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Die Conversionrate – Content bleibt König

© senoldo - Fotolia.comMittlerweile gibt es viele Seiten, die komplett WDF*IDF optimiert, SEOtechnisch durchgestylt und durch gekaufte Backlinks die Top 10 der Google Suchergebnisse anführen. Professionelle Linkbuilder verdienen pro Kunden teilweise hohe vierstellige Beträge und das SEO Geschäft boomt. Aber boomt im Anschluss auch immer das Geschäft des Kunden? Oder basiert der Erfolg vieler SEO Agenturen auf der Unwissenheit und der marketingtechnisch fehlerhaften strategischen Ausrichtung vieler Unternehmen? Denn ein Punkt wird bei all der On- und Offpageoptimierung gerne vergessen.

Was bringen mir fünfstellige Trafficerfolge, wenn keiner dieser Bescher an meinem Angebot interessiert ist? Zugegeben, für Werbeseiten ist dieser Punkt eher sekundär und entsprechende Webmaster können an diesem Punkt auch gerne das Lesen dieses Artikels einstellen. Auch Blogs leben natürlich sehr gut von guten Besucherzahlen, sollten sich aber auch darüber freuen, wenn Besucher auch die Artikel lesen.

Viele Unternehmen greifen gerne auf SEO zurück, da beispielsweise nutzenbringender und nachhaltiger Linkaufbau durch guten Content und daraus resultierenden Social Signals sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Jedoch bringt es dem eigenen Unternehmen letztendlich nichts, wenn alle Besucher die Firmenseite, auf Grund verschiedenster Faktoren, nach dem ersten Klick, fluchtartig verlassen. Die Betonung liegt auf „eigenem“ Unternehmen. Der gut bezahlte Linkbuilder hat seine Arbeit erfolgreich beendet, wenn statt 1.000 Besucher von nun an 10.000 Besucher Ihre nun optimierte Website fluchtartig verlassen.

Anstatt also den günstigsten SEO Anbieter zu suchen, sollte man die wenige freie Zeit dazu nutzen, über guten Content und Strategien nachzudenken, die dem eigenen Zielpublikum einen wirklichen Nutzen bringen und dieses dadurch zu motivieren, eigenen Content und somit die eigene Website, zu teilen und weiterzuempfehlen. Denn auch nach den Google Ranking Faktoren (siehe Grafik) liegen die Reaktionen der Community und des Zielpublikums (also das Liken, Teilen und kommentieren von Content) und die dadurch entstehenden Social Signals auf den obersten Plätzen zur Beurteilung der Relevanz der eigenen Website.

Zusätzlich hat Google angekündigt, die Bewertung von Websites stärker auf das Userverhalten auszurichten und beispielsweise zu analysieren, wie ein User Ihren Content wahrnimmt. Scrollt er schnell runter oder liest er gleichmäßig? Wie viel Klicks tätigt er auf Ihrer Website, bevor er weiterzieht? Werden Grafiken wahrgenommen oder einfach überflogen? Verfügt die eigene Website über ein nutzerfreundliches Responsive Design? All diese Faktoren kann man nicht durch Linkbuilding und teure, 1000 Wörter langen WDF*IDF Analysen beeinflussen. Obwohl Links auch in Zukunft einen höheren Stellenwert behalten werden, wird es wieder Zeit, zur Kundenorientierung zurückzukehren.

Die Conversionrate – 10 hilfreiche Tipps

Eigentlich ist dies ein alter Begriff, den jeder Marketingfachmann kennen sollte. Letztendlich beschreibt die Conversionrate, die Erfolgsquote. Wenn von 20 angesprochenen Personen zwei Ihr Produkt kaufen, liegt Ihre Conversionrate bei 10%. Soweit die Theorie. In der Welt des Online-Marketings bedeutet der Begriff im Prinzip dasselbe, wobei man in diesem Bereich natürlich den Begriff Erfolg durchaus breiter definieren kann. Nicht jede Website verkauft online Produkte, also wäre schon eine Kontaktaufnahme ein Erfolg. Vielleicht ist es auch nur Ihr Ziel, dass Besucher, statt durchschnittlich zweimal auf Ihrer Website zu klicken und somit eine Unterseite aufrufen, dies zukünftig im Schnitt dreimal tut. Jeder Benutzer, der also zukünftig drei Unterseiten aufruft und dadurch tiefergehendes Interesse an Ihrem Content signalisiert, steigert somit die Conversionrate.

