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Unternehmer im Ruhestand ohne Rente?

Ein Unternehmer kann nicht in seinen wohlverdienten Ruhestand gehen, da die Altersversorgung nicht adäquat oder gar nicht stattgefunden hat. Kann nicht passieren? Doch kann!

Nicht wenige Unternehmer gehen davon aus, dass die Rente aus dem Verkauf des Unternehmens hervorgeht und damit der Altersruhestand gesichert werden kann. Das setzt aber wirtschaftlich sichere Zeiten voraus. Ist das nicht der Fall, kann entweder der Verkaufspreis nicht erzielt werden, der für die Rente benötigt wird oder es findet sich kein Käufer für das Unternehmen.

Einen Rentenanspruch aufzubauen, der gegen unendlich läuft und den Bedarf im Alter abdeckt, sollte dabei das Ziel der Bestrebungen sein. Unendlich schon deswegen, weil es wohl keiner möchte, dass die Rente mit dem 75. Lebensjahr endet, obwohl man sich noch bester Gesundheit erfreut

Jetzt wird noch festgelegt, wann die Rente beginnen bzw. die Geschäftstätigkeit eingestellt werden soll. Dazu kommt das eigene Alter. Im Ergebnis steht dann der Zeitraum fest, der für die Ansparung der Rente noch zur Verfügung steht.

Als nächstes folgt eine Vermögensaufstellung zur besseren Übersicht der Finanzen. Dazu gehört das Unternehmen und auch sonstiges Vermögen wie Finanzanlagen oder Immobilien. Als Faustregel sollten um die 70 % der aktuellen Einkünfte als Rente geplant werden. Daraus lässt sich anschließend die Versorgungslücke (Rentenlücke) errechnen.

Rentenlücke

Die Versorgungslücke ist der Teil, um den das letzte Nettoeinkommen die Rente (Altersversorgung) übersteigt. Der Unternehmer sollte bestrebt sein, seine unternehmerische Tätigkeit nicht nur auf aktuelle oder momentane Deckung der Lebenshaltungskosten auszurichten. Vielmehr ist bereits ab dem ersten Tag der unternehmerischen Tätigkeit darauf zu achten, dass mit dem Einkommen auch Beiträge zu einer gesetzlichen oder privaten Rentenversicherung geleistet werden können.

Ist das nicht der Fall, weil das Einkommen aus unternehmerischen Tätigkeit zu gering ist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die Altersarmut eintreten. Denn meistens vergessen die Unternehmer die Rentenversicherung, wenn sie nicht direkt von Beginn an organisiert wird.

Damit die Altersarmut nicht eintritt, sind die Unternehmer gezwungen, weiter zu arbeiten, auch wenn das Rentenalter schon lange erreicht ist oder bereits überschritten ist wurde.

Pflichtversicherung

Im Gegensatz zu einem Arbeitnehmer ist der Unternehmer bis auf einige Ausnahmen nicht versicherungspflichtig.

Die wichtigsten pflichtversicherten Selbständigen:

  • Lehrer und Erzieher, die im Zusammenhang mit ihrer selbständigen Tätigkeit keine versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen.
  • Pflegepersonen, die in der Kranken-, Kinderpflege etc. tätig sind und im Zusammenhang mit ihrer selbständigen Tätigkeit keine versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen.
  • Künstler und Publizisten nach näherer Bestimmung des Künstlersozialversicherungsgesetzes.
  • Hausgewerbetreibende sind selbständig Tätige, die in eigener Arbeitsstätte im Auftrag und für Rechnung von Gewerbetreibenden, gemeinnützigen Unternehmen etc. gewerblich arbeiten. Sie bestimmen Art, Weise, Umfang sowie Zeitraum der Tätigkeit selbst.

Für die meisten selbständigen Unternehmer besteht die Möglichkeit, sich entweder auf Antrag pflichtversichern zu lassen oder eine freiwillige Versicherung abzuschließen.

Die jungen Existenzgründer, die ein zulassungspflichtiges oder zulassungsfreies Handwerk betreiben und die noch keine 18 Jahre lang Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, sollten sich mit der Deutschen Rentenversicherung in Verbindung setzen. Sie müssen dort klären, inwieweit sie dort bis zum Erreichen der genannten Einzahlungsdauer noch weitere Pflichtbeiträge zahlen müssen. Sie können sich dort auch über Reduzierungsmöglichkeiten für das Jahr der Gründung und die drei folgenden Kalenderjahre informieren.

Pflichtversicherung auf Antrag

Das freiwillige Pflichtmitglied der Rentenversicherung (Deutsche Rentenversicherung) hat einen vom Versicherungsträger vorgegebenen Prozentsatz (zurzeit 19,60 %) wie jeder Arbeitnehmer zu zahlen. Bei Einkommensbeträgen, die über dem monatlichen Regelbetrag liegen, besteht die Möglichkeit, nur bis zur Höhe des Regelbeitrages Zahlung zu leisten.

Freiwillige Versicherung

Hierbei wird der Einzahlungsbetrag selbst bestimmt. Die Mindesthöhe beträgt monatlich 78,40 €. Die Höchstgrenze liegt bei 1.097,60 €.

 

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