Drucken

Der Export

AufbewahrungsfristenBeinahe jeder vierte Arbeitsplatz hängt in Deutschland direkt oder indirekt vom Export ab. Der Export ist somit für die Wirtschaft Deutschlands eine der tragenden Säulen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Das Auslandsengagement von kleinen und mittleren Betrieben ist aber gegenüber dem der Großunternehmen eher bescheiden. Dabei könnten die Aktivitäten und der Erfolg der kleinen und mittleren Unternehmen auf den internationalen Märkten durchaus gesteigert werden.

Die wichtigsten Exportmärkte

2012 war für die deutschen Exporteure ein erfolgreiches Jahr. Sie steigerten ihre Ausfuhren auf fast 1,1 Billionen Euro. Besonders kräftig stieg der Absatz von Kfz, Maschinen, Chemieerzeugnissen und Elektrowaren. Der größte Anteil der deutschen Exporte geht in die Mitgliedstaaten der EU. Mit Abstand der bedeutendste Absatzmarkt für deutsche Waren ist und bleibt Frankreich, gefolgt von den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Italien. Erst an siebter Stelle in der Rangfolge steht die Volksrepublik China, allerdings mit zunehmender Bedeutung.

Typische Exportgüter

Die höchsten Anteile an den deutschen Ausfuhren haben Kfz und Kfz-Teile, Maschinen, chemische Erzeugnisse, Datenverarbeitungsgeräte und elektronische sowie optische Erzeugnisse.

Exportmarkt identifizieren

Für viele kleine und mittlere Unternehmen spielt vor allem die Marktnähe zu dem ein oder anderen Nachbarland eine sehr entscheidende Rolle. Schweizer Kunden beziehen z.B. über ein Viertel ihrer Einfuhren aus dem deutschen Bundesland Baden-Württemberg. Das sieht an den Grenzen zu anderen Nachbarländern Deutschlands ähnlich aus. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass sich Unternehmen, die gerade ihr Exportgeschäft aufbauen, zuerst einmal vor ihrer „Haustüre“ umsehen. Meist sind die Sprachprobleme viel geringer und die Exportabwicklung leichter zu handhaben. Ein wichtiges Auswahlkriterium für einen geeigneten Exportmarkt ist auch die Sprache. Es ist erstaunlich, in wie vielen Ländern man mit Deutsch zurechtkommt: im französischen Grenzgebiet, in Dänemark, in den Nieder-landen, in Belgien, Luxemburg und Österreich, in der Schweiz, aber auch in Tschechien und Ungarn.

Typischer Fehler: keine Marktkenntnis

Ein typischer Fehler bei kleinen und mittleren Unternehmen ist z.B., dass viele überhaupt nicht prüfen, ob ihr Produkt auf dem ausländischen Markt abgesetzt werden kann. Es fehlt sowohl an Markteintrittsstrategien als auch an Marktanalysen, die ein klares Bild über Kaufkraft, Kundenstruktur, Absatzwege usw. vermitteln. Fehler werden auch sehr häufig bei der Auswahl des Exportlandes gemacht: Für ein kleines oder mittleres Unternehmen ist es oft nicht sinnvoll, auf exotischen Exportmärkten nach Kunden zu suchen. Vor allem diejenigen, die ihren Export erst aufbauen wollen, sollten sich in der Regel zunächst einmal in ihren Nachbarländern umschauen, denn schließlich kommt es auf die Absatzchancen und nicht auf die Entfernung des Marktes an.

Kosten: oft unterschätzt

Mit dem Aufbau von Exportstrategien ist ein nicht unerheblicher finanzieller und zeitlicher Aufwand verbunden: Man muss die Produkte an den anderen Markt anpassen, angefangen bei der Übersetzung der Produktbeschreibung über die Verpackung bis hin zur Produktanpassung an den Kundenwunsch. Hohe Umsatzerwartungen können sich auch nur dann erfüllen, wenn in den Vertriebsweg investiert wird. Wichtig ist außerdem eine Budgetplanung, die gemeinsam mit dem ausländischen Geschäftspartner erstellt werden muss. Klar muss sein: Wer kauft mein Produkt? Warum soll der Kunde mein Produkt kaufen? Wie will ich mein Produkt absetzen? Wie viel will ich absetzen? Was ist bisher erreicht worden?