Doch eines haben all diese Indikatoren gemeinsam: Sie setzen guten Content voraus. Denn ohne diesen tätigt ein Besucher auf Ihrer Website nur einen Klick und zwar den auf den „Zurück“ Pfeil, oder vor Schreck sogar das gefürchtete X in der oberen rechten Ecke. Und das ist definitiv kein Erfolg für die Conversionrate.

ranking-faktoren-2012Quelle: http://www.searchmetrics.com/media/images/ranking-faktoren/ranking-faktoren-2012.png

Wie kann man also durch guten Content die Verbreitung eigener Inhalte durch User fördern und somit auch das eigene Ranking bei Google, sowie die gute Reputation und die Conversionrate des eigenen Unternehmens? Dazu gebe ich Ihnen in diesem Artikel 10 kleine Tipps, die Sie bei der Publizierung des eigenen Contents, oder der eigenen Website beachten sollten, wenn Sie tatsächlich neue Kontaktanfragen und Kunden generieren wollen und nicht nur eine bessere Platzierung bei Google. Das strikte Befolgen von Anleitungen verspricht im Internet, sowie in der offline Geschäftswelt, niemals viel Erfolg. Passen Sie Ihre Strategie an Ihre Branche und Ihre Zielgruppe an und nutzen Sie die Tipps eher zur Orientierung.

1. Guter Content geht nicht nur online

Es ist natürlich empfehlenswert, seine Inhalte online zu publizieren. Ob Sie einen guten Artikel geschrieben haben oder Ihrer Zielgruppe in irgendeinem Bereich Ihrer Branche durch Online Turorials Hilfestellung geben können – all dies sind gute Voraussetzungen, um Ihre Conversionrate, Social Signals und somit letztendlich auch Ihr Google Ranking zu verbessern. Vergessen Sie aber, gerade als Unternehmen in der offline Geschäftswelt nicht, dass Ihr Umsatz offline generiert wird. Und so ist es auch mit gutem Content. Veranstalten Sie eine tolle Aktion für Ihre Kunden oder engagieren Sie sich für einen guten Zweck an Ihrem Standort, so verbreiten sich solche Nachrichten heute schneller online als Sie „Content“ sagen können. Wie wäre es mit einer Eiersuchaktion zu Ostern, bei der die Kunden Eier in Ihrem Unternehmen finden müssen, die einen Code auf der Schale haben, den man auf einer speziellen Website eingeben muss, um an einem Gewinnspiel teilzunehmen? Oder lassen Sie Ihre Kunden in Ihrem Unternehmen an einer „Social Media Cam“ kurze Videos aufnehmen, die im Anschluss auf dem firmeneigenen Facebook Account veröffentlicht werden? Oder sind Sie Fotograf? Veranstalten Sie einen Fotocontest und veröffentlichen die schönsten Fotos auf Ihrer Website.

2. Content Strategie

Publizieren Sie nicht wahllos Inhalte. Machen Sie sich einen Marketingplan mit der Bestimmung von Zielgruppe, Streukreis, Werbemittel (Soziale Netzwerk, Blogs, Online Magazine), Werbeträger, also die spezifische Plattform oder den konkreten Blog, auf dem Ihre Inhalte publiziert werden sollen. Und vor allem: Setzen Sie sich ein konkretes und realistisches Ziel (wie viele zusätzliche Backlinks, wie viel Likes oder neue Follower möchte Ich in welchem Zeitraum generieren?), um eine effektive Erfolgskontrolle und anschließend ggf. eine Fehleranalyse durchführen zu können. Es gibt viele Wege, online Inhalte zu verbreiten. Aber nicht jeder passt zu Ihrem Unternehmen und Ihrer Branche. Das Internet ist weltweit – aber Ihr Unternehmen auch?

