Drucken

Folgen von Basel III für den Mittelstand

Nach der Krise ist vor der Krise! Die Krisenjahre 2008/2009 sind so gut wie vergessen. An die nächste Krise denkt kaum jemand. Es ja läuft wieder. Die Auftragsbücher sind voll und für Maßnahmen, wie die nächste Krise bewältigt werden kann, haben die meisten Unternehmer jetzt keine Zeit. Die Zeit sollten sich die Unternehmer wie auch Existenzgründer aber nehmen, weil die Politik und die Bankenaufsicht Regulierungsmaßnahmen entwickelt hat und diese auch schrittweise einführt.

Basel III wird zunächst einmal die Kreditinstitute treffen. Sie müssen z. B. ihr Eigenkapital erhöhen – bis 2019 auf mindestens 10,5% ihrer risikogewichteten Kredite und weiterer Aktivpositionen. Weiter geht es mit der Erhöhung des harten Kernkapitals von zur Zeit zwei Prozent auf sieben Prozent. Hinzu kommen noch weitere Maßnahmen, die die Kreditinstitute umsetzen müssen. Kurz und gut: Das färbt auch auf die Unternehmen ab!

Handlungsspielräume ergeben sich für die Kreditinstitute schon. Sie vergeben weniger Kredite. Oder sie hinterlegen ihre Geschäfte mit dem geforderten höheren Eigenkapital, was der Fall sein kann. Zu vermuten ist aber, dass die Kreditinstitute die Rahmenbedingungen bei den Bonitätsprüfungen ihrer Unternehmenskunden verändern. Unternehmen mit guter Bonität werden kaum Auswirkungen spüren. Die Schwächeren, meistens auch die mit einer geringeren Eigenkapitalquote, werden für Kredite tiefer in die Tasche greifen müssen.

Der Existenzgründer wird dann in der Gruppe der risikoreichen Finanzierungen zu finden sein. In der Folge wird auch hier ein Kredit entweder gar nicht erst bewilligt, oder es wird für den Existenzgründer deutlich teurer.

Damit noch nicht genug. Auch die langfristigen Finanzierungen, meistens zu festen Zinssätzen, werden unter Basel III reformiert. Konnten bisher kurzfristige Kundeneinlagen zur Finanzierung langfristiger Kredite verwendet werden, wird das in Zukunft nicht mehr möglich sein. Die langfristigen Kredite müssen dann mit auch mit langfristigen Mitteln gegenfinanziert werden. Das wird höhere Zinsen für die Unternehmen nach sich ziehen, oder die Kreditinstitute reduzieren die Angebote. In jedem der beiden Fälle wird es für die Unternehmen teurer.

Optionen für Unternehmen

Die Unternehmen sollten ihre Bonität und das Rating sorgfältig prüfen. Eine Potenzial für Verbesserungen ist in jedem Unternehmen zu finden. Das fängt damit an, dass die Eigenkapitalquote verbessert werden kann. Rücklagen in den wirtschaftlich guten Zeiten können dazu genutzt werden. Sicherheiten, für mögliche Kredite, zu generieren ist ebenso ein guter Lösungsansatz. Bei allen Maßnahmen die im Unternehmen durchgeführt oder angewendet werden um die Bonität und das Rating zu verbessern, sollte das Gespräch mit dem Kreditinstitut nicht außer Acht gelassen werden. Denn auch die Kreditinstitute können bei der Verbesserung des Ratings unterstützen.

Der DIHK hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband deutscher Banken die Auswirkungen für den Mittelstand untersucht und in dem Leitfaden „Basel III – Folgen für den Mittelstand“ zusammengefasst.

Die Deutsche Bundesbank hat zu Basel III den „Basel III – Leitfaden zu den neuen Eigenkapital- und Liquiditätsregeln für Banken„, der einen guten Überblick liefert, publiziert.

(Bildnachweis: © Sergej Khackimullin – Fotolia.com)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Hinweis:
Bitte beachten Sie unsere Blogregeln. Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihres Kommentars. Je nach Inhalt behalten wir uns vor, von einer Veröffentlichung abzusehen. Mit dem Absenden Ihres Kommentars stimmen Sie der Veröffentlichung auf dieser Website zu. Auf Wunsch des Absenders können Kommentare auch wieder gelöscht werden. Bitte senden Sie in diesem Fall eine E-Mail an den Administrator.