Unterstützung: Deutsche Auslandshandelskammern

Wer Auslandsmärkte erschließen möchte, sollte sich zur Beratung und Unterstützung an die deutschen Auslandshandelskammern bzw. an die Delegiertenbüros der deutschen Wirtschaft wenden, die in über 80 Ländern vertreten sind. Sie helfen bei der Beurteilung der Marktchancen in den jeweiligen Branchen und bieten direkte Unterstützung beim Exportaufbau. Sie können auch wichtige Hinweise zu den Geschäftsgepflogenheiten in den einzelnen Ländern geben. Die Kontaktadressen und persönlichen Ansprechpartner sind bei den Industrie- und Handelskammern unter der Webadresse www.ahk.de zu bekommen.

Warenhandel innerhalb der EU

Umsatzsteuer

Für eine steuerfreie Lieferung aus einem EU-Land in ein anderes EU-Land muss die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Lieferanten und des Käufers in der Rechnung angegeben sowie auf die Steuerfreiheit der Lieferung hingewiesen werden: „steuerfrei nach § 4 Nr. 1b UStG“. Die Rechnung muss außerdem die genaue Warenbezeichnung und alle handelsüblichen Angaben (z. B. Name und Anschrift des Käufers, Einzel- und Gesamtpreis der Ware, genaue Warenbezeichnung, Gewicht der Ware sowie Liefer- und Zahlungsbedingungen) enthalten. Der Importeur entscheidet über die Anzahl der Rechnungen.

Verbrauchsteuer

Für verbrauchsteuerpflichtige Waren (Tabak, Spirituosen, Schaumwein, Bier, Kraftstoffe) werden innerhalb der EU Verbrauchsteuern erhoben. Verbrauchsteuern sind indirekte Steuern auf den Verbrauch oder die Nutzung bestimmter Erzeugnisse. Im Gegensatz zur Mehrwertsteuer sind dies in der Regel spezifische Steuern, d. h. sie werden als Geldbetrag je Erzeugnismenge angegeben. Die Einnahmen aus den Verbrauchsteuern fließen in vollem Umfang den Mitgliedstaaten zu.

Ursprungszeugnisse

Ursprungszeugnisse sind in der Regel für EU-Ursprungswaren sowie für Waren aus Drittländern, die sich in der EU im zollrechtlich freien Verkehr befinden (verzollte Waren) nicht erforderlich. Für Re-Exporte können jedoch Ursprungszeugnisse in einfacher Ausfertigung gefordert werden. Unterliegt die Ware einer Importbeschränkung, ist in jedem Fall ein Ursprungszeugnis erforderlich. Eine Warenverkehrsbescheinigung T2 M (zweifach) ist nur für Fischereierzeugnisse notwendig, die mit einem in der EU beheimateten Schiff angelandet werden. Die vom Kapitän des Schiffes auszufüllende Bescheinigung wird von den Zollstellen ausgestellt. Konnossemente müssen nicht beglaubigt werden.

Verpackung, Etikettierung

Zu beachten ist die EU-Verpackungsrichtlinie 94/62 vom 20. Dezember 1994, die Regelungen zur Vermeidung, Verminderung und Verwertung von Verpackungsabfällen enthält. Seit dem 20. Mai 1998 ist derjenige für die Verpackungsentsorgung verantwortlich, der die Waren in den Verkehr bringt. Das heißt, die Verpackungen müssen wieder zurückgenommen und verwertet werden. Für die Markierung der Packstücke bestehen in der Regel keine Sondervorschriften. Bezüglich der Sonderregelungen sollte jeweils der Importeur befragt werden. Was die Etikettierung betrifft, gibt es vor allem für Agrarerzeugnisse, Lebensmittel und pharmazeutische Erzeugnisse eine Reihe von Sondervorschriften.

(Quelle: GründerZeiten 09, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: ©-DOC-RABE-Media – Fotolia.com)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Hinweis:
Bitte beachten Sie unsere Blogregeln. Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihres Kommentars. Je nach Inhalt behalten wir uns vor, von einer Veröffentlichung abzusehen. Mit dem Absenden Ihres Kommentars stimmen Sie der Veröffentlichung auf dieser Website zu. Auf Wunsch des Absenders können Kommentare auch wieder gelöscht werden. Bitte senden Sie in diesem Fall eine E-Mail an den Administrator.