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Gründ(l)ich aus der Hochschule?

Eine gute Idee zu haben ist eine Sache. Diese erfolgreich umzusetzen eine andere. Was also tun, wenn man eine gute Geschäftsidee hat?

Der erste Schritt dahin, aus einer Idee ein Unternehmen aufzubauen ist die Erstellung eines Businessplans. Das allein erfordert schon viel Zeit, Know-how und Kraft. Erst wenn dieser angefertigt wurde und von Experten (Berater, Banken, Fachleute) für gut befunden wurde, sollte man für sich die Frage beantworten: Gründe ich?

Der Businessplan muss in kompakter Form präzise das Gründungsvorhaben erläutern, die geplanten Handlungsprogramme darlegen sowie eine detailliere Planung der Liquidität und des Finanzierungsbedarfs/-plans enthalten. Informationen zum Aufbau und Inhalt findet man zahlreich im Internet, bei den StarterCentern NRW, der IHK oder in Fachbüchern. Alle Teilbereiche des Plans müssen sorgfältig und gründlich ausgearbeitet werden. Dafür sind Kenntnisse in den unterschiedlichen Bereichen erforderlich.

Aber hat jeder all diese Kenntnisse? In der Regel nicht. Es mag sein das erfahrene Unternehmer oder Menschen in Führungspositionen durchaus eher über die nötigen Kenntnisse verfügen, nur ist längst nicht jeder der eine gute Idee hat, bereits Unternehmer oder Manager. Andererseits ist auch nicht jeder Unternehmer oder Manager der beste Gründer. Auch Studenten können erfolgreiche Gründer sein. (Aktuelles Beispiele: Stockpulse UG, 2011 von Studenten der Universität zu Köln gegründet)

Bei der Erstellung des Plans werden Unmengen von Fragen aufkommen, die es zu beantworten gilt. Da man selbst nicht alles wissen kann, braucht man Hilfe von Fachleuten aus den Bereichen, in denen man selbst kein Fachmann ist. Zudem wird man sich während der Erstellung des Businessplans das ein oder andere Mal die Frage stellen, ob sich der ganze Aufwand lohnt, ob man alles gründlich genug recherchiert hat, ob man wirklich eine gute Idee hat, ob man wirklich den Schritt zur Gründung gehen sollte, usw. Auch dafür ist es wichtig, Feedback von Außenstehenden zu bekommen. Nur wo finde ich solche Leute? Wieso sollten diese mir helfen? Kann ich mich auf diese Hilfe verlassen?

Zunächst sollte man in seinem Umfeld nach Leuten suchen, die man kennt und um Rat fragen kann. Bei erfahrenen Unternehmern oder langjährig Berufstätigen sind das wahrscheinlich mehr Leute als bei einem Studenten, der noch keine oder nur wenige Kontakte aus dem Berufsleben hat.

Der Student hat aber eine andere Chance Kontakt zu solchen Fachleuten aufzubauen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht gleich erkennbar ist. Der Student ist Student. Und wo ein Student ist, sind auch viele andere Studenten. An der Hochschule oder der Universität! Dort sind viele Leute mit den unterschiedlichsten Fachkenntnissen an einem Ort. Zudem sind die Professoren und Professorinnen mit Ihrem umfangreichen Know-how hervorragende Wissenskapitalgeber.

Aber wie findet man die geeignete Unterstützung durch andere Studenten oder Lehrende? Dieses Problem ist in der Tat nicht leicht zu lösen. An einigen Hochschulen/Universitäten gibt es durchaus Ansprechpartner zum Thema Existenzgründung. An anderen leider nicht. Gerade dann ist es schwierig Unterstützung zu bekommen. In jedem Fall ist man auf die eigene Initiative angewiesen und muss selbstständig „Kaltakquise“ betreiben. Dennoch sollte man nicht davor zurück schrecken Leute um Hilfe zu bitten. Vielleicht sitzt in der Vorlesung direkt eine Reihe vor einem jemand, der das gleiche Problem hat? Vielleicht ist auch der Professor, welcher gerade die Vorlesung hält, erfreut wenn man Ihn um Rat bittet. Vielleicht gibt es andere Studenten, welche bereits in der Gründung stecken, und wertvolle Tipps geben können.

Natürlich ist die Suche nach Unterstützung auch von Misserfolgen begleitet. Aber das ist eine Unternehmensgründung auch. Es wird nie alles nach „Plan“ verlaufen. Nur wer gründlich die Umsetzung seiner Idee plant, sich Unterstützung und Beratung sucht, kann ein erfolgreiches Geschäftsmodell umsetzen.

Die vielleicht einfachste Art, schnellen Kontakt zu Gleichgesinnten aufzubauen, bieten soziale Netzwerke wie Facebook oder Xing. Gemeinsam mit einem Kommilitonen habe ich vor kurzem eine Facebook-Seite mit dem Namen „Gründungsnetzwerk für Existenzgründer aus Hochschulen“ erstellt, um eben einen solchen Kontaktpool für angehende Gründer oder Gründungsinteressierte aufzubauen. Auch „Nicht-Studenten“ sind gerne eingeladen die Seite zu besuchen und dort Fragen und Anregungen zu äußern, Tipps und Ratschläge zu geben oder interessante Themengebiete der Gründungspraxis aufzuzeigen.

„Um zu Innovationen in der Lage zu sein, müssen wir den Menschen, welche die Realität anders sehen als wir, zuhören, ihnen vertrauen und versuchen, ihren Standpunkt zu verstehen.“ (Geoffrey Marlow)

(Gastbeitrag von Lucas Kreiten, Facebook)

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