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Alle reden über Nachfolge und keiner fängt an

Mangels Nachfolger geschlossenDer Mittelstand ist das Rückgrat unserer Nation heißt es immer. Aber wird das auch in Zukunft so sein? Fast 40% der Seniorchefs finden keinen geeigneten Nachfolger. Der Hauptgrund dafür ist (h)ausgemacht. Wirklich gerne beschäftigen sich die wenigsten Unternehmer mit dem Thema der „Nachfolge“. Der leidenschaftliche Unternehmer möchte sich schlichtweg nicht mit dem Ausstieg aus seinem aktiven Berufsleben auseinandersetzen. Vor allem, wenn er selbst das Unternehmen aufgebaut hat.

Wenn aber Unternehmer nicht frühzeitig die Weichen stellen, dann gefährden Sie nicht nur Ihre eigene Zukunft, sondern auch die der Familie und der Mitarbeiter. Und: Sie gefährden den Wert ihres Unternehmens sowie ihres gesamten bisherigen unternehmerischen Handelns. Immer wieder kommt es vor, dass sich gerade die Inhaber von kleinen und mittelständischen Unternehmen viel zu spät bewusst machen, dass die Nachfolge rechtzeitig geregelt werden muss. Nur wann ist der richtige Zeitpunkt, um sich mit dem Projekt Nachfolge auseinanderzusetzen?

Die Unternehmensnachfolge stellt nicht nur eine generationenübergreifende Herausforderung dar, sondern ist oftmals auch ein existentielles Thema für einen Betrieb. Immer wieder wird das Projekt Nachfolge und die konkrete Planung der Zukunft des Unternehmens wegen des vordringlichen Tagesgeschäfts hinausgeschoben. Das Thema sollte aber unbedingte Priorität besitzen und vom Chef selber rechtzeitig erkannt und angepackt werden. Rechtzeitig heißt: Mit Anfang 50 erkennen, Mitte 55 planen und dann konsequent handeln.

Seiner Unternehmensnachfolge muss sich der verantwortlich handelnde Unternehmer strukturiert und ganzheitlich stellen. Nachfolge ist ein Projekt. Es benötigt Zeit, Geld und einen Plan. Es genügt bei Weitem nicht, sein Unternehmen in der Zeitung zum Verkauf anzubieten oder sich mit Sohn oder Tochter an einen Tisch zu setzen und zu erklären, wie der Betrieb funktioniert. Innerhalb des engsten Familienkreises findet sich ohnehin nur in etwa 40% der Fälle ein geeigneter Nachfolger – Tendenz abnehmend. Deshalb muss auch ein Plan B durchdacht sein, z.B. die Übergabe des Unternehmens an Externe.

Nachfolgeprojekte beinhalten eine Fülle von menschlichen, betriebswirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Herausforderungen. Dies kann weder durch den Unternehmer selbst, noch durch seinen Steuerberater abgedeckt werden. Es braucht einen Vertrauenspartner der alles im Blick hat – Berater, Experte, Coach und Kümmerer in einer Person. Und es braucht den Unternehmer, der will, der gelernt hat loszulassen und den Willen hat endlich anzufangen – Jetzt!

(Ein Gastbeitrag von Stefan Butz, www.butz-consult.de)

(Bildnachweis: © Jeanette Dietl – Fotolia.com)

Ein Gedanke zu “Alle reden über Nachfolge und keiner fängt an

  1. Die Unternehmensnachfolge stellt wie bereits beschrieben, ein echtes Problem dar. Dabei stehen schon viele, gut eingeführte Unternehmen zur Verfügung. Informieren lohnt auf jeden Fall.

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