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Viele Darlehen lassen sich gebührenfrei kündigen

Finanzenso in der Zeitschrift „Die Welt“ vor einigen Wochen nachzulesen und auch die Verbraucherzentralen weisen in letzter Zeit vermehrt auf diese Möglichkeiten hin: „Im zweiten Anlauf zu billigem Baugeld“ (Handelsblatt v. 18.9.2013).

Wenn es eine solche Möglichkeit für Verbraucher gibt, die Zinsentwicklung zum eigenen Vorteil zu nutzen, was hat dies mit der unternehmerischen Sphäre zu tun? Kann ein Unternehmer hieran ebenso partizipieren?

Wie meist im Leben, es kommt darauf an! Zunächst einmal steht bei Darlehen das gesetzliche Widerrufsrecht ausschließlich Verbrauchern im Sinne des § 13 BGB zu.

In vielen Fällen haben die Unternehmer ihre gewerblich genutzten Immobilien „privat“ gebaut/finanziert und im Anschluss an ihre Unternehmen vermietet oder verpachtet. Manchmal schließen sich auch mehrere Personen zu einer Bauherrengemeinschaft (z. B. als GbR) zusammen und stemmen somit die Finanzierung.

Diese „alten“ Finanzierungen belasten nun vom Zinssatz. Man könnte heute deutlich bessere Konditionen verabreden. Doch Banken und Sparkassen entlassen ihre Kreditnehmer nicht so einfach aus den Festzinsvereinbarungen.

Da kann ein Blick in die relevanten Darlehensverträge einen ersten Hinweis geben, denn sehr oft sind diese Immobilienfinanzierungen als sog. Verbraucherdarlehen ausgestaltet. Wenn dem so ist, dann sollte man sich mit anwaltlicher/fachmännischer Unterstützung die damit zwingend verbundenen Widerrufsbelehrungen/-informationen anschauen.

Wenn diese nicht „100%ig“ den jeweiligen Musterwiderrufsbelehrungen entsprechen, kann dies für den Darlehensnehmer ein „ewiges Widerrufsrecht“ beinhalten. D. h., dass er noch (viele) Jahre nach dem ursprünglichen Vertragsabschluss sein Darlehen widerrufen kann. Solche Analysen sind meist haarspalterisch. Hier kommt es bisweilen auf einzelne Worte bzw. die Interpunktion an. Kaum zu glauben, aber zum Leidwesen der Kreditinstitute wahr. Beispiel: Eine Datumsangabe in der Widerrufsbelehrung, die nicht in der Reihenfolge Tag/Monat/Jahr, sondern (modern) genau umgekehrt in der Folge Jahr/Monat/Tag gehalten ist, führt dazu, dass der Verbraucher nicht ordnungsgemäß belehrt ist.

Auf dieser Basis ist es dem Darlehensnehmer möglich, mit seiner Hausbank oder einem anderen Finanzierungspartner neue und sicherlich bessere Zinskonditionen auszuhandeln.

Zugegeben, nicht einfach! Die Banken werden im Normalfall zunächst blocken. Aus mannigfachen Fällen weiß ich jedoch, ein steiniger, dennoch lohnenswerter Weg.

(Gastbeitrag von Willi Plum, Viersen, www.williplum.de)
(Bildnachweis: ©-Tatjana-Balzer – Fotolia.com)

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