3. Benutzerfreundlichkeit

Jedes Kaufhaus sollte ein gutes Schildersystem haben. Die Zeiten endloslanger Dropdown Menüs sind vorbei. Aussagekräftige Schlagworte in der primären Menüleiste und eine Navigation durch Textlinks in, im Optimalfall SEO-technisch, gut geschriebenen Texten auf den Unterseiten, können Abhilfe schaffen. Wenn Sie Anbieter eines sehr tiefen Sortiments, oder einer sehr fachlichen Website sind, ist eine Suchfunktion zwingend erforderlich, die den Besuchern ermöglicht, für sie wichtige Inhalte bzw. Produkte schnell zu finden. Wer auf Ihrer Website erst ewig graben muss, fragt lieber bei Google nach einer Übersichtlicheren.

4. Barrierefreiheit

Barrierefreiheit ist nicht nur in der Offlinewelt wichtig. Benutzer sollten Sie möglichst leicht kontaktieren können. Ein gut durchdachtes Kontaktformular sollte, ähnlich der Navi, auf jeder Unterseite zu finden sein. Auf den jeweiligen Inhalt zugeschnitten. Übertreiben Sie es außerdem nicht bei den erforderlichen Angaben. Viele Benutzer wollen schnell Kontakt aufnehmen und keinen Lebenslauf veröffentlichen. Aber benutzen Sie keine Standardkontaktformulare. Wenn Sie z.B. ein Fachgeschäft für Bodenbeläge betreiben, wäre es Sinnvoll, wenn der Benutzer bereits bei der Kontaktaufnahme wählen kann, ob es um Parkett oder Teppichboden geht. Bieten Sie Preise nach Absprache oder stundenabhängig an, lassen Sie den Benutzer die Möglichkeit, sein Budget angeben zu können. Bieten Sie diese Möglichkeiten über Auswahlfelder an, denn viele Benutzer wissen nicht, was in einer Kontaktanfrage wichtig sein könnte. Verlassen Sie sich lieber nicht auf den Text. Fragen Sie erforderliche oder hilfreiche Angaben immer über Auswahlfelder ab. Zur Barrierefreiheit zähle ich außerdem ein, zumindest funktionsfähiges, Responsive Design.

5. Schaffen Sie Vertrauen

Jeder dürfte das Gefühl kennen, einen Laden mit dunklem Eingang zu betreten, wenn man nicht sogar schon durch die geschlossene Tür abgeschreckt wurde. Im Eingangsbereich kein Personal anzutreffen, steigert das Wohlbefinden nicht gerade. Sind Sie der einzige Kunde im Laden? Auch nicht unbedingt vertrauensfördernd. Bye, bye Umsatz. Ähnlich sieht es im Internet aus. Arbeiten Sie mit hellen und freundlichen Farben. Wenn Sie sich einen Webdesigner suchen, vergewissern Sie sich, dass diesem die allgemeine Farbelehre zumindest ein Begriff ist. Seien Sie transparent. Ich empfehle meinen Kunden grundsätzlich die Adresse und Telefonnummer auf der Startseite oder in einem omnipräsenten Headbereich anzugeben. Das macht Sie für Kunden greifbarer und ist vergleichsweise so wichtig, wie ein auf den ersten Blick sichtbarer Verkäufer. Platzieren Sie ein (SCHÖNES) Foto von sich auf Ihrer Website. Greifbare Personen sind gerade im ungreifbaren Internet für Benutzer sehr wichtig – speziell wenn es um ihre Geldbörse geht. Bieten Sie einen Online-Shop an, platzieren Sie z. B. SSL und paysafe Icons auf Ihrer Startseite. Dass der Besucher nicht der „einzige Kunde im Laden“ ist, zeigen Referenzen und Erfahrungsberichte Ihrer bisherigen Kunden, die Sie offensiv präsentieren sollten.

