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Existenzgründungen im Handel

shopping cartViele Gründerinnen und Gründer wählen als Weg in die Selbständigkeit – nach wie vor – ein Handelsunternehmen, vor allem im Einzelhandel. Keine schlechte Idee. Immerhin geben die privaten Konsumenten knapp ein Drittel ihres Geldes bei Einzelhändlern aus (Quelle: Statistisches Bundesamt, HDE 2010).

Allerdings sind in den vergangenen Jahren die Ausgaben für Energie, Mieten, Altersvorsorge usw. gestiegen. Folge davon ist, dass der Einzelhandel weniger am privaten Konsum partizipiert. Dazu kommt ein verändertes Konsumverhalten. Bei allem, was man im Einzelhandel machen möchte, steht eine entscheidende Frage im Mittelpunkt: Wie viel ist der Konsument bereit, für das Produkt und die Leistung zu zahlen? Besonders wichtig sind daher Konzepte, die das veränderte Ausgaben- und das „neue“ Konsumverhalten berücksichtigen.

Verändertes Konsumverhalten

Bei allen Marketingüberlegungen sollte Folgendes im Hinterkopf behalten werden: Handel ist Wandel. Das klingt banal, aber wer sich in der Branche selbständig machen möchte, sollte sich stets informieren, welche aktuellen Trends die Nachfrage beeinflussen.

Preisorientierung

Nach wie vor sind viele Kunden in Deutschland preissensibel, d. h. sie kaufen gerne preiswert. Gerne beim Discounter, in Fachmärkten und Fachmarktzentren und in SB-Warenhäusern. Von diesem Versorgungseinkauf profitieren großflächige Einzelhandelsformen in Stadtrandlage oder in Gewerbegebieten sowie seit einigen Jahren auch die Factory Outlet Center (FOC). Im Zuge des demographischen Wandels ist derzeit aber auch ein Gegentrend zu beobachten. Es zieht den Handel wieder stärker in die Innenstadt, die Geschäfte werden wieder kleinteiliger, regionale und qualitativ hochwertigere Produkte werden stärker nachgefragt.

Convenience/Service/Betreuung

Konjunktur haben Nahversorger mit Food-Sortiment (Bioläden, Spezialisten für Obst/Gemüse, Wein, Käse, Fisch usw.), oft mit küchenfertigen Lebensmitteln, sowie Fachgeschäfte, oft mit integrierten Serviceleistungen: in Innen-und Stadtteilzentren. Beispiele: Parfümerien mit Kosmetikbehandlung, Fahrräderverkauf mit Fahrradwerkstatt, Juweliere mit Schmuck-Sonderanfertigungen.

Genuss/Wellness/Gesundheit

Das Gesundheitsbewusstsein in einer alternden Gesellschaft steigt. Man gönnt sich was. Hochwertige Produkte, für die Schönheit von innen und außen. Die Kunden gehen in elegante Geschäfte in hoch frequentierten innerstädtischen Lagen. Hierzu zählen Galerien und Passagen, Megastores, Themenkaufhäuser oder Anbieter gängiger und hochwertiger Markenartikel. Kleinere und mittlere Fachgeschäfte müssen sich auf Nischen spezialisieren, um mithalten zu können.

Individualisierung/Erlebnis

Keiner will nur Durchschnitt sein. Der Wunsch, sich aus der Masse hervorzuheben, wird vor allem von den Medien unterstützt. Er findet aber auch Ausdruck in Produkten. Individuelle Maßanfertigungen sind wieder gefragt, ebenso die Variation eines Standardproduktes durch Zugabe bestimmter Accessoires. Einkaufen wird zum Erlebnis für alle Sinne. Manufakturen und Concept-Stores, also Geschäfte, die unterschiedliche Produktwelten vereinen, gewinnen an Bedeutung.

Eingekauft wird immer

Die klassischen Handelssparten für die Grundversorgung (vor allem Lebensmittel, Bekleidung, Wohnung, Arbeit) behalten ihre Bedeutung. Allerdings muss für die Existenzgründung hier auch genau auf Trends und die Einordnung zwischen den Extremen „Masse“ und „Klasse“ geachtet werden. Die Gewinnmargen sind nicht überall üppig.

(Quelle: GründerZeiten 53, BMWi, Berlin)

(Bildnachweis: © adimas-Fotolia.com)

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