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Forderungsmanagement – Kreditversicherung und mehr …

Binary code - Virus searchUnternehmen können sich in der Regel gegen ausbleibende Zahlungen versichern. Die Versicherung zahlt, wenn Außenstände offenbleiben, weil der Kunde zahlungsunfähig ist. Ein Unternehmen ist zahlungsunfähig, wenn

  • das Insolvenzverfahren eröffnet oder die Eröffnung vom Gericht – mangels Masse – abgelehnt worden ist;
  • das gerichtliche Vergleichsverfahren eröffnet worden ist, um eine Insolvenz abzuwenden;
  • mit sämtlichen Gläubigern ein außergerichtlicher Liquidationsvergleich zustande gekommen ist;
  • eine vom Versicherungsnehmer vorgenommene Zwangsvollstreckung nicht erfolgreich war.

Factoring

Beim Factoring tritt ein Unternehmen seine Außenstände an ein anderes Unternehmen (Factor) ab. Das Factoring-Unternehmen muss nun seinerseits alle Außenstände beim Schuldner eintreiben. Es muss die Forderungen seines Vertragspartners übernehmen und (im Voraus) bezahlen. Der Factor übernimmt damit das Bonitäts- und Insolvenzrisiko des Kunden. Er hat allein für das Inkasso zu sorgen. Diese Risiken lassen sich Factoring-Institute selbstverständlich bezahlen.

Forderungen aus Werkverträgen

Für diejenigen, die Leistungen im Rahmen von Werkverträgen erbringen, bietet das Forderungssicherungsgesetz (FoSiG) besondere vertragliche Sicherheiten. Sie helfen nicht zuletzt Handwerkern dabei, Zahlungsausfälle zu vermeiden und Forderungen besser durchzusetzen. Beispiele:

Sicherheiten

Auftragnehmer können Sicherheiten in der Höhe der noch nicht gezahlten Vergütung sowie der dazugehörenden Nebenforderungen (Verzugszinsen, Ersatzansprüche) verlangen. Diese Sicherheiten können durch eine Bankbürgschaft des Auftraggebers geschaffen werden. Auftragnehmer haben das Recht, einen bereits geschlossenen Vertrag zu kündigen, wenn eine verlangte Sicherheit nicht geleistet wird.

Abschlagszahlungen

Wer Werkleistungen erbringt, kann von seinem Kunden Abschlagszahlungen fordern. Nach dem Gesetz steht Auftragnehmern eine Abschlagszahlung in der Höhe zu, in der der Kunde durch die Werkleistung einen Wertzuwachs erlangt hat. Voraussetzung dafür ist weder eine abgeschlossene Leistung noch die Übertragung des Eigentums auf den Kunden. Der Kunde darf die Abschlagszahlung dabei nicht wegen unwesentlicher Mängel verweigern.

Werklohnanspruch

Ein Auftraggeber kann einen Werkvertrag kündigen. Für den Teil des Auftrags, der bereits erledigt ist, hat der Auftragnehmer Anspruch auf den vollen Werklohn.

Schutz für Bauhandwerker

Ein Bauhandwerker kann auch als Subunternehmer seinen Werklohnanspruch gegenüber seinem Auftraggeber (Generalübernehmer, Bauträger) auch dann einfordern, wenn das Gesamtwerk durch dessen Auftraggeber (Bauherr) abgenommen wurde oder als abgenommen gilt. Das heißt: Der Auftraggeber darf die Zahlung nicht mehr dadurch verzögern, dass der eigentliche Auftraggeber (Generalübernehmer, Bauträger) das Werk des Subunternehmers noch nicht gesondert abgenommen hat.

(Quelle: GründerZeiten 08, BMWi, Berlin)
(Bildnachweis: © stillkost – Fotolia.com)

Ein Gedanke zu “Forderungsmanagement – Kreditversicherung und mehr …

  1. Ich würde diese Aufzählung der Schadensfälle gerne noch ergänzen. Wer schon einmal einen Gerichtsvollzieher beauftragt hat, weiß wie lange man auf eine Vollstreckung seiner Forderungen wartet. Der Fall, dass der Schuldner unbekannt verzieht, ist ebenfalls nur unzureichend in der Vergangenheit abgesichert gewesen. Der sogenannte Protracted Default (Nichtzahlungstatbestand) ist ein zusätzlicher Schadensfall im Rahmen der Kreditversicherung und verkürzt in oben genannten Fällen das Warten auf eine Entschädigung erheblich. Sollte das Inkasso des Versicherers nicht innerhalb von z. B. 90 Tagen erfolgen, tritt der Schadensfall ein und Sie bekommen Ihr Geld.

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