6. It’s time for change

Das Internet ist das flexibelste Medium unserer Zeit und mit ihm auch Ihre Website. Niemand wird Ihre Seite häufig besuchen, wenn Sie keine Neuigkeiten bieten. Richten Sie einen E-Mail Newsletter ein und informieren Sie Ihre Zielgruppe über Neuerungen auf Ihrer Website oder den neusten Artikel, den Sie verfasst haben. Aktualisieren Sie Ihre Startseite immer mit dem neusten Produkt oder wichtigen Nachrichten aus Ihrer Branche.

7. Aus Alt mach Neu

Eine gut aufbereitete Sammlung von guten Videoturorials oder interessanten Artikeln ist häufig wertvoller, als selbst einen guten Artikel zu schreiben, diesen aber falsch zu verbreiten. Häufig setzen sich User ein Lesezeichen für Seiten, die eine übersichtliche Sammlung guten Contents bieten und nicht auf dem Content selbst. Was müsste eine Website Ihnen bieten, damit Sie diese häufiger besuchen?

8. Transparenz

Vermeiden Sie versteckte Kosten, gehen Sie offensiv mit ausverkauften Artikeln um und veröffentlichen Sie objektive Testberichte über Ihr Unternehmen oder Ihre Produkte auf Ihrer Website. Transparenz ist ein sehr wichtiges Instrument, um Vertrauen zu schaffen und neue Kunden zu gewinnen. Häufig kommen Kunden von enttäuschenden Anbietern zu einem neuen – vielleicht zu Ihnen.

9. Hören Sie zu und reden Sie mit

In meinem Berufsalltag im Bereich Social Media Marketing und SEO stelle ich häufig fest, dass dieser Punkt vielen Unternehmen am schwersten fällt. Um allerdings gerade das Linkbuilding und die Social Signals zu fördern, ist eine Möglichkeit für User, sich auf Ihrer Website für alle sichtbar zu Wort zu melden, unverzichtbar. Haben Sie keine Angst vor Kritik, sondern nutzen Sie diese. Nichts schafft mehr Vertrauen, als ein Firmenchef oder Mitarbeiter, der einem Kunden persönlich und öffentlich antwortet. Bekannte Gespräche dieser Art sind virale Könige und verbreiten sich wie Lauffeuer (Beispiel Deutsche Telekom oder Deutsche Bahn). Wichtig: Halten Sie sich bei Ihrer Antwort nicht an trainierte, nichtssagende Phrasen. Antworten Sie als Person und nicht als Unternehmen.

10. Die virale Verbreitung

Guter Content und eine schöne Website nutzt nicht viel, wenn Sie keiner kennt. Werden Sie aktiv in sozialen Netzwerken und verbreiten Sie Ihre Botschaft aktiv auf Blogs und anderen Plattformen, die zu Ihrer Branche passen. Wichtig: Halten Sie sich dabei an teils geschriebene und teils ungeschriebene Gesetze. Diese erfordern einen eigenen Artikel. Nur die wenigsten Webmaster haben das Vergnügen, dass ihr Content bereitwillig verbreitet wird. Fordern Sie ihre Besucher auf, zu liken, zu teilen und zu kommentieren. Werden Sie aktiv und man wird Sie zur wahrnehmen. Wenn Sie jetzt noch guten Content bieten, wird man Sie akzeptieren und empfehlen. Dieser Vorgang erfordert eine Menge Zeitinvestment.

(Ein Gastbeitrag von Arne Heddinga, das eProjekt)

(Bildnachweis: © senoldo – Fotolia.com)

3 Gedanken zu “Die Conversionrate – Content bleibt König

  1. Ich denke, dass es beim Linkbuilding und SEO klar sein sollte, dass gekaufte Backlinks nicht zukunftsgerecht sind. Bei der Suchmaschinen Optimierung und generell beim Internet Marketing ist Content das A und O. Möchte man auch in der Zukunft einiges mit dem professionellen Link Aufbau erreichen, sollte man sich auf den Content bzw. Inhalt beim SEO konzentrieren.

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