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Kosten sparen im E-Commerce: Erfolg mit kleinen Budgets!

businessman with briefcaseIm Vergleich zu einem Ladenlokal mit Fixkosten wie der Immobilienmiete klingt ein Onlineshop wie eine Low-Budget-Version, die keineswegs weniger erfolgreich sein muss. Tatsächlich bietet der Einstieg ins E-Commerce die Chance, sich deutlich preisgünstiger als offline neue Käufergruppen zu erschließen und das durch das im Prinzip grenzenlose Internet selbst über Ländergrenzen hinweg. Allerdings gibt es natürlich auch E-Commerce-Erfolg nicht völlig kostenlos und gerade Händler mit kleinen Budgets laufen beim Handel im Internet ebenso wie offline Gefahr, sich zu hohe Kosten aufzuhalsen. Insbesondere sie sollten daher nach Strategien suchen, die ihre E-Commerce Kosten möglichst gering halten, ohne dabei ihre Erfolgsaussichten allzu sehr zu beschränken. Ein paar Tipps geben hier erste Anregungen dafür.

Shopsystem: Berücksichtigen Sie Kosten UND Folgekosten!

Die Auswahl des richtigen Shopsystems ist extrem wichtig. Ein gutes Shopsystem unterstützt in vielerlei Hinsicht das Marketing und kann eine ganze Reihe von wichtigen Aufgaben teilweise automatisieren, etwa die Kundenverwaltung oder Produktnachbestellungen. Man sollte sich deshalb eine intensive Marktschau vor der Auswahl des Systems gönnen, sich für nichts Überdimensioniertes entscheiden, aber auch nicht aus Kostengründen vorschnell die scheinbar günstigste Variante wählen. Manches etwas teurere System enthält vielleicht Funktionen, die in der Folgezeit stetig Kosten für notwendige Abläufe reduzieren, wodurch sich der anfängliche finanzielle Mehraufwand schnell amortisiert.

Zeit ist Geld

„Zeit“ und „Geld“ sind im E-Commerce zwei Ressourcen, die einander bis zu einem gewissen Grad ersetzen können. Das bedeutet: Ein geringes Budget kann man zum Teil mit einem höheren (Arbeits-) Zeiteinsatz kompensieren. Allerdings hat ein Tag nur 24 Stunden und es gibt so zahlreiche Aufgaben rund um den Onlineshop, dass der Tag besser 30 oder 40 Stunden hätte, wenn man zu sehr auf die Ressource „Zeit“ setzt. Betreiber von Onlineshops sollten auch ihre eigene Arbeitszeit deshalb in Form eines fiktiven Stundenlohns in Kostenrechnungen einfließen lassen. Das verhindert den übermäßigen Zugriff auf eine Ressource, die manch einer bisweilen für unbegrenzt verfügbar hält.

Kostengünstige Werbeideen

Das Thema kann hier nur angerissen werden. Nur so viel: Das Internet hat die Möglichkeiten für effektive UND kostengünstige Werbung deutlich erweitert. Bezogen auf finanzielle Kosten lässt sich im Extremfall (!) beispielsweise eine Social Media Marketing Strategie realisieren, die 0 € kostet. Aber auch hier gilt: Man sollte den Zeiteinsatz bei Kosten-Rechnungen nicht vergessen. Gutes Social Media Marketing kostet Zeit und nur GUTES Social Media Marketing kann den Einsatz wert sein.

Ein besonderer Vorteil einiger Internet-Werbeformen: Werbende zahlen oft erst dann, wenn die Werbung ihnen zumindest bereits einen Teilerfolg gebracht hat. Das gilt etwa für Suchmaschinenwerbung, bei der man erst zahlt, wenn der potenzielle Kunde auf die Werbung geklickt hat. Im Extremfall kann man (etwa beim Affiliate Marketing) auch mit Seitenbetreibern vereinbaren, erst dann für Werbung auf ihren Seiten zu bezahlen, wenn der Umworbene tatsächlich etwas gekauft hat. Allerdings muss man demjenigen, der die Werbung veröffentlicht, dafür dann auch eine höhere Provision bieten, was wiederum in eine vernünftige Kalkulation einfließen sollte.

Letztlich gilt beim Thema Kostengünstige Werbeideen: Man sollte nicht versuchen, das Rad neu zu erfinden. Im Internet existieren zahlreiche Quellen, in denen Experten kostengünstige Werbeideen vorstellen und ihr Wissen mit Lesern kostenfrei teilen. Händler sollten sich deshalb vielleicht täglich eine Stunde Zeit für kostenfreie Bildungsmaßnahmen nehmen. Das  stärkt ihr Potenzial, kostengünstig UND erfolgreich im Internet zu verkaufen. Aber Achtung: Nicht alle Experten sind gleich gut und wer todsichere Erfolgsrezepte verspricht, ist höchstwahrscheinlich ein Lügner.

Das leidige Thema „Retouren“

Kommen Retouren allzu häufig vor, kann das Umsätze im Nachhinein deutlich reduzieren und nicht unerhebliche Kosten verursachen. Um die Retouren-Raten zu senken, sollte man potenziellen Kunden deshalb eine möglichst gute Chance geben, ein Produkt kennen zu lernen, bevor sie es vielleicht bestellen. Es ist besser, jemand kauft etwas NICHT, als dass er es kauft und zurückschickt, weil es doch nicht seinen Erwartungen entspricht.

Vergessen Sie Ihre Zielgruppe nicht

Um Kosten zu sparen, sollte man sich immer bewusst sein, wer eigentlich die Zielgruppe ist, die man mit seinen Angeboten besonders anspricht. Werbung mit zu hohem Streuverlust, die also in hohem Maß die Falschen erreicht, kostet oftmals deutlich mehr (an Zeit und/oder Geld), als sie erreicht. Deshalb gilt auch, dass Händler niemals ihre wichtigsten (!) Kennzahlen aus den Augen verlieren sollten. Ein Beispiel: Eine Facebook-Fanseite hat 3.000 Fans. Sehr schön. Einerseits. Andererseits steckt oftmals auch viel Arbeit darin, die 3.000 Fans zu gewinnen. Und wenn 2.500 von ihnen nur deshalb Fans geworden sind, weil sie die lustigen Postings des Seitenbetreibers toll finden, während die Chance, dass sie bei ihm auch etwas kaufen, im Nanobereich liegt, hat er nicht viel gewonnen. Im Gegenteil: Er hat Ressourcen verschwendet, unnötige Kosten verursacht.

(Christian Arno, Lingo24)
(Bildnachweis: © peshkova – Fotolia.com)

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