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Gründercoaching Deutschland – Beratungsförderung für Existenzgründer

Zahnräder mit PlanGerade zu Beginn einer Existenzgründung gibt es eine Menge Fragen, die man nicht alle selber beantworten kann. Um hier Hilfestellung zu bekommen, gibt es ein spezielles Förderprogramm – das KfW Gründercoaching Deutschland. Ein paar wichtige Informationen sind an dieser Stelle einmal zusammengetragen.

Für wen gibt es die Förderung?
Zunächst stellt sich natürlich die Frage, wer das Förderprogramm in Anspruch nehmen kann. Hier gibt es eine einfache und nachvollziehbare Vorgabe. Alle Unternehmen mit einem Firmensitz in Deutschland, die sich in den ersten fünf Jahren nach der Existenzgründung befinden, kommen für diese Förderung in Frage. Ausgenommen davon sind Steuerberater, Unternehmensberater und Gewerbetreibende aus den Bereichen Landwirtschaft, Aquakultur und Fischerei. Weiterhin gilt die Förderung nur dann, wenn ein Vollgewerbe besteht, somit greift die Förderung nicht bei nebenberuflich Selbstständigen. Auch dürfen nicht mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigt bzw. mehr als 50 Millionen Euro Umsatz erzielt werden. Aber ansonsten gilt die Förderung sowohl für Gewerbetreibende, Freiberufler als auch für verschiedene Rechtsformen. Die Chancen stehen also gut, dass man durch dieses Programm Unterstützung erhalten kann.

TIPP: Auch Unternehmer bis ins 5. Jahr erhalten die Förderung.

Was genau wird gefördert?
Wenn man nun weiß, ob man für die Förderung in Frage kommt, geht es natürlich darum, wie diese am effektivsten genutzt werden kann. Da es sich um eine Förderung für die Beratung durch einen erfahrenen Coach oder Unternehmensberater handelt, stehen eine Menge verschiedener Themenfelder zur Verfügung. Diese können im Rahmen des Coachings gemeinsam erarbeitet werden. Dazu gehören etwa:

  • Optimierung des Businessplans
  • Vorbereitung von Finanzierungsgesprächen bei Banken
  • Erstellung von Vertriebskonzepten
  • Optimierung des Personalwesens
  • Entwicklung einer Marketingstrategie

So hat der Existenzgründer die Möglichkeit, zunächst selbst genau zu bestimmen, wo der Schuh drückt, um diese Themen dann mit einem erfahrenen Berater zu besprechen und Lösungen zu entwickeln.

TIPP: Wählen Sie die Themen aus, die für Sie wichtig sind und bei denen Sie am meisten Unterstützung benötigen.

Wie hoch ist die Förderung?
Im Rahmen des Gründercoaching Deutschland werden die anfallenden Beratungskosten für den antragsberechtigten Existenzgründer oder Jungunternehmer in den alten Bundesländern zu 50 Prozent und in den neuen Bundesländern zu 75 Prozent bezuschusst. Dabei werden förderfähige Kosten bis zu einer Summe von 6.000 Euro unterstützt. Somit ergibt sich in den alten Bundesländern ein Zuschuss von 3.000 Euro und in den neuen Bundesländern von 4.500 Euro. Gefördert wird jeweils ein Tagessatz von maximal 800 Euro.

TIPP: Sie können das Programm auch mehrfach in Anspruch nehmen, sofern Sie die Förderhöchstsumme nicht beim ersten Mal komplett ausnutzen.

Wie bekomme ich die Förderung?
Der Antragsweg für das Gründercoaching ist nicht schwer. Die wichtigsten Schritte sind hier dargestellt:

Schritt 1: Beratungsthema wählen und Berater suchen
Zunächst sollten Sie natürlich wissen, wo die Schwerpunkte Ihrer Beratung liegen. Nachdem Sie dies definiert haben, geht es an die Beratersuche. Mit der KfW-Beraterbörse lässt sich ein Berater in Ihrer Nähe einfach finden.

TIPP: Achten Sie bei der Wahl des Beraters auf die Beratungserfahrung und die thematische Ausrichtung.

Schritt 2: Beratungsgespräch
Nach der Kontaktaufnahme zu einem zugelassenen Berater sollte man sich in einem ersten Gespräch einen Eindruck verschaffen, ob es persönlich und fachlich passt und dann den Umfang der Beratung fixieren.

TIPP: Nicht nur die fachliche Qualifikation, sondern auch das persönliche Miteinander spielt eine Rolle.

Schritt 3: Antragstellung
Der Antrag kann über die Antragsplattform einfach online gestellt werden.

TIPP: Lassen Sie sich bei der Antragstellung durch Ihren Berater unterstützen.

Schritt 4: Termin mit dem Regionalpartner
Um den Antrag förmlich zu stellen, vereinbart man im nächsten Schritt einen Termin mit dem zuständigen Regionalpartner. Das ist in der Regel die IHK oder die Wirtschaftsförderung vor Ort. Auch diesen findet man einfach online.

TIPP: Dies ist kein Bewerbungsgespräch, nutzen Sie die Erfahrung Ihres Ansprechpartners.

Schritt 5: Beratervertrag
Nachdem der Termin stattgefunden hat und die Zusage zum Förderprogramm postalisch eingegangen ist, schließt man mit seinem gewählten Gründungsberater den Beratervertrag zur Durchführung des Coachings ab.

TIPP: Sie können auch wählen, ob Sie in Vorleistung treten und der Zuschuss an Sie gezahlt wird oder ob der Zuschuss an den Berater geht.

Schritt 6: Abschluss der Beratung
Am Ende des Gründercoachings Deutschland werden die erforderlichen Unterlagen bei der KfW-Bank eingereicht. So wird sichergestellt, dass der Zuschuss auch ausgezahlt werden kann.

TIPP: Geben Sie Ihrem Berater ein Feedback, ob Sie die Ziele, die sie vorher gemeinsam gesteckt haben, auch erreichen konnten.

Fazit:
Das Programm richtet sich an eine Vielzahl von Existenzgründern und ist in der Themenwahl breit aufgestellt. Der Existenzgründer erhält so für eine gewisse Zeit Unterstützung durch einen erfahrenen Profi, um die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg durch professionelle Beratung zu erhöhen.

(Felix Thönnessen, thoennessenpartner)
(Bildnachweis: 3©-SP-PIC – Fotolia.com)

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