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Umsatzsteuer

GeldwäschegesetzAuf (fast) jeden getätigten Umsatz (Warenverkaufe, Leistungen u.a.) wird hierzulande eine Steuer fällig: die Umsatzsteuer (oder auch Mehrwertsteuer genannt). Allgemeiner Satz: 19 Prozent; ermäßigter Satz, z. B. für Lebensmittel: 7 Prozent.

Der Unternehmer ist dazu verpflichtet, dem Kunden diese Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen und im Rahmen der regelmäßigen Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt abzuführen.

Hiervon ausgenommen sind in der Regel die typischen Umsatze bestimmter Berufsgruppen (z. B. Arzt, Physiotherapeut oder Versicherungsmakler). Jedes Unternehmen muss auf die Umsatzsteuerzahlungen vorbereitet sein. Umsatzsteuerzahlungen sind immer bis zum 10. des Folgemonats nach einem Vorauszahlungszeitraum (bei größerem Umsatz pro Monat, bei kleinerem Umsatz pro Quartal) fällig. Achtung: Existenzgründerinnen und Existenzgründer müssen in den ersten zwei Kalenderjahren ihre Umsatzsteuer-Voranmeldungen monatlich abgeben. Dies gilt ausnahmslos auch bereits bei kleinerem Umsatz. Für ausreichende Liquidität muss also gesorgt sein.

Eigene Umsatzsteuerzahlungen abziehen: Vorsteuer

Andererseits darf ein Unternehmer die Umsatzsteuer, die ihm wiederum von anderen Unternehmen in  Rechnung gestellt wird, von seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Finanzamt selbst abziehen: als so genannte Vorsteuer. Dies wirkt sich in aller Regel wohltuend auf die Liquidität eines jungen Unternehmens aus: Denn gerade im ersten Jahr können durch hohe Investitionen entsprechend hohe Vorsteuerbetrage anfallen.

Befreiung von der Umsatzsteuer: Ja oder Nein?

Ein Kleinunternehmer, dessen Umsatz im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen wird und der im Jahr zuvor nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz gemacht hat (Stand: Mai 2010), kann sich von der Erhebung der Umsatzsteuer befreien lassen.

Gleichzeitig muss er alle Rechnungen ohne Mehrwertsteuer stellen und kann folglich auch keine Vorsteuer mehr geltend machen. Sinn ergibt die Umsatzsteuerbefreiung daher vor allem dann, wenn keine hohen Investitionsaufwendungen mit hohem Vorsteueranteil anfallen. Der Vorteil: Ein geringerer Verwaltungsaufwand mit dem Finanzamt für das Unternehmen (z.B. keine monatlichen Umsatzsteuer-Voranmeldungen). Die Kleinunternehmerregelung lohnt sich vor allem für Unternehmen, die Dienstleistungen für Privatpersonen anbieten.

Verschieben der Umsatzsteuervoranmeldung: Ja oder Nein?

Innerhalb der ersten zwei Jahre müssen neu gegründete Unternehmen ihre Umsatzsteuervoranmeldung monatlich abgeben. Auf Antrag kann ein Unternehmer die Frist für die Abgabe der Umsatzsteuer- Voranmeldung um einen Monat verlängern lassen. Diese Möglichkeit ist verlockend, denn für viele ist die Frist für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung knapp. Um das Steueraufkommen sicherzustellen, muss dann 1⁄11 der (erwarteten) Jahressteuer bei Antragstellung vorausgezahlt werden (Sondervorauszahlung). Nachteil: Bekommt man Geld zurück, so ist dies erst einen Monat später in der Kasse. Achtung: Wer die Umsatzsteuer zum fälligen Zeitpunkt nicht oder nicht vollständig entrichtet, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann (Steuerverkürzungsbekämpfungsgesetz). Außerdem fallen automatisch Säumniszuschläge ab dem 1. Tag der Verspätung an. Wer die Umsatzsteuer wiederholt nicht oder zu spät entrichtet, kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft werden.

(Quelle: GründerZeiten 34, BMWi, Berlin)

(Bildnachweis: © H-J-Paulsen – Fotolia.com)

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