehmen derselben Branche (derzeit ca. 400 Branchen). Die Vergleichsdaten beruhen auf den Buchhaltungsdaten von ca. einer Million im DATEV-Rechenzentrum gespeicherten Unternehmen und stehen zeitnah (ca. drei Wochen) nach Monats bzw. Quartalsende zur Verfügung.

(Quelle: GründerZeiten 26, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis:  ©-fotokalle – Fotolia.com)

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