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Controlling und Jahreserfolgsrechnung

Der Schlüssel zum ErfolgJede Unternehmerin und jeder Unternehmer sollte genau wissen, ob sie oder er am Ende eines Geschäftsjahres Gewinne oder Verluste eingefahren hat. Diesem Zweck dient die Jahreserfolgsrechnung. Abgesehen davon ist jedes Unternehmen – unabhängig von der Rechtsform – verpflichtet, eine Jahreserfolgsrechnung durchzuführen. Das verlangen:

  • das Finanzamt, das auf der Grundlage der Gewinnermittlung die Steuern festgesetzt. Dies betrifft Steuerarten wie Körperschaft-, Gewerbe-, Umsatz-und Einkommensteuer.
  • die Krankenkassen. Dieses gilt insbesondere für Einzelunternehmer, da je nach Gewinn die Krankenkassenbeiträge festgesetzt werden.
  • Banken und private Geldgeber, die einen Nachweis darüber erwarten, ob sich ihre Kredite bzw. Investitionen gelohnt haben.

Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)

Mit ihrer Hilfe stellen Sie die betrieblichen Einnahmen den Ausgaben gegenüber. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist für kleine Unternehmen mit einfachen und leicht überschaubaren Geschäftsprozessen gedacht, die auch lediglich eine einfache Buchführung betreiben dürfen. Dazu gehören:

  • Freiberufler
  • Einzelunternehmer, die nicht unter die Bilanzierungsvorschriften fallen
  • Gewerbetreibende bis 500.000 Euro Umsatz oder 50.000 Euro Gewinn

Jahresabschluss

Zu einem Jahresabschluss gehören eine Gewinn-und Verlustrechnung plus Bilanz. Für Kapitalgesellschaften kommen zudem ein so genannter Anhang und ein Lagebericht dazu. Jahresabschlüsse müssen Unternehmen vorlegen, die zu einer doppelten Buchführung verpflichtet sind. Dazu gehören:

  • alle Kaufleute, d. h. alle Unternehmer, die ein selbständiges Handelsgewerbe betreiben. Ausnahme: Ihr Unternehmen erfordert nicht „nach Art oder Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb“ (Handelsgesetzbuch). Im Klartext: Wer sehr einfach strukturierte, überschaubare und transparente Geschäftsbeziehungen hat, muss auch bei größerem Umsatz kein Kaufmann sein, ebenso wie ausgesprochene Kleingewerbetreibende (z. B. kleiner Tabakladen). Wer es aber mit einer großen Zahl von Waren und Lieferanten zu tun hat, wird meist Kaufmann sein müssen, wie z. B. Lebensmittelhändler (Infos bei jeder IHK)
  • Nicht-Kaufleute, die
  • Umsätze von mehr als 500.000 Euro im Kalenderjahr machen oder
  • Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 50.000 Euro erzielen
  • Kapitalgesellschaften (GmbH und AG); sie gelten immer als Kaufleute
  • Personengesellschaften wie z. B. Kommanditgesellschaft, Offene Handelsgesellschaft

Gewinn- und Verlustrechnung (GuV): Mit der GuV stellen Sie Erträge und Aufwendungen Ihres Unternehmens gegenüber. Dabei müssen Sie auch das Unternehmensvermögen berücksichtigen: so genannte Bestandsveränderungen, also die Veränderung Ihrer Vorräte oder Ihres Warenlagers, außerdem Aufträge, an denen Sie gerade arbeiten (oder die erledigt sind), für die Sie aber noch kein Geld erhalten haben, sowie steuerliche Abschreibungen. Die Gliederung der GuV ist festgelegt nach § 275 des Handelsgesetzbuches (HGB).

Bilanz: Mit einer Bilanz können Sie ermitteln, wie sich das Unternehmensvermögen und die Schulden entwickelt haben. Zur Vorbereitung der Bilanz muss jedes bilanzierungspflichtige Unternehmen jährlich zu einem Stichtag (z. B. 31.12.) eine Inventur durchführen. Die Gliederung der Bilanz ist festgelegt (§ 266 HGB).

Elektronische Übermittlung von Jahresabschlüssen (E-Bilanz)

Offenlegungspflichtige Unternehmen können ab dem 1. Januar 2012 ihre Jahresabschlüsse beim elektronischen Bundesanzeiger einreichen. Für das Wirtschaftsjahr 2012 ist die elektronische Übermittlung noch freiwillig, für die folgenden Jahre wird die E-Bilanz dann zwingend.

(Quelle: GründerZeiten 23, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis:   ©-Gunnar-Assmy – Fotolia.com)

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