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Start-ups: Pre-Seed-Phase: Gründungsvorbereitung finanzieren

Jedes Start-up beginnt mit einer guten Idee. Die spannende Frage ist: Wie lässt sich aus der Idee ein erfolgversprechendes Geschäftsmodell entwickeln? Was braucht es, um die Idee zu realisieren?

Der zeitliche und finanzielle Aufwand für innovative technologieorientierte
Start-ups ist groß und kann von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren betragen. Entsprechend hoch sind die Kosten für den eigenen Lebensunterhalt, für Mitarbeiter, Beratung, technisches Equipment und Material. Das Bundeswirtschaftsministerium
unterstützt Start-ups während der Pre-Seed-Phase daher mit Zuschüssen und Know-how.

Sowohl das Förderprogramm „EXIST – Existenzgründungen aus der Wissenschaft“ als auch der „Gründerwettbewerb – Digitale Innovationen“ spielen dabei eine herausragende
Rolle.

EXIST – Existenzgründungen aus der Wissenschaft

EXIST richtet sich an (ehemalige) Hochschulabsolventen, wissenschaftliche Mitarbeiter und an Studierende, die im Rahmen ihres Studiums oder ihrer Promotion eine vielver­sprechende Idee entwickelt haben. Aus dieser Idee ein tragfä­higes Geschäftsmodell mit einem marktfähigen Produkt zu entwickeln – dabei hilft EXIST.

Für technologie- und wissensbasierte Gründungen: EXIST-Gründerstipendium

In 2016 gab es etwas zu feiern: Das 1.500. EXIST-Gründerstipendium seit 2007 ging an „integrAi.de“. Die Ausgrün­dung der Universität Würzburg entwickelt für Kommunen Dienstleistungen zur schnelleren und passgenauen Integra­tion von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Neben Schu­lungsmaßnahmen für ehrenamtliche „Job Coaches“ kann die Vermittlung durch eine spezielle Software unterstützt werden. Und genau darauf kommt es bei EXIST an: Dem Geschäftsmodell muss eine innovative technologieorien­tierte oder wissensbasierte Idee zugrunde liegen. Das muss aus dem Antrag deutlich hervorgehen, der über die Hoch­schule oder Forschungseinrichtung beim Projektträger Jü­lich gestellt wird. „Neben der Innovation und der nötigen wissenschaftlich-technischen Kompetenz spielen aber auch betriebswirtschaftliche und unternehmerische Kenntnisse im Team eine wichtige Rolle“, betont Dietrich Hoffmann, Fachbereichsleiter Unternehmensgründung beim Projektträ­ger Jülich. Daher müsse das Gründerteam im Antrag darle­gen, ob und inwiefern es diesen Kompetenzbereich abdeckt. „Ein häufiger Fehler ist eine zu flüchtige Wettbewerbsanaly­se“, betont Dietrich Hoffmann und ergänzt: „Insbesondere mögliche Angebote von Konkurrenten müssen berücksich­tigt werden, um sich deutlich von ihnen abzugrenzen, denn ohne ausreichende Alleinstellungsmerkmale und einen kla­ren Kundennutzen sind EXIST-Anträge nicht förderfähig.“

Wer EXIST-Gründerstipendium erhält, hat zwölf Monate Zeit, sich voll und ganz auf seine Gründungsvorbereitungen zu konzentrieren. Dabei leistet EXIST nicht nur einen Zu­schuss zur Sicherung des Lebensunterhaltes, sondern bietet auch ein Budget für Sachausgaben und Coachingleistungen. Überhaupt spielen Know-how und Vernetzung eine ent­scheidende Rolle bei EXIST. Dafür sorgen die Gründungs­netzwerke der Hochschulen, die den Gründungsteams nicht nur Räumlichkeiten anbieten, sondern auch mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Für forschungsbasierte Gründungen: EXIST-Forschungstransfer

Um anspruchsvolle und innovative Forschungsergebnisse zu marktfähigen Produkten oder Verfahren weiterzuentwickeln und auf den Markt zu bringen, braucht es Zeit und Geld. Genauer gesagt geht es um mehrere Jahre und um ein- bis zweistellige Millionen-Euro-Beträge. Dennoch kann es sich in vielerlei Hinsicht lohnen, als Wissenschaft­ler eine „Karriere“ als Unternehmer zu wagen. Hilfestellung bietet dabei EXIST-Forschungstransfer. Die umfangreiche Förderung unterstützt herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwändigen und risikorei­chen Entwicklungsarbeiten verbunden sind. „Das Ziel von EXIST-Forschungstransfer ist, wissenschaftliche Ergebnisse in technische Produkte und Verfahren zu überführen, die darauf basierende Geschäftsidee zu einem Businessplan auszuarbeiten und die geplante Unternehmensgründung gezielt vorzubereiten“, sagt Dietrich Hoffmann, Fachbe­reichsleiter beim Projektträger Jülich, der das EXIST-Pro­gramm für das BMWi umsetzt. „In der zweiten Förderphase stehen die Durchführung weiterer Entwicklungsarbeiten, Maßnahmen zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit sowie die Schaffung der Voraussetzungen für eine externe Unternehmensfinanzierung im Fokus.“

Bis zu drei Jahre erhalten die Gründungsteams Zuschüsse, um den eigenen Lebensunterhalt sowie Personal- und Sachausgaben zu finanzieren. Ergänzend können die Gründer die Infrastruktur ihrer Hochschule oder Forschungseinrichtung nutzen und werden über Veranstaltungen und persönliche Beratungsgespräche gezielt auf ihre zukünftige Rolle als Unternehmer vorbereitet. EXIST-Gründerstipendium und EXIST-Forschungstransfer werden durch den Europäischen Sozialfonds kofinanziert.

(Quelle: GründerZeiten extra, BMWi, Berlin)

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