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Controlling und Liquiditätsplanung

Geschenk aus verschiedenen GeldscheinenIn Ihrer Liquiditätsplanung stellen Sie für jeden Monat Ihre Einnahmen Ihren Ausgaben gegenüber. Sie sollte einen Zeitraum von sechs, besser jedoch zwölf Monaten umfassen. Aus der Differenz der Einnahmen und Ausgaben ergibt sich der monatliche Saldo, also die Liquidität, die Sie zur Verfügung haben, um die anstehenden finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Womöglich stellt sich auch ein Liquiditäts-Fehlbetrag heraus, den Sie schnellstmöglich beheben sollten.

Liquiditätsplanung ist Chefsache

Liquiditätsplanung und -sicherung sind Fleißarbeit. Und Chefsache: D. h., Sie sollten sie nicht aus Bequemlichkeit allein der Buchhaltung oder dem Steuerberater überlassen.

Faktor Zeit

Bei der Liquiditätsplanung spielt der Faktor Zeit eine besondere Rolle: Ein Unternehmen, das zwar mit einem hohen Zahlungseingang rechnen, jedoch die aktuell fälligen Zahlungsverpflichtungen wie z. B. Löhne oder Steuern nicht bezahlen kann, ist von der Zahlungsunfähigkeit und somit vom Aus bedroht, selbst wenn es durch Einnahmen nur vier Wochen später über ausreichende flüssige (liquide) Zahlungsmittel verfügen würde.

Voraussetzung: aussagefähige Kostenrechnung

Voraussetzung für eine Liquiditätsplanung ist eine funktionierende und aussagefähige Kostenrechnung: Welche Kosten haben Sie in Ihrem Unternehmen? Wie hoch sind sie? Wann fallen sie an?

Liquiditätsplanung und Fälligkeitstermine

Einnahmen bzw. Ausgaben verändern den Stand der verfügbaren Zahlungsmittel (Kassenbestand + Bankguthaben) täglich.

Wichtig bei den Abgängen: Wie viele Tage oder Wochen bleiben Ihnen, um die anstehenden Rechnungen Ihrer Lieferanten zu bezahlen? Wie langekönnen Sie über Ihre Zahlungsmittel anderweitig verfügen? Berücksichtigen Sie dabei die Fälligkeitstermine und nicht die Zahlungsfristen, die Sie tatsächlich in Anspruch nehmen.

Wichtig bei den Zugängen: Wann können Sie – für Produkte oder Leistungen – Ihren Kunden Rechnungen stellen? Wann können Sie damit rechnen, dass zusätzliche Zahlungsmittel in die Kasse fließen? Welches Zahlungszielhaben Sie den Kunden eingeräumt? Ab wann können Sie realistischerweise damit rechnen, dass diese zusätzlichen Zahlungsmittel in der Kasse sind?

Liquiditätsreserve

Sorgen Sie dafür, dass Sie jederzeit über eine „eiserne“ Reserve verfügen können. Diese eigenen flüssigen Mittel sind, zusammen mit Ihrer Kreditlinie bei der Bank, Ihre Liquiditätsreserve. Faustregel: Die Liquiditätsreserve muss für drei Monate ausreichen.

Kontokorrentkredit

Langfristige Investitionen (z. B. Maschinen, Grundstücke) dürfen nicht zu Lasten der laufenden Liquidität gehen. Das bedeutet: Sie sollten z. B. nicht mit einem Kontokorrentkredit finanziert werden. Der Kreditrahmen des Kontokorrents ist erstens teuer. Zweitens sollte er immer für schnelle und kurzfristig anfallende Finanzierungen und als Liquiditätsreserve zur Verfügung stehen.

Einräumung von Zahlungszielen

Verkaufen Sie Ihre Leistung nicht über großzügige oder branchenunübliche Zahlungsziele. Bieten Sie Ihren Kunden vielmehr Anreize, möglichst rasch zu zahlen (Skonto). Bei größeren Kreditbeträgen sollten Sie Sicherheiten (z. B. Bankbürgschaften) verlangen. Kalkulieren Sie in jedem Fall Ihre eigenen Kosten, die Ihnen durch den Lieferantenkredit entstehen, in den Angebotspreis ein.

Rechnungsstellung

Zögern Sie nicht damit, unverzüglich Ihre Forderung in Rechnung zu stellen, wenn Sie Ihre vereinbarte Leistung erbracht haben. Achten Sie dabei auf korrekte und vollständige Aufzählung Ihrer erbrachten Leistungen und stellen Sie sicher, dass die jeweils vereinbarten Preise in Rechnung gestellt werden.

Zahlungseingänge

Viele (junge) Unternehmen verlieren erledigte Aufträge nach der Rechnungsstellung schnell aus dem Blick. Das führt nicht selten zu Liquiditätsproblemen, wenn diese Rechnungen nicht fristgerecht bezahlt werden. Stellen Sie sicher, dass Zahlungstermine und Zahlungsbeträge in Ihrem Rechnungswesen genauestens überwacht werden. Ihr Kunde erwartet von Ihnen pünktliche Lieferung. Verlangen Sie von Ihrem Kunden daher auch die pünktliche Zahlung zum vereinbarten Zahlungsziel.

(Quelle: GründerZeiten 23, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis:  ©-ArVis – Fotolia.com